Am Dienstag, den 4. August 2009, wurde die Nr. 40 der Reihe DEBATE POLÍTICO im Club de Abogados in Bogotá präsentiert.
Die von dem Politikwissenschaftler Gonzalo Araujo Muñoz durchgeführte Analyse des kolumbianischen Wahlsystems trägt den Titel Comportamiento electoral de las fuerzas políticas en Colombia. Una mirada transversal 1991-2007 (Wahlverhalten der politischen Kräfte in Kolumbien. Eine Querschnittsbetrachtung 1991-2007).
Eröffnet wurde die Buchvorstellung von einem der Präkandidaten der Konservativen Partei (PCC) für die Präsidentschaftswahlen Carlos Holguín Sardí, der ebenfalls das Vorwort zu dem Buch geschrieben hat.
Holguín beglückwünschte den Autor zu seinem Buch und nannte es eine grossartige Analyse des kolumbianischen Wahlsystems, an dem sich Politikwissenschaftler in den folgenden Jahren orientieren werden. Er unterstrich desweiteren auch die Bedeutung der Studie für den kolumbianischen Konservatismus.
Danach präsentierte Araujo ein kurzes Resümee seiner Monografie. Dabei handelt es sich um eine Analyse aller Wahlen in Kolumbien seit der Konstitution von 1991 auf regionaler und nationaler Ebene (ausgenommen der Präsidentschaftswahlen). Eine seiner wesentlichen Hypothesen ist, dass das Zweiparteiensystem in Kolumbien erst 2003 wirklich zusammengebrochen ist.
Seine Studie unterscheidet die verschiedenen subnationalen Wahlen, wie Governeurs-, Abgeordneten-, Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen, um möglichst genaue Ergebnisse zu erzielen; dabei kommt der Autor zu dem Schluss, dass es generelle Linien zwischen allen Wahlergebnissen gibt.
Als ein wichtiges Ergebnis hebt er hervor, dass während die Liberale Partei an Stimmen verloren hat, die Konservative Partei relativ stabil in ihren Wahlergebnissen blieb (wenn auch auf einem niedrigerem Niveau). Dies erklärt sich, auf der einen Seite durch die Neugründung und den Aufstieg neuer Parteien – wie z.B. Cambio Radical und die Soziale Partei der Nationalen Einheit – aber auch durch das Wiedererstarken der Konservativen Partei.
Ein weiterer Teil der Studie widmet sich der Analyse der Wahlstrategie der Konservativen Partei für diesen Zeitraum. Araujo betont, dass die Konservative Partei seit ihrer innerparteilichen Reform der letzten Jahre die einzige Partei Kolumbiens ist, die ihre grundlegenden Entscheidungen aufgrund von Volksbefragungen trifft. Diese Volksbefragungen sind als direktdemokratisches Element zu verstehen, das eine starke Beziehung zwischen der Partei und den Bürgern erzeuge. Araujo meinte, dass es für den Rückhalt in der Bevölkerung und damit für die Zukunft der Partei unabdinglich sei, sich weiterhin an diesem innerparteilichen Demokratisierungsprozess zu orientieren.
Nach der Buchvorstellung gab es die Möglichkeit, Fragen an den Autor zu stellen, die dieser auch alle zufriedenstellend beantwortete.