Organisiert wurde das Forum gemeinsam vom Forschungsinstitut für hybride Kriegsführung (HWRI), der Universität für Verteidigung und Sicherheit „Dr. Franjo Tuđman“ und dem KAS-Auslandsbüro Kroatien-Slowenien. Die Zusammenarbeit verband wissenschaftliche Forschung, sicherheitspolitische Praxis und den Einsatz für Demokratie und europäische Kooperation und bot eine Plattform für den internationalen Austausch über hybride Bedrohungen und gemeinsame Lösungsansätze.
Zu den hochrangigen Gästen zählten der Leiter des Militärischen Sicherheits- und Nachrichtendienstes, Generalmajor Ivan Turkalj, die kroatische Parlamentsabgeordnete und Vertreterin des Parlamentspräsidenten, Marijana Petir, sowie Ivan Jušić, Leiter der Personalverwaltung des kroatischen Verteidigungsministeriums.
Bei der Eröffnung betonte Prof. Dr. Ivica Lučić, Rektor der Universität „Dr. Franjo Tuđman“, die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Sicherheitsinstitutionen. Angesichts komplexer Bedrohungen hob er die Notwendigkeit koordinierter Antworten und eines verantwortungsvollen Umgangs mit neuen Technologien, insbesondere künstlicher Intelligenz, hervor. Dr. Norbert Eschborn, Direktor des KAS-Auslandsbüros Kroatien-Slowenien, unterstrich die Bedeutung starker Bündnispartner, verlässlicher Institutionen und einer widerstandsfähigen Wirtschaft für den Schutz von Demokratie und Freiheit. Sicherheit müsse langfristig aufgebaut werden, bevor Krisen ihre volle Wirkung entfalteten. Marijana Petir betonte zudem die Bedeutung einer verlässlichen Lebensmittelversorgung als Bestandteil nationaler Sicherheit.
Am ersten Forumstag standen die Weiterentwicklung hybrider Kriegsführung und die Stärkung nationaler Resilienz im Fokus. Diskutiert wurden die russische Aggression gegen die Ukraine, Desinformation, ausländische Einflussoperationen, Cyberangriffe und Sabotage sowie die sicherheitspolitischen Folgen technologischer und wirtschaftlicher Abhängigkeiten. Weitere Themen waren der Einfluss von KI auf die öffentliche Meinungsbildung und demokratische Prozesse sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Wasser und Lebensmittelversorgung. Gordan Akrap, stellvertretender Rektor der Universität „Dr. Franjo Tuđman“, verwies auf die Gefahren gezielter Informationsoperationen, die gesellschaftliche Spaltungen vertiefen, das Vertrauen in staatliche Institutionen schwächen und die Verteidigungsfähigkeit demokratischer Staaten beeinträchtigen.
Einen besonderen Akzent setzte Prof. Dr. Ulrich Blum vom Institute for Economics and Technologies of Lithium, Deutschland, mit seinem Vortrag „Innovative Defence against Hybrid Attacks – Can the West do Better?“. Er thematisierte Möglichkeiten zur Stärkung der westlichen Verteidigungsfähigkeit gegenüber hybriden Bedrohungen und betonte die Bedeutung innovativer Ansätze, internationaler Zusammenarbeit sowie des Schutzes kritischer Infrastrukturen und digitaler Systeme. Dabei unterstrich er die Notwendigkeit, Sicherheitsstrategien kontinuierlich weiterzuentwickeln, um neuen Bedrohungen wirksam zu begegnen.
Auch der wissenschaftliche Nachwuchs war vertreten. Kie Jacobson, ehemalige Praktikantin des KAS-Auslandsbüros Kroatien-Slowenien, präsentierte ihren Beitrag „Fragmentation Across Both Arenas: Croatia’s Strategic Role in EU-NATO Security and the Western Balkans“. Im Mittelpunkt stand Kroatiens strategische Rolle im Spannungsfeld zwischen der Sicherheitsarchitektur der EU, der NATO und den Entwicklungen auf dem Westbalkan. Hervorgehoben wurde dabei Kroatiens Bedeutung als Bindeglied zwischen europäischen und transatlantischen Sicherheitsinteressen sowie als wichtiger Akteur für die Stabilität Südosteuropas.
Der zweite Forumstag widmete sich den sicherheitspolitischen Herausforderungen des Westbalkans. Im Mittelpunkt standen der europäische Integrationsprozess, insbesondere russische Einflussnahme, Desinformation und die Bedeutung von Identitätsfragen. Darüber hinaus wurden die maritime und Energiesicherheit, die strategische Verbindung zwischen Ostsee und Adria sowie die Zusammenarbeit zwischen EU und NATO erörtert. Die Diskussionen unterstrichen die Bedeutung gemeinsamer Fähigkeiten, Interoperabilität und einer abgestimmten europäischen und transatlantischen Sicherheitsstrategie.
Das 11. Zagreb Security Forum 2026 verdeutlichte, dass der Schutz von Demokratie und Freiheit ein umfassendes Sicherheitsverständnis erfordert, das militärische Verteidigungsfähigkeit, wirtschaftliche Stabilität, technologische Kompetenz und gesellschaftliche Resilienz verbindet. Der Austausch ermöglichte es, aktuelle Bedrohungen einzuordnen und Ansätze für eine engere internationale Zusammenarbeit zu diskutieren. Damit bestätigte das Forum seine Bedeutung als Plattform für den sicherheitspolitischen Dialog und die Stärkung einer widerstandsfähigen europäischen Sicherheitsordnung.