Zu Beginn des Treffens sprachen der Parteivorsitzende der PCC, der Senator Hernán Andrade sowie der Repräsentant der KAS in Kolumbien, Dr. Hubert Gehring. Senator Andrade richtete sich an seine Partei und rief trotz der inneren Differenzen zu Einigkeit auf, um so dem Land eine Regierungsalternative bei den nächsten Wahlen zu bieten. Ausserdem bedankte er sich bei der KAS für die Unterstützung bei der Organisation des Events. Dr. Gehring betonte, dass die Mitte-Rechts-Parteien angesichts der aktuellen Entwicklung in der Region die Möglichkeit nutzen sollten, auf Forderungen und Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen. Besonders wichtig sei die Kooperation zwischen politischen Parteien, die demokratische Werte verteidigten.
An der ersten Diskussionsrunde zum Thema „Korruption: der grosse Gegner des Fortschritts“, nahmen teil: Néstor Humberto Martínez, Generstaatsanwalt Kolumbiens; Emardo Hantelman von der Partei Renovación Nacional de Chile; Roberto Gil Zuarth, Senator der Partei Acción Nacional aus México; Eduardo Pizano, Koordinator der Escuela de Gobierno der Universidad de los Andes sowie der Senator Jorge Pedraza von der PCC; Moderator war der Journalist Álvaro García. Diskutiert wurden die Auswirkungen der Korruption auf die Finanzierung politischer Parteien. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Korruption nicht nur ein Problem des öffentlichen Sektors, sondern auch des privaten sei.
In der zweiten Gespraechsrunde, „Politische Partizipation der Frau: Effektive Förderung und Inklusion“, diskutierten die Senatorin Myriam Paredes von der PCC; die bolivianische Senatorin María Lourdes Landivar von der Demokratischen Bewegung Boliviens; die Abgeordnete der Partei Primero Justicia Venezuelas, Dinorah Figuera und die Direktorin des Instituto Republicano Internacional (IRI), Gabriela Serrano unter der Leitung der Frauenbeauftragten der Konservativen Partei Kolumbiens, von Soraya Galvis. Jede der Teilnehmerinnen präsentierte einen kurzen Einblick in die Herausforderungen der politischen Partizipation der Frauen in ihrem jeweiligen Land. Bemerkenswert war der Beitrag der Senatorin Paredes, die geschlossene Kandidatenlisten basierend auf den Prinzipien der Parität, allgemeine Zugänglichkeit und die Einbeziehung neuer Kandidaten forderte, um so die gleichberechtigte Partizipation der Frauen zu gewährleisten.
In Sonderbeiträgen sprach der ehemalige Landwirtschaftsminister Rubén Darío Lizarralde über die landwirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und der Professor der Universidad Rey Juan Carlos de Madrid, Enrique San Miguel über konservative Führungseigenschaften. Letzterer bezeichnete Konrad Adenauer als die repräsentativste konservative Persönlichkeit des letzten Jahrhunderts.
Der zweite Tag der Veranstaltung begann mit dem Vortrag zum Thema „Wohin geht Kolumbien?“ des Ex-Prokurators und Präsidentschaftskandidaten Alejandro Ordoñez. Das anschließende Panel „Perspektiven und Herausforderungen des Postkonfliktes in Kolumbien“ wurde moderiert vom politischen Herausgeber der Tageszeitung El Tiempo, Edulfo Peña. Teilnehmer waren der Leiter der Friedensverhandlungen der kolumbianischen Regierung mit der Guerrillagruppe ELN, Juan Camilo Resptrepo; der Abgeordneter der Legislative Guatemalas für die Partei TODOS, Ronald Arango und der Präsident der konservativen Partei Kolumbiens, Senator Hernán Andrade. Bemerkenswert war der Beitrag von Herrn Restrepo, der die Verhandlungen mit dem ELN beschrieb und betonte, dass hier vollkommen öffentlich und „nicht um jedem Preis“ und so lange wie nötig verhandelt werde.
Moderator des zweiten Panels des Tages zum Thema „Soziale Marktwirtschaft vs. Populismus“, war Ricardo Ospina von Blue Radio. Teilnehmer waren der ehemalige Staatspräsident von Uruguay, Luis Alberto Lacalle; der Vorsitzende der ODCA, Juan Carlos Latorre; der Generalsekretär der Partei “Primero Justicia“, Tomás Guanipa sowie Dinorah Figuera, beide Abgeordnete der venezolanischen Nationalversammlung für die Partei „Primero Justicia“. Dabei rief Lacalle dazu auf, das demokratische System zu verteidigen, da dessen entscheidende Grundlage seine Legitimität sei.
Es folgte ein Vortrag von Dr. Hubert Gehring über die Soziale Marktwirtschaft als mögliche Option für die Zukunft Kolumbiens. Dr. Gehring betonte die Wichtigkeit auf die Sorgen und Nöte der Bevölkerung einzugehen. Wettbewerb und Unternehmerische Aktivitäten auf der einen Seite sowie soziale Initiativen auf der anderen Seite würden sich nicht ausschließen sondern seien zwei Seiten einer Medaille.
Das letzte Panel zum Thema “Soziale Marktwirtschaft vs. Populismus” wurde vom politischen Analysten des Radiopro “Mañanas Blu Radio“, Andrés Mejía Vergnaud moderiert. Panelisten waren der Minister für Finanzen und Öffentliche Kredite, Mauricio Cárdenas Santamaría; die Senatoren Efraín Cepeda Sarabia und Juan Diego Gómez sowie der Präsident der Handelskammer von Guayaquil, Ecuador, Pablo Arosemena. Minister Cardenas bezeichnete den Populismus der politischen Linken sowie die Intoleranz der politischen Rechten als die zwei grossen aktuellen Bedrohungen für die Demokratie, die mit Toleranz und sozialer Verantwortung bekämpft werden müssten.