KAS Colombia

Veranstaltungsberichte

Auszeichnung Premio Emprender Paz 2021

Am 1. Dezember 2021 fand zum 14. Mal die Verleihung der Auszeichnung “Premio Emprender Paz” statt. Die Konrad-Adenauer-Stiftung KAS Kolumbien, die Stiftung “Ayuda en Acción” und die Schwedische Botschaft in Bogotá haben gemeinsam mit der Corporación Emprender Paz und der Stiftung “Fundación Grupo Social” unternehmerische Initiativen ausgewählt, die Lösungen für die am meisten vom bewaffneten Konflikt betroffenen Regionen des Landes bringen sollen.

Privatinitiativen haben in den letzten Jahren zunehmend eine wichtige Rolle in der Friedenskonstruktion gespielt. Sowohl Sozialprojekte von Grossunternehmen als auch Initiativen von Kleinbetrieben in verschiedenen Regionen des Landes waren die Protagonisten, die mit ihren Bemühungen, ihrem Engagement und vor allem ihrer Kreativität einen dauerhaften Frieden erreichen und eine neue Geschichte Kolumbiens schreiben wollen. Vor diesen Hintergrund haben die Stiftung “Grupo Social”, die KAS Kolumbien, die Schwedische Botschaft und die Stiftung “Ayuda en Acción” zusammengearbeitet, um solche Initiativen zu unterstützen, die sich mit viel  Unternehmensgeist und harter Arbeit einen Weg geöffnet und sich als Beispiele einer Innovation für den Frieden positioniert haben.  

In diesem Jahr haben sich insgesamt 79 Organisationen aus allen Wirtschaftszweigen um die Auszeichnung beworben, die und über 50.000 Menschen zugute kommen. Nach einem schwierigen Auswahlprozess wurden schliesslich zehn Projekte als Finalisten ausgewählt, die während der Veranstaltung dem Publikum in Videos vorgestellt wurden. Weiterhin berichteten die Vertreter der einzelnen Initiativen über ihre persönlichen Erfahrungen bei der Entwicklung der Initiativen und deren Auswirkungen auf ihr Leben.  

Die schwedische Botschafterin in Kolumbien, Helena Storm eröffnete die Preisverleihung und dankte Publikum und Finalisten für ihre Teilnahme. Auch erkannte sie die Arbeit der beteiligten Organisationen an und betonte, dass alle Initiativen trotz der Einschränkungen aufgrund der Pandemie weitergearbeitet und damit zu Lösungen beigetragen haben, die eine Partizipation verschiedenster Bevölkerungsgruppen ermöglichten. So konnten mit nachhaltigen, umweltfreundlichen und ertragreichen Projekten legale Einkünfte erzielt werden, die gleichzeitig helfen, die sozialen Unterschiede zu verringern und neue Chancen für die betroffenen Regionen bieten. Die Vielzahl der beteiligten Wirtschaftszweige zeige wie viele Möglichkeiten es gebe, um zu einem dauerhaften Frieden in Kolumbien beizutragen. Mit der Auszeichnung sollen die Gewinner gefördert werden und als Inspiration für viele weitere Friedensszenarien dienen.

Im Anschluss wurden in einem Video fünf der zehn Projekte präsentiert, die als Finalisten ausgewählt wurden: (a) Coagro Pacífico, ein Zusammenschluss von über 600 Landwirten im Department Chocó, mit dem durch Produktion und Vertrieb von Kakao zahlreiche alleinstehende Mütter und Jugendliche unterstütz werden; (b) Fortox, eine Firma mit Niederlassungen in Cali und Buenaventura, die als Sicherheitskräfte vor allem Frauen einstellt, die Opfer familiärer Gewalt geworden sind; (c) Fundación Luker, aus Necoclí, Antioquia, die ehemalige Koka-Anbauer bei der Umstellung auf Kakao-Pflanzungen unterstützt; (d) Fundación Incolmotos Yamaha, die Jugendliche und Angehörige vulnerabler Bevölkerungsgruppen als Automechaniker ausbildet und einstellt und (e) Ocati, die eine Wiederbelebung der Landwirtschaft durch Beratung über neue technische und wissenschaftliche Entwicklungen fördert.

Es folgte eine Paneldiskussion mit Vertretern der verschiedenen Organisationen, darunter Direktoren, Gesellschafter, Geschäftsführer und Angestellte; alle betonten, dass sich durch die Projekte ihre Lebensbedingungen und die ihres Umfelds entscheidend verbessert hätten. Ausserdem sei durch die Initiativen eine Transition von einem gewaltsamen Szenario in ein Ambiente neuer Chancen ermöglicht worden, in dem die betroffenen Personen die Hauptrolle spielten.

Der Gesandte für Wirtschaft und Politik der Deutschen Botschaft Bogotá, Klaus Botzet betonte, dass die Organisationen sichtbar gemacht werden müssten, die zur Konsolidierung des Friedens in Kolumbien beitragen, weil sie einer besonderen Unterstützung aller Sektoren der Zivilgesellschaft bedürften. Dabei verwies er auf das Engagement Deutschlands beim Aufbau eines dauerhaften und stabilen Friedens in Kolumbien; abschliessend gratulierte Botzet den Finalisten zu ihrer Arbeit.

Der Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung Kolumbien, Stefan Reith betonte, dass für die KAS die Konsolidierung des Friedens und der Demokratie die wichtigsten Aufgaben darstellten; daher unterstütze sie Projekte wie die Ausziechung „Premio Emprender Paz“. Angesichts des unglaublich mutigen Engagements aller Akteuere, die den bewaffneten Konflikt unter schwierigen Bedingen zu überwinden suchten, erscheine der Beitrag der internationalen Kooperation vergleichsweise gering; daher spiele es letztendlich keine Rolle, welche der Initiativen die Auszeichnung gewinne, der grösste Gewinner sei Kolumbien.  

Die Direktorin für Kolumbien der Stiftung “Ayuda en Acción” (Hilfe in Aktion), María Isabel Cerón betonte, dass jede der vorgestellten Initiativen eine neue Hoffnung für Kolumbien darstelle und durch kleine Aktionen in den Regionen dazu beitrage,  langfristig dieses Kolumbien, das historisch vom Staat vergessen sei, zu tranformieren mit Hilfe nachhaltiger durchführbarer Projekte die verhindern können, dass noch mehr Jugendliche von der Guerilla rekrutiert werden und dadurch zu einem wirklichen Frieden beitragen.

In einem zweiten Video wurden die restlichen fünf Initiativen vorgestellt: (a) HG Ingeniería, mit einem Projekt in Unguía, Chocó, das den Bewohnern mit Hilfe von Solarenergie auf innovative Weise Zugang zu Stromversorgung verschafft und damit zu Internet, Schulbildung und Arbeitsplätzen; (b) Procafecol, das eine Gruppe von weiblichen Kaffeeanbauern in der Gemeinde Viotá, Cundinamarca unterstützt; (c) Activa G-10, eine Initiative, die 837 Familien zugute kommt, die sich in einer Initiative zusammengeschlossen haben, um dadurch die Produktion und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte in Tierra Alta, Córdoba zu optimieren; (d) Distrialimentos de Occidente, ein Verband in Caquetá, der die Integration vulnerabler Bevölkerungsgruppen in die Produktion und Vermarktung von Milchprodukten ermöglicht und (e) Gran Tierra Energy, mit einem Projekt, das junge Unternehmen in den Regionen Putumayo und Valle Medio del Magdalena mit Hilfe von Verwaltungsschulungen unterstützt.

Am zweiten Panel nahmen auch Vertreter der einzelnen Firmen teil, sich darüber einig waren, dass ihnen die Mitarbeit an den Projekten neue Chancen für Bildung und Beschäftigung eröffnet habe. Durch eine gerechte Bezahlung für individuelle und kollektive Arbeit konnten sie auch die Armut überwinden.

Der Präsident der Stiftung “Grupo Social”, Juan Carlos Gómez, dankte den Organisatoren für die Unterstützung der einzelnen Projekte, die zu mehr Inlusion, Frieden, Entwicklung und Wohlstand beitragen, vor allem aber zur Stärkung des sozialen Netzes in dem viele Organisationen und Kooperativen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Gleichzeitig werde ein Netzwerk von Unternehmen geschaffen als unabdingbarer Motor für den Frieden im Land, mit nachhaltigen Projekten die zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.

Anschliessend wurden die vier Gewinner des Abends bekannt gegeben. Bei der Entscheidung waren die folgenden Kriterien ausschlaggebend: sozialer Impakt, Nachhaltigkeit, Innovation, Empowerment der Frau, Partizipation und Wiederholbarkeit der Projekte. Den ersten Platz belegte HG Ingeniería, den zweiten Coagropacífico, den dritten die Stiftung Incolmotos Yamaha und den vierten Ocati; die Preise bestanden in einer finanziellen Unterstützung zur sozialen und wirtschaftlichen Förderung der Projekte.

Nach der Preisverleihung dankte man den Teilnehmern und beglückwünschte die Vertreter aller 10 Initiativen, weil deren Arbeit zur Überwindung der Gewalt durch illegale bewaffnete Gruppen, Armut und Vulnerabilität in vielen Departments des Landes beitrage. Die Projekte sollten als Beispiel für andere Unternehmen dienen, an der Transformation der Regionen und der Konstruktion eines dauerhaften Friedens in Kolumbien mitzuarbeiten.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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