Angesichts der wachsenden Bedeutung dieses Themas fand in Zagreb die jährliche Smart Cities Konferenz statt, organisiert vom Wirtschaftsmagazin Lider in Zusammenarbeit mit dem KAS-Auslandsbüro Kroatien-Slowenien. Die Veranstaltung brachte Vertreter staatlicher und lokaler Behörden, Fachleute, Technologieunternehmen sowie Wirtschaftsvertreter zusammen, um über die Entwicklung intelligenter Städte, die digitale Transformation öffentlicher Dienstleistungen und nachhaltige urbane Entwicklung zu diskutieren. Die Konferenz wurde vom Chefredakteur von Lider, Miodrag Šajatović, sowie vom Direktor des KAS-Büros, Dr. Norbert Eschborn, eröffnet. Beide haben die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor für die Entwicklung intelligenter urbaner Lösungen hervorhoben.
Im einleitenden Teil wurden Lösungen im Bereich Verkehr und Infrastruktur vorgestellt, die als Grundlage für Smart Cities gelten. Andro Pavuna von der Stadt Zagreb sprach über intelligente Verkehrslösungen und die Modernisierung des Systems zur Verkehrssteuerung. An der Podiumsdiskussion über Infrastruktur als Ökosystem nahmen Vertreter der Städte Zadar und Split sowie des Telekommunikationssektors und der Industrie teil. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung der Integration digitaler, energetischer und verkehrstechnischer Infrastruktur betont, mit besonderem Fokus auf Datenmanagement, Cybersicherheit und langfristige Planung.
Vertreter des Technologiesektors präsentierten Beispiele für das Management städtischer Vermögenswerte und Infrastruktur. In einer weiteren Diskussionsrunde über disruptive Technologien wurde die Rolle von künstlicher Intelligenz, fortgeschrittener Datenanalyse und digitalen Plattformen in der Stadtverwaltung erörtert. Es wurde hervorgehoben, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Datenanalyse die Entscheidungsfindung verbessern, Kosten optimieren und die Entwicklung personalisierter öffentlicher Dienstleistungen ermöglichen kann. Als Beispiele guter Praxis wurden Projekte zur Anwendung künstlicher Intelligenz im Management städtischer Systeme sowie die Entwicklung des Smart-City-Konzepts in Samobor vorgestellt.
Im zweiten Teil der Konferenz lag der Fokus auf Städten, die sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren. Vorgestellt wurden internationale Erfahrungen aus der portugiesischen Stadt Aveiro, in der ein urbanes Labor zur Erprobung neuer technologischer Lösungen entwickelt wurde. Ebenso wurde ein System der Business-Analytics im öffentlichen Verkehr präsentiert, das eine effizientere Planung der Mobilität ermöglicht. Ein weiteres zentrales Thema war die energetische Transformation von Städten. In der Podiumsdiskussion über nachhaltige Städte wurde die Rolle erneuerbarer Energien, der Energieeffizienz und intelligenter Energienetze erörtert, wobei besonderes Augenmerk auf die Finanzierung grüner Projekte und die Integration grüner Technologien in die Stadtplanung gelegt wurde.
Während der Konferenz wurden zudem internationale Beispiele für den Einsatz von räumlicher Intelligenz und künstlicher Intelligenz in der Stadtentwicklung sowie Projekte im Bereich der smarten Mobilität vorgestellt, darunter auch Systeme öffentlicher Fahrradverleihsysteme. Die abschließende Diskussionsrunde widmete sich dem menschenorientierten Urbanismus. Vertreter von Ministerien, Städten und der Städtevereinigung betonten die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Raumplanung, der Verfügbarkeit öffentlicher Dienstleistungen, von leistbarem Wohnraum sowie eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen bebauten und grünen Flächen. Hervorgehoben wurde, dass die Entwicklung von Smart Cities nicht nur technologische Lösungen umfasst, sondern auch die Schaffung urbaner Räume, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen und eine hohe Lebensqualität sowie eine nachhaltige Lebensweise fördern.