Veranstaltungsberichte

Berufliche Perspektiven junger Nachwuchsführungskräfte in der öffentlichen Verwaltung

Diagnóstico, retos y oportunidades

In Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Netzwerk junger Staatsbediensteter und der Stiftung Rafael Preciado Hernández organisierte die KAS am 1. Oktober 2011 ein Forum zum Thema der beruflichen Chancen und Herausforderungen für junge Nachwuchsführungskräfte in der öffentlichen Verwaltung.

In einem einleitenden Vortrag forderte Ricardo Lavín Salazar, Vorsitzender des Netzwerks junger Staatsbediensteter, eine stärkere Qualifizierung von Nachwuchskräften. Junge Menschen müssten seiner Ansicht nach in ihren Talenten gefördert und besser ausgebildet werden. So sei die Integration dieser auf dem mexikanischen Arbeitsmarkt erfolgversprechender. Einig waren sich in diesem Punkt auch Miguel Angel Carreón Sánchez, Direktor des Mexikanischen Jugendinstituts, sowie die Fraktionsvorsitzende der PAN in Mexiko Stadt, Mariana Gómez del Campo Gurza. Sie appellierten auf eine Verbesserung und Ausweitung der schulischen und universitären Ausbildung sowie auf bessere Möglichkeiten für die berufliche Weiterbildung von jungen Beschäftigten.

Im ersten Panel diskutierten José Francisco Landero Gutiérrez, Vorsitzender des Ausschusses für Jugend und Sport des Abgeordnetenhauses, als auch der Generalsekretär des Obersten Gerichtshofes, Rafael Coello Cetina, die beruflichen Möglichkeiten und Perspektiven für junge Nachwuchsführungskräfte in der Legislative und Judikative. Beide betonten, dass die Zahl der jungen Bediensteten, die hohe Ämter im Bereich der Parlamentsarbeit oder auch im rechtsprechenden Sektor des Staates bekleiden, noch sehr limitiert sei. Gleichwohl gebe es eine Vielzahl an Assistenzstellen, die durch junge Nachwuchskräfte besetzt seien. Dadurch hätten sie eine tragende Rolle inne, da sie durch ihre Zuarbeit an den legislativen Entscheidungsprozessen mitwirken. Salvador Vega Casillas, Minister des Sekretariats für den Staatsdienst in Mexiko, äußerte sich positiv über die Arbeitssituation junger Nachwuchskräfte in der öffentlichen Verwaltung. Das Anteilsverhältnis der verschiedenen Altersgruppen, die in diesem Sektor arbeiten sei ausgeglichen. Dies habe innovative und qualitativ hochwertige Arbeitsergebnisse zur Folge. Zusätzlich biete die öffentliche Verwaltung im Vergleich zur privaten Wirtschaft höhere Löhne sowie weitreichende Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Mit den Herausforderungen, denen die öffentliche Verwaltung in der politischen Aktualität Mexikos gegenüber steht und den möglichen Reformen zur Bewältigung von zukünftigen Problemen, beschäftigten sich die Referenten des zweiten Panels: José Antonio Ardavín Ituarte, Vorsitzender der OECD in Mexiko, Alfredo Botello Montes, Anwalt und Politiker in Mexiko, sowie Gerardo Aranda Orozco, Direktor der Stiftung Rafael Preciado Hernández.

Sie forderten unter anderem eine qualitative Verbesserung des Bildungs- und Schulwesens in Mexiko sowie eine noch effektivere Bekämpfung der nach wie vor anhaltenden „institutionalisierten Korruption“ und der mangelnden Transparenz staatlicher Institutionen. Nicht nur in diesen Punkten müssten Reformen greifen. Eine Arbeitsmarktreform, die den Einstieg ins Arbeitsleben erleichtern solle, sei ebenso wichtig wie die Rechenschaftspflicht für Institutionen des öffentlichen Sektors zu erweitern oder die Amtszeiten von Regierungsmandaten durch das Instrument der unmittelbaren Wiederwahl zu verlängern.