Das ICP organisierte eine Expertenrunde, an der Senatoren, Repräsentanten der Kammer, die Leiterin des ICP und Vertreter der politischen Parteien sowie Jugendorganisationen teilnahmen. Im Rahmen dieser Diskussionsrunde wurden die bestehenden Gesetze zur Jugendpolitik, sowie das Gesetzesprojekt 60 von 2009, analysiert.
Die in der Jugendpolitik bestehenden legislativen Rechtsakte, wie zum Beispiel das Gesetz 375 von 1997, die im Nationalen Entwicklungsplan 2003-2006 enthaltenen Maßnahmen sowie die politischen Programme auf Gemeindeebene, bezeugen die großen Bemühungen, die in den letzten Jahren im Bereich der Jugendpolitik unternommen wurden. Um die bestehenden Gesetze und Programme umzusetzen und zu ergänzen wurde im Jahr 2009 ein neues Gesetzesprojekt ins Leben gerufen. Dieses soll -durch die Regulierung der nationalen und lokalen Jugendpolitik und die Stärkung der politischen Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen- die öffentliche Jugendpolitik stärken.
Die Rechtsnorm zur Jugendpolitik führt zahlreiche neuartige Elemente, die die institutionelle Struktur betreffen, ein, wie beispielsweise die Einsetzung neuer Einheiten auf Gemeinde- und Bezirksebene, welche die administrative Arbeit der Jugendräte unterstützen sollen. Die Diskussionsteilnehmer hoben die weitere notwendige Schritte zur Verbesserung des institutionellen Rahmens der Jugendpolitik hervor, wie die Stärkung der institutionellen Unterstützung von Jugendlichen, die Förderung von Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung und den Ausbau der Begleitung von Jugendlichen seitens staatlicher Stellen.
Im Anschluss daren betonten die Panelisten die Notwendigkeit, die politische Partizipation der Jugendlichen zu stärken, was durch die Politisierung des Themas und die Teilnahme von Jugendorganisationen und der Zivilgesellschaft an der Entwicklung der neuen Rechtsnorm zur Jugendpolitik erreicht werden kann. Schließlich wurde hervorgehoben, dass die Einberufung einer öffentlichen Debatte zum Inhalt des Gesetzesprojekts, im Laufe derer die verschiedenen Erfahrungen der kolumbianischen Regionen im Bereich der Jugendpolitik vorgestellt werden sollen, oberste Priorität hat. Durch diese öffentlichen Anhörungen auf regionaler Ebene kann sich die Zivilgesellschaft aktiv an der Entwicklung, der Verbreitung und der Implementierung der öffentlichen Jugendpolitik beteiligen.