Das vorliegende Policy Paper der Expert Advisory Group (EAG) - Europäische Akteure und Akteure des südlichen Mittelmeeres: Partner in Konfliktprävention und – bewältigung – beschäftigt sich mit den sich „Wandelnden Realitäten in der Region“. Gerrit F. Schlomach gibt uns Einblicke in das sich entwickelnde Mächtegleichgewicht auf staatlicher, innerstaatlicher und transnationaler Ebene und fasst damit die Diskussionen während des EAG Workshops in Tunis vom 5. bis 6. Mai 2007 zusammen.
Dem Überblick folgen vier Politikempfehlungen: Martin Beck führt an, dass vor dem Hintergrund mutmaßlich „substantiellerer“ Probleme im Nahen Osten die Vernachlässigung des israelischpalästinensischen
Konflikts irreführend ist. Sven Biscop unterstreicht, dass die Präsenz von europäischen Truppen in der Region die EU dazu zwingt, den internen politischen Dialog im Libanon aktiv zu unterstützen. Im Hinblick auf das Nuklear-Dossier des Iran fordert Emily B. Landau eine noch konsequentere Verfolgung der Sanktionspolitik, solang bis der Iran bereit ist, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Carlo Masala schlägt vor, dass die EU in ihren Beziehungen zu ihren
Nachbarn am Mittelmeer neue Prioritäten setzen sollte, um das zu fördern, was bisher unmöglich erschien: die Bereitschaft der arabischen Regime zu Kooperation und Veränderung. Yasar A. Qatarneh
befürwortet, dass die internationale Gemeinschaft einen Dialog mit staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren in der Region beginnen sollte, um die Stabilität und die Souveränität in der gesamten Region
aufrecht zu erhalten.