Veranstaltungsberichte

KAS-Community-Advocacy-Programm 2021

Auch 2021 fand wieder das Konrad-Adenauer-Stiftung-Community-Advocacy-Programm (KASCAP) für junge Menschen mit Beeinträchtigungen statt. Die Teilnehmenden lernten an acht Tagen mehr über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Im letzten Jahr hat die Konrad-Adenauer-Stiftung ein Programm für politische und wirtschaftliche Bildung, das sich speziell an junge Menschen mit Beeinträchtigungen richtet, in der Mongolei initiiert. Das KAS-Community-Advocacy-Program, kurz KASCAP, ist das erste und einzige seiner Art in der Mongolei. Menschen mit Beeinträchtigungen fällt es in der Mongolei oftmals schwer, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Denn, es ist nicht nur die fehlende Infrastruktur, die die Teilhabe erschwert. Neben fehlenden Rampen, Fahrstühlen und allgegenwärtigen Barrieren begegnen ihnen eine Vielzahl an Vorurteilen im Alltag. Unsichtbar zu sein und nicht zu stören, ist die Erwartung, die Beeinträchtigten oftmals entgegenschlägt. Sich politisch zu engagieren, sich aktiv für sich und andere einzusetzen, erscheint dann erstmal wie eine lebensfremde Utopie.

In diesem Jahr haben die 20 jungen Teilnehmenden an acht aufeinanderfolgenden Tagen mit 17 unterschiedlichen Dozierenden politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen diskutiert. Die Kommunikationsberaterin D. Oyunchimeg entwickelte mit jedem Teilnehmenden einen individuellen Kampagnenplan für ein Modelprojekt. Der bekannte Politikwissenschaftler E. Gerelt-Od führte die Gruppe in die Feinheiten und Herausforderungen des mongolischen Wahlsystems ein. B. Badamdash, Vorstandsvorsitzender der größten Mediengruppe der Mongolei und langjähriger Politikberater, berichtete von seinen langjährigen Erfahrungen im Innersten des mongolischen Politik- und Mediensystems.

Aufgrund der anhaltenden COVID-Pandemie fand die Seminarreihe in einem geschlossenen Veranstaltungsort außer Ulan Bators statt. Das Besondere: Durch barrierefreie Zimmer und Konferenzräume, Gebärdenübersetzer sowie Begleitassistenten konnte allen Teilnehmenden eine vollständige Partizipation ermöglicht werden. Teil des Programms war auch der Austausch mit den Absolventinnen und Absolventen aus dem letzten Jahr. Ziel ist es, dass sich alle Teilnehmenden zukünftig bei ihren gemeinsamen Herausforderungen gegenseitig unterstützen. Im letzten Jahr hatte die KAS zusammen mit dem mongolischen Arbeitsministerium erstmalig ein Policy-Papier mit Empfehlungen zur Barrierefreiheit veröffentlicht. In diesem Jahr richtet die KAS ein Forum aus, auf dem die Umsetzung des Papiers mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Behörden diskutiert werden wird. Auch die ersten Absolventinnen und Absolventen werden in diesem neuen Format ihre Ideen einbringen. So wird KASCAP bereits jetzt ein Teil des relativ neuen Strebens in der Mongolei, Barrierefreiheit auch legislativ zu verankern.