Veranstaltungsberichte

Hindernisse für Medienfreiheit in Südosteuropa

von Manuela Anastasova

KAS-Vortrag bei EU-Kommunikationsforum "Club of Venice"

Der Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, Christian Spahr, sprach über die Mediensituation und die Kommunikation von Regierungen in der Balkanregion auf der Vollversammlung des EU-Kommunikationsforums "Club of Venice" am 10. und 11. November 2016 in Venedig.

Der "Club of Venice" brachte erneut Kommunikationsexperten von EU-Institutionen und nationalen Regierungen zusammen, um Trends in der politischen Kommunikation und den Medienlandschaften in Europa zu diskutieren. Christian Spahr nahm an einer Podiumsdiskussion am zweiten Konferenztag teil.

Er erklärte Tendenzen in der Medienlandschaft Südosteuropas, unter anderem Veränderungen in der Informationskultur durch Online-Nachrichtenportale und Neugründungen unabhängiger Journalistenbüros. Zudem ging er auf das sinkende Vertrauen in die traditionellen Medien ein. "Neuartige Medienprojekte, vor allem im Netz, tragen zu mehr Transparenz in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei", so Spahr. Unter anderem stellte er die von der KAS gestartete Website "Balkanmedia" vor.

Der Leiter des Medienprogramms Südosteuropa erläuterte, dass die Medienfreiheit in der Region weiter sinke, und verwies auf entsprechende Erhebungen internationaler Organisationen. Diese Tendenz werde durch intransparente Besitzverhältnisse und Finanzierungsquellen der Medien verstärkt sowie durch eine ineffiziente Mediengesetzgebung und schwache Selbstregulierung. "Trotz einer fortschreitenden Integration in europäische Strukturen gibt es in Südosteuropa weiter starke Hindernisse für echte Medienfreiheit", sagte Spahr.

Eine intensivere Debatte mit Politikern und Medienakteuren über gesetzliche und berufliche Standards, journalistische Aus- und Weiterbildung sowie die Professionalisierung der politischen Kommunikation seien mögliche Ansätze zur Verbesserung der Mediensituation in der Region.