Veranstaltungsberichte

Sachsen - Polen - Russland

von Stephan Georg Raabe

Einführung zur Rede Rede des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich

Einführung

Vortrag von Ministerpräsident Stanisław Tillich am 15.09.2008 in Warschau

Einführung von Stephan Raabe

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Lieber Herr Tillich!

Sehr geehrter Herr Prof. Holst!

Sehr geehrte Abgeordnete und Vertreter der Botschaften!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!

Im Namen der Konrad-Adenauer-Stiftung in Polen und der Firma Verbundnetz Gas AG Leipzig begrüße ich Sie ganz herzlich zum heutigen Vortrag und zur Diskussion.

Vor 325 Jahren, also im Jahre 1683, schlug der polnische König Jan Sobieski vor Wien die Türken. Für Polen bedeutete dieser große Sieg jedoch keine Stärkung. Der englisch Historiker Norman Davis schreibt in seiner Geschichte Polens „Im Herzen Europas“ (Zitat):

„Sobieski züchtigte die Türken, vermochte aber nicht seiner eigenen Untertanen Herr zu werden.“

1697, nur 14 Jahre später, wurde der sächsische Kurfürst August II. – genannt der Starke – zum polnischen König gewählt. Mit einer Unterbrechung von 4 Jahren folgte für Polen die Zeit der sächsischen Könige, die fast 60 Jahre dauerte.

Norman Davis schreibt, der kulturelle und wirtschaftliche Verfall Polens habe in der Sachsenzeit den Tiefpunkt erreicht. Unter den Sachsenkönigen „war das, was Warschau unternahm, von Dresden abhängig, und was Dresden tat, war abhängig von den Entscheidungen St. Petersburgs“, also Russlands. Die vereinigte Republik Polen-Litauen war fremder Interessen untergeordnet, was am Ende zu den Teilungen Polens führte.

Heute, knapp 250 Jahre später, hat sich die Lage grundlegend positiv gewandelt, auch wenn wir erneut skeptisch auf Russland blicken. Polen ist frei und selbständig. Es gehört als gleichberechtigtes Mitglied der Nato und EU an. Polen sucht gemeinsam mit seinen Partner nach geeigneten Antworten auf die heutigen Herausforderungen, dazu gehören die aktuellen Entscheidungen und Ansprüche Russlands.

Mit Stanislaw Tillich ist heute ein Sachse zu Gast, den als als Sorbe, als Katholik und als christdemokratischer Politiker einiges mit Polen verbindet.

Stanislaw Tillich wurde 1959 in Sachsen geboren. Mit Ehefrau Veronika Tillich hat er zwei erwachsene Kinder.

Er schloss ein Studium an der Technischen Universität Dresden als Diplomingenieur ab und war unter anderem als selbstständiger Unternehmer tätig.

Stanislaw Tillich gehörte 1990 der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an. Seit 1994 war er Mitglied des Europäischen Parlaments. Seit Oktober 2004 ist er Mitglied des Sächsischen Landtages.

Seit 1999 war Stanislaw Tillich als Minister des Freistaates Sachsen tätig, zuletzt als Finanzminister. Seit Mai 2008 ist Stanislaw Tillich Ministerpräsident des Freistaates Sachsen und Vorsitzender der CDU in Sachsen.

Herr Premier, wir freuen uns über Ihren Besuch in Warschau und auf Ihre Rede.