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Map of the Month

Die KAS-Karte des Monats

Publikationen

Beschlussentwürfe zu E-Commerce im Vorfeld der 14. WTO-Ministerkonferenz

Map of the Month 03/2026

Die 14. WTO-Ministerkonferenz (MK14) findet vom 26. bis 29. März in Yaoundé, Kamerun, statt. Im Jahr 2024 einigten sich die Mitglieder darauf, die „Praxis der Nichtanwendung“ von Zöllen auf elektronische Übertragungen bis zur MK14 oder bis zum 31. März 2026 (je nachdem, was zuerst eintritt) zu verlängern; dann läuft sie aus. Das sogenannte E-Commerce-Moratorium besteht seit 1998, doch dessen Verlängerung ist zunehmend umstritten. Angesichts der Bedeutung des digitalen Handels wünschen sich die meisten Mitglieder mehr Vorhersehbarkeit in der digitalen Wirtschaft. Basierend auf Entwürfen für Ministererklärungen und Eingaben an den Allgemeinen Rat der WTO, befürworten 139 Mitglieder eine Verlängerung des Moratoriums bis zur nächsten Ministerkonferenz und 19 Mitglieder sprechen sich sogar für ein permanentes Moratorium aus.

Pflichtbeiträge für regulären Haushalt der Vereinten Nationen in 2025 und 2026

Map of the Month 03/2026

Die Vereinten Nationen finanzieren sich in erster Linie durch die Pflichtbeiträge ihrer 193 Mitgliedstaaten zum regulären Haushalt und zum Haushalt für Einsätze zur Friedenssicherung. Der diesjährige reguläre Haushalt der Vereinten Nationen beläuft sich auf 3,45 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 7% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nur 55 Staaten hielten die in Artikel 3.5 der Finanzordnung festgelegte Frist von 30 Tagen (bis zum 8. Februar 2026) ein und entrichteten ihre Beiträge zum regulären Haushalt vollständig und fristgerecht. Dies entspricht 28% der gesamten UN-Mitgliedschaft und nur 27% der insgesamt fälligen Beiträge zum regulären Haushalt. Bis zum 20. März zahlten 93 Staaten ihre Pflichtbeiträge vollständig. Dies entspricht 47% aller UN-Mitgliedsstaaten und 39% der Beiträge für den regulären Haushalts. Aufgrund der Größe ihrer Volkswirtschaft haben die Vereinigten Staaten aktuell die höchsten Beiträge (22%) zu entrichten, dicht gefolgt von China mit 20%. Die Zahlungen beider Staaten steht aktuell noch aus. Japan liegt mit 6,9% an dritter Stelle, gefolgt von Deutschland mit ca. 5,7% sowie dem Vereinigten Königreich und Frankreich mit jeweils rund 4%. Bereits Ende Januar hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres gewarnt, dass der Organisation bis Juli ein finanzieller Zusammenbruch drohen könnte, sollten die ausstehenden Beiträge nicht rechtzeitig gezahlt werden. Im Jahr 2025 belief sich der reguläre Haushalt auf 3,72 Milliarden US-Dollar, doch nur 49 Mitgliedstaaten (25%) zahlten ihre Beiträge zum regulären Haushalt vollständig und fristgerecht. Zum 30. Dezember 2025 hatten lediglich 151 Mitgliedstaaten (78%) ihre Beiträge zum regulären Haushalt vollständig gezahlt, oft auch verspätet, sodass die Mittel nicht mehr implementiert werden konnten. Zusammen mit den Zahlungsrückständen der Mitgliedsstaaten waren zum Jahresende 2025 1,5 Milliarden US-Dollar ausstehend – ein Rekordwert. 

Unterstützer multilateraler Zusammenarbeit zu Menschenrechten, 58. und 61. UN-Menschenrechtsrat

Map of the Month 03/2026

Während der 61. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats gab Albanien im Namen einer Kerngruppe (Niederlande, Albanien, Chile, Kenia und Kirgisistan) eine gemeinsame Stellungnahme im Namen von 91 Staaten ab, in der sie ihr „Bekenntnis zur multilateralen Zusammenarbeit im Bereich der Menschenrechte“ bekräftigten. Sie baute auf eine gemeinsame Stellungnahme zum gleichen Thema auf, welche von derselben Gruppe (ohne Kenia) auf der 58. Ratssitzung im März 2025 abgegeben worden war. Damals wurde sie von 71 Staaten unterstützt. Die diesjährige Stellungnahme erhielt die Unterstützung von 91 Staaten, wobei sich mehrere Länder aus der afrikanischen und der asiatisch-pazifischen Gruppe anschlossen (hellviolett). Vergleicht man die Unterstützung, so stützten 66 Staaten beide Erklärungen (dunkelviolett). Nur fünf Länder setzten ihre Unterstützung in 2026 nicht fort (dunkelgrau). Der Wortlaut der jüngsten Stellungnahme ist dem der ersten sehr ähnlich. Die Staaten verpflichten sich u.a. dazu „ein multilaterales System zu wahren, welches das Völkerrecht, die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit achtet“, „in gutem Glauben mit dem OHCHR, dem Menschenrechtsrat und seinen Mechanismen sowie anderen menschenrechtsbasierten Mechanismen zusammenzuarbeiten und deren Unabhängigkeit zu wahren“ oder „der Sicherung einer angemessenen, vorhersehbaren und nachhaltigen Finanzierung für den Menschenrechtspfeiler der Vereinten Nationen Vorrang einzuräumen“. 

Freiwillige Beiträge für das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) im Jahr 2025

Map of the Month 02/2026

Anfang Februar stellte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk den Finanzierungsaufruf seines Büros für das Jahr 2026 vor und warnte, dass sich die Welt angesichts der zunehmenden Krisen kein Menschenrechtssystem in der Krise leisten könne. Der klare Appel erging auch vor dem Hintergrund dessen, dass sich das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) im Jahr 2025 wie viele andere UN-Organisationen mit einer „finanziellen Schockwelle“ konfrontiert sah. Es ergab sich eine Finanzierungslücke von gut 65 Millionen USD sowohl durch fehlende Beiträge aus dem regulären Haushalt der UN als auch den freiwilligen Beiträgen der Mitgliedsstaaten. Die freiwilligen Beiträge machten mit 262 Millionen USD rund 60% der Einnahmen des OHCHR aus (rund 60 %). Die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten allein trugen 60 % aller freiwilligen Beiträge bei. Deutschland war mit 29 Mio. USD der zweitgrößte Geber. Traditionell waren die Vereinigten Staaten der größte Gelber. Im Jahr 2024 leisteten sie noch einen Beitrag von 36 Millionen USD. Im vergangenen Jahr gingen die freiwilligen Beiträge der USA jedoch auf null zurück. Mehrere Missionen zur Beobachtung der Menschenrechtssituation in verschiedenen Ländern, Dialoge und Länderbesuche der Vertragsorgane oder der Sonderberichterstatterinnen und -berichterstatter konnten so im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Selbst die vom UN-Menschenrechtsrat beauftragten Untersuchungskommissionen konnten ihre Mandate nicht vollständig erfüllen. Das Büro selbst verlor rund 300 Mitarbeiter (von insgesamt 2.000, ca. 15 %) und war gezwungen, seine Präsenz in 17 Ländern einzustellen oder radikal zu reduzieren.

Unterstützung für 39. Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats zum Iran sowie Abstimmungsergebnis zu entsprechender Resolution

Map of the Month 01/2026

Am 23. Januar 2026 hielt der UN-Menschenrechtsrat seine 39. Sondersitzung zur sich verschärfenden Menschenrechtslage in der Islamischen Republik Iran ab, nachdem landesweite Proteste, welche am 28. Dezember 2025 ausgebrochen waren, mit einer erheblichen Eskalation der Gewalt beantwortet worden waren. Die Karte veranschaulicht welche Staaten die Einberufung der Sondersitzung am 19. Januar 2026 unterstützten. Offiziell beantragt wurde sie von Island, Deutschland, Nordmazedonien, der Republik Moldau und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland beantragt. Sie wurde von 21 Mitgliedstaaten des Menschenrechtsrats und 30 Beobachterstaaten unterstützt. Während der Sitzung wurde eine Resolution mit 25 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen (China, Kuba, Indien, Indonesien, Irak, Pakistan und Vietnam) und 14 Enthaltungen verabschiedet, welche die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste aufs Schärfste verurteilt. Sie hatten zum Tod von Tausenden von Menschen, darunter auch Kindern, geführt. Die Resolution verlängerte zudem das Mandat der Unabhängigen Internationalen Faktenfindungsmission (FFM) zum Iran um zwei Jahre sowie das Mandat der Sonderberichterstatterin zur Lage der Menschenrechte in Iran um ein Jahr. Außerdem forderte sie eine dringende Untersuchung der FFM zu den Vorwürfen der jüngsten und anhaltend schweren Menschenrechtsverletzungen und -verstößen sowie zu den Verbrechen im Zusammenhang mit den am 28. Dezember 2025 begonnenen Protesten, auch im Hinblick auf mögliche künftige Gerichtsverfahren.

Kongruenzen im Abstimmungsverhalten mit Deutschland und China im UN-Menschenrechtsrat 2025

Map of the Month 01/2026

Die Karte des Monats illustriert das Abstimmungsverhalten der Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats im Vergleich zu Deutschland und zu China im Jahr 2025. Während der drei regulären Sitzungen wurden 92 Resolutionen verabschiedet. Deutschland unterstützte 13 der 25 Resolutionen (52 %), die erst nach einer Abstimmung angenommen wurden. Eine weitere Resolution, welche darauf abzielte, das Mandat des Sonderberichterstatters für die Menschenrechtslage in Eritrea zu beenden, wurde durch eine Abstimmung abgelehnt. Sie ist von der Übersicht ausgenommen. Bulgarien stimmte insgesamt am häufigsten mit Deutschland überein, eng gefolgt von Albanien, Tschechien, Nordmazedonien und Rumänien. Nur einmal stimmten Algerien, Bangladesch, China, die DR Kongo, Indonesien, Kuwait und der Sudan stimmten mit Deutschland überein. Von allen mittel- und südamerikanischen Ratsmitgliedern stimmten Chile, Costa Rica, die Dominikanische Republik und Mexiko am häufigsten mit Deutschland ab; von den afrikanischen Staaten taten dies Malawi, Ghana, Gambia und Marokko. 

Beiträge und Empfänger für humanitäre Hilfe weltweit im Jahr 2025

Map of the Month 12/2025

Das Jahr 2025 war ein einschneidendes Jahr für Humanitäre Hilfe weltweit. Insgesamt gingen lediglich 25.89 Mrd. USD an Geldern ein. Obgleich die USA mit fast 3,7 Mrd. USD (14,2% aller Mittel) noch immer größter Geber waren, gaben sie 10,5 Mrd. weniger als noch zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Zu den anderen Top-10-Gebern zählten die Europäische Kommission (12,3 %), Katar, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Deutschland, Japan, Schweden und Kanada. Die 10 größten Geber steuerten zusammen circa 19 Mrd. USD bei, was fast 72% des Gesamtbetrags entspricht. Neben den USA kürzten auch andere traditionelle Top-Geberländer ihre Mittel, darunter Frankreich, Deutschland, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Die drastische Kürzungen zwangen humanitäre Organisationen dazu, ihre  Hilfe für Menschen in Krisensituationen stark zu reduzieren. Es kam zur Einstellung von Programmen, der Schließung von Büros und der Entlassung von Tausenden von Mitarbeitern. Der Großteil der Mittel floß in die besetzten palästinensischen Gebiete. Dennoch konnten damit nur 61 % des entsprechenden Bedarfs gedeckt werden und dies trotz der offiziell deklarierten Hungersnot. Zu den weiteren Empfängerländern unter den Top 10 gehörten Syrien, Sudan, Ukraine, Jemen, Afghanistan, Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien und der Libanon. Die größte humanitäre Krise im Jahr 2025 war im Sudan, wo 30,4 Millionen Menschen (von insgesamt 46,8 Millionen Einwohnern) humanitäre Hilfe benötigten. Auch hier wurde im vergangenen Jahr in Teilen des Landes eine Hungersnot ausgerufen. Aufgrund der Kürzungen der Finanzmittel wurden jedoch nur 39 % des humanitären Hilfsplans gedeckt.

Unterstützung für 38. Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats zur Situation um El-Fasher im Sudan

Map of the Month 11/2025

Am 5. November beantragte das Vereinigte Königreich im Namen von 23 Mitgliedstaaten des UN-Menschenrechtsrates sowie und 31 Beobachterstaaten die Abhaltung einer Sondersitzung, um die Menschenrechtslage in und um El Fasher im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt im Sudan zu erörtern. Die Karte zeigt die Länder, welche die Sondersitzung entweder als Mitglieder oder als Beobachter unterstützten. Während der 38. Sondersitzung, die am 14. November abgehalten wurde, verabschiedete der Rat ohne Abstimmung eine Resolution, in welcher er die Berichte über die Gräueltaten scharf verurteilte, seine Besorgnis über die Hungersnot zum Ausdruck brachte und die Unabhängige Internationale Faktenfindungsmission (FFM) für den Sudan aufforderte, eine dringende Untersuchung der jüngsten mutmaßlichen Verstöße gegen das Völkerrecht in und um El Fasher durchzuführen. Darüber hinaus wurde die FFM beauftragt, soweit möglich alle Personen zu identifizieren, bei denen begründeter Verdacht besteht, dass sie dafür verantwortlich sind. Darüber hinaus verurteilte die Resolution alle Formen externer Einmischung und erinnert an die Einhaltung des bestehenden Waffenembargos gegen Darfur.

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Über diese Reihe

Die "Map of the Month", eine neue Reihe des Multilateralen Dialogs Genf der Konrad-Adenauer-Stiftung, illustriert im Monatsrhythmus mit Hilfe von Karten globale Trends und die Rolle Deutschlands und Europas in der Welt.
Andrea Ellen Ostheimer
Andrea Ostheimer
Leiterin des Multilateralen Dialogs Genf
andrea.ostheimer@kas.de +41 79 318 9841