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Policy Reports

Neue Narrative der Nation

von Nicolas Reeves

Geschichtsschreibung und nationale Identitätsbildung in Saudi-Arabien

Heutzutage werden in Saudi-Arabien nationale Identität und Geschichte neu gedacht und geschrieben. Hauptaugenmerk dieses Prozesses ist die Einschränkung der Rolle des Predigers Mohammed bin Abd al-Wahhab und seiner wahhabitischen Nachfolger bei der Gründung und Ausdehnung des Staates. Allerdings ist dieses Ausklammern des Gründervaters des Wahhabismus und der Fokus der offiziellen Geschichtserzählung auf die Herrscherfamilie Al Saud nicht so schwarz-weiß, wie oft beschrieben. Dieser Politikbericht erklärt wie, warum und unter welchen Umständen die saudische Geschichtserzählung sich unter der Vision 2030 verändert. Der Beitrag argumentiert, dass das neue Saudi-Arabien weniger auf ein von oben bestimmtes, allumfassendes Entstehungsnarrativ der Nation setzt, und stattdessen Räume für eine Vielfalt von Geschichtserzählungen von unten schafft.

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Saudi-Arabien erlebt gegenwärtig einen weitreichenden gesellschaftlichen Umbruch. Im einst erzkonservativen Königreich fahren Frauen jetzt Auto während weltberühmte Sänger wie David Guetta und Jennifer Lopez vor vollem Publikum die Bühnen des Landes betreten. Vor der Verkündung der Reformagenda Vision 2030 fast zehn Jahre zuvor war noch alles anders: nur Männer durften einen Führerschein erwerben, Kinos und Konzerte waren verboten und die Sittenpolizei griff auf den Straßen streng durch, um die stringente Auslegung des wahhabitischen Islams der religiösen Führung durchzusetzen.

Heutzutage erreicht das Umdenken der Gesellschaftspolitik sogar die offizielle Erzählung der Geschichte Saudi-Arabiens. Diese Erzählung begann einst mit einem Pakt zwischen dem Emir Mohammad bin Saud, Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater des jetzigen Königs Salman bin Abdulaziz Al Saud, und dem Prediger Mohammad bin Abd al-Wahhab, dem Gründervater des Wahhabismus, im Jahre 1744. Der seit 2022 gefeierte saudische Gründungstag greift diesem Ereignis allerdings um 17 Jahre vor. Statt 1744 gedenkt der Founding Day dem Jahr 1727 – eben jenem, in dem Emir Mohammad bin Saud den Thron in der Festungsstadt Diriyah am Rande der heutigen Hauptstadt Riad bestieg.

Diese Anpassung der Nationalgeschichte unterstützt die Umstrukturierung des politischen Machtgefüges des Königreichs, die Kronprinz Mohamad bin Salman, genannt MbS, seit seinem Amtsantritt 2017 vorantreibt. Eines der Hauptziele von MbS ist die Einschränkung der Macht des wahhabitischen Klerus, dem langjährigen Regierungspartner der Herrscherfamilie Al Saud. Neben der Herabstufung der Wichtigkeit des Jahres 1744 zeigen auch andere Beispiele, wie konsequent der Status des religiösen Establishments degradiert wird. 2016 entzog der Staat der Sittenpolizei ihre Vollzugsbefugnisse; 2019 entschuldigte sich der prominente Kleriker Ayed al-Qarni öffentlich für die Fehler der strikten, erzkonservativen Jahre der islamischen Sahwa [Periode des Erwachens] von 1979 bis 2015. Zudem erklärte al-Qarni seine enthusiastische Unterstützung des neuen „moderaten Islam“ des Kronprinzen.1

Allerdings existieren neben der harten Beseitigung der Kernmerkmale der Sahwa-Zeit und Umschulung seiner prominentesten Befürworter auch Beispiele der Kontinuität im neuen Saudi-Arabien. Besonders im Bereich der Geschichte ist dieser Kontrast zu erkennen. Trotz der Einführung einer angepassten Entstehungsgeschichte des Staates in den letzten Jahren bleiben wichtige Orte im Königreich dem traditionellen Narrativ treu.

Anhand von zwei Fallbeispielen, die diese Gleichzeitigkeit zwischen Wandel und Kontinuität hervorheben – dem Nationalmuseum und dem Diriyah-Geschichtsmuseum in Riad – erklärt dieser Politikbericht wie, warum und unter welchen Umständen die saudische Geschichtserzählung sich unter der Vision 2030 verändert. Der Beitrag argumentiert, dass das neue Saudi-Arabien weniger auf ein von oben bestimmtes, allumfassendes Entstehungsnarrativ der Nation setzt, und stattdessen Räume für eine Vielfalt von Geschichtserzählungen von unten schafft. Somit ändert der Staat nicht nur die Definition dessen, was als saudische Geschichte zählt, sondern erweitert zudem den Kreis derjenigen, die befugt sind, sie zu erzählen. Diese Diversität bedeutet, dass sich die Herrscherfamilie Al Saud – anders als zuvor – kontextbasiert von verschiedenen Narrativen legitimieren lassen kann. Gleichzeitig stellt der neue Status normaler saudischer Staatsbürger als Erzähler der Geschichte ihres Landes sicher, dass die nun im öffentlichen Raum willkommenen Biografien ihrer Großväter und Urgroßväter zur Zementierung der saudischen Nation als historisch tief verwurzelte Zivilisation in der arabischen Welt beitragen.

Von der Charta von Medina zum Bündnis von Diriyah

Ein Ausflug vom Ortsteil Olaya, wo Matcha und Mokka trinkende Männer und Frauen ein beeindruckendes Bild vom neuen Saudi-Arabien vermitteln, in das nahegelegene Nationalmuseum in al-Murabba transportiert Besucher zurück in die Zeit vor der Vision 2030. Das 1999 eröffnete Nationalmuseum nimmt einen auf eine Reise durch die Geschichte der arabischen Halbinsel, die in der Ära vor dem Islam anfängt und mit der Gründung des Königreichs Saudi-Arabien 1932 aufhört. Vor allem steht dabei ein Motiv im Vordergrund: die Rolle des reinen, unverfälschten Islams als Grundstein von politischer Einigkeit in Arabien.

Im Erdgeschoss berichtet die Ausstellung über „das Zeitalter der Konflikte“ (siehe Abbildung 1). Als die Königreiche Himyar und Kindah zusammenbrachen, fingen die Stämme der arabischen Halbinsel an, sich gegenseitig zu bekriegen, angeheizt durch die Einmischung ausländischer Mächte. Nachdem eine Rolltreppenfahrt in die Oberetage den Besucher buchstäblich aus dieser Konfliktepoche heraushebt, erfährt er, wie Sicherheit und Ordnung wieder hergestellt wurden: Anfang des 7. Jahrhunderts brachte die Botschaft des Propheten Mohammads eine Rückkehr vom Polytheismus zum Monotheismus, sowie auch von politischer Spaltung zur Einigkeit. Im islamischen Arabien „traten sie mit Begeisterung in die Religion Gottes ein, was zu einer Veränderung ihres Lebensstils führte – von der Stammesvielfalt zur Einheit der islamischen Gesellschaft, von der Verehrung von Götzen und falschen Göttern…zur Verehrung von Allah, dem einen, unteilbaren Gott“.2

Sinnbildlich für diese Transformation steht die prominent ausgestellte Erläuterungstafel zur Charta von Medina, die der Prophet nach seiner Flucht aus Mekka als Gemeindeordnung für die Einwohner seiner adoptierten Heimatstadt entwarf (siehe Abbildung 2). Die Charta zeichnet sich darin aus, dass sie die Idee einer religiös geprägten Umma ins Leben ruft, welche die Verantwortungen der Gläubigen des Islams untereinander über ihre Pflichten gegenüber ihren Stammesgenossen stellt.

Das Motiv der Religion als Bindemittel wiederholt sich mit der Beschreibung des Bündnisses von Diriyah aus dem Jahr 1744. Zur Zeit der Machtübernahme des Emirs – auch genannt Imam – Mohammad bin Saud 1727 war Diriyah „nur eine von vielen Ortschaften im Nadschd, die untereinander um Macht konkurrierten“.3 Eine drei Meter hohe, hinterleuchtete Tafel in einem gesonderten Raum erklärt die Entstehung des Paktes, der Diriyah zur mächtigsten Stadt des Nadschd und der arabischen Halbinsel machte:

„Der Emir Mohammad bin Saud sagte zum Scheich Mohammad bin Abd al-Wahhab, ‚Ich verkünde dir frohe Botschaft eines Landes, das besser ist als dein Land, und ich gebe dir Stärke und Schutz‘.

Daraufhin sagte der Scheich zu ihm, ‘Und ich verspreche dir Stärke und Ermächtigung, und dies sind die Worte es gibt kein Gott außer Allah. Der, der diesen Worten treu bleibt, sie ausübt und triumphieren lässt, wird mit ihnen über Land und Leute herrschen‘. (…) Danach erzählte er ihm von dem, was die Einwohner des Nadschd derzeit taten, von ihrem Vergehen, indem sie dem allmächtigen Gott Partner zur Seite stellten, von bid‘ah [religiöser Neuerfindung], von Unstimmigkeit, Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

Als der Emir Mohammad die Bedeutung der Einigkeit Gottes wahrnahm und über ihre religiösen und weltlichen Vorteile erfuhr, sagte er zum Scheich, ‚Oh Scheich, wahrlich ist dies die Religion Gottes und seines Gesandten, daran besteht kein Zweifel. Ich verspreche, dich und das, was du befiehlst, zu unterstützen‘. (…) Danach reichte Mohammad dem Scheich die Hand und schwor ihm Treue in der Religion Gottes und seines Gesandten, im Dschihad für Gottes Sache und in der Aufrechterhaltung der islamischen Gesetze sowie im Gebot des Guten und im Verbot des Bösen“. (siehe Abbildung 3)

Der Text kombiniert die Darstellung dieser Begegnung von den Historikern Ibn Bishr und Ibn Ghannam, zwei Zeitgenossen der beiden Bündnispartner, die heute zu den bedeutendsten Chronisten des ersten und zweiten saudischen Staates zählen.4 Gemäß der Wiedergabe ihrer Texte im Museum waren Ibn Saud und Ibn Abd al-Wahhab nicht nur Partner auf Augenhöhe. Ganz im Gegenteil verdeutlicht die Tafel die Macht des Predigers, dem der Emir seine Treue schwört und dessen Botschaft er folgt.

Über das Bündnis von Diriyah hinaus offenbart der Rest der Ausstellung die Zentralität der wahhabistischen Bewegung zum traditionellen Selbstverständnis des saudischen Staates und der Verbreitung seiner Macht. Die „Soldaten der Einheit Gottes,“ berichtet eine Tafel, „brachen von Diriyah auf und trugen die Botschaft der Reform zu allen Ecken der arabischen Halbinsel“.5 Wie einst die ursprüngliche Botschaft des Islams in Arabien Sicherheit und Ordnung wiederherstellte, gelang es dem Vorgängerstaat des modernen Saudi-Arabiens, „diejenigen auszurotten, die sich außerhalb der Grenzen des Gehorsams gegenüber dem Herrscher und dem Gesetz befanden, welche die Wüste beherrschten“.6

Das Nationalmuseum verdeutlicht die Überzeugungskraft der traditionellen Entstehungsgeschichte des saudischen Staates als Mittel zur Legitimierung einer politischen Ordnung, die ihre Daseinsberechtigung hauptsächlich aus wahhabistisch-salafistischen Repertoires schöpfte. Mohammad bin Abd al-Wahhabs Aufruf zur Rückkehr zum ursprünglichen Islam unterfütterte die territoriale Ausweitung der Macht der Familie Al Saud mit Überzeugungskraft und ermöglichte zudem die Herstellung einer direkten Parallele zwischen dem islamischen Staat des Propheten Mohammad und seinem implizierten saudischen Nachfolger. Diese Tatsache unterstreicht, dass das Narrativ im Nationalmuseum eine allumfassende legitimierende Erzählung ist. Sie erzählt nicht nur, dass die Familie Al Saud ihre Macht über die arabische Halbinsel ausweitete, sondern auch wie und warum. Somit gibt diese traditionelle Erzählung nicht nur die Geschichte der Herrscher des Landes wieder, sondern bereitet einer Vielzahl von saudischen Staatsbürgern – insbesondere sunnitischen Männern – die Möglichkeit, sich durch ihre Treue zur Botschaft des Prediger-Scheichs Mohammad bin Abd al-Wahhab in das Gefüge der Nation einzubinden, wie es einst Mohammad bin Saud und die ursprünglichen „Soldaten der Einheit Gottes“ taten.

Al Saud-Exklusivität im ‚entscheichten‘ Diriyah

Im Nationalmuseum widerspricht die auf der Botschaft des Scheichs Mohammad bin Abd al-Wahhab beruhende Gründungsgeschichte den Versuchen von MbS, in der Gegenwart eine neue nationale Identität jenseits des Einflusses des Wahhabismus zu prägen. Das Festhalten am Narrativ im „offiziellen Museum des Königreichs“ scheint daher eine vertane Chance zu sein, an einem wichtigen Ort der historischen Vermittlung die Verbreitungskraft dieser umfassenden und überzeugenden Darstellung einzudämmen.7 Dieser Eindruck verfestigt sich an anderen Orten der offiziellen Geschichtserzählung. Diese entfernen zwar einerseits Ibn Abd al-Wahhab erfolgreich aus dem Bild, stehen andererseits aber vor der Schwierigkeit, eine Ersatzerzählung für die Geburt des Staates zu entwerfen, die dem Volk eine ähnliche Identifizierungskraft bietet.

Ein Musterbeispiel dafür ist Diriyah, Gründungsort des ersten saudischen Staates. Die ehemalige Festungsstadt am Rande der heutigen Hauptstadt ist Schauplatz eines weitreichenden, milliardenschweren Projekts, das darauf abzielt, das Areal in das Kultur- und Tourismuszentrum Riads zu transformieren. Die Kernstücke dieser Initiative sind die Ortsteile al-Turaif und al-Budschairi, die an gegenüberliegenden Ufern des Wadi Hanifah liegen.

Bei der Renovierung dieser beiden Stadtteile verfolgt die Diriyah Gate Development Authority zwei unterschiedliche Ansätze. In al-Turaif fungieren einerseits die vorsichtig restaurierten Ruinen der ehemaligen Paläste der Familie Al Saud seit 2022 als Freilichtmuseen und Denkmäler des ersten saudischen Staates. Das ‚Giga-Projekt‘ al-Budschairi andererseits entkoppelt diesen Ortsteil von seiner historischen Signifikanz als Wohnsitz von Mohammad bin Abd al-Wahhab und seinen Anhängern. Stattdessen stehen dort die Luxusrestaurants der Bujairi Terrace, in denen renommierte Chefköche kulinarisches bid‘ah betreiben, indem sie innovative Neuinterpretationen traditioneller Gerichte aus Saudi-Arabien und der ganzen Welt servieren (siehe Abbildung 4). An den fundamentalistischen Prediger erinnert hingegen nur noch seine Moschee, die abseits der Touristenströme in der Nähe eines Seiteneingangs zum Gelände liegt.

Kurz nach Betreten der UNESCO-Weltkulturerbestätte al-Turaif bietet das Diriyah-Geschichtsmuseum eine Einführung in den ersten saudischen Staat. Im Gegensatz zum Nationalmuseum sucht man an diesem Ort allerdings die Spuren des Scheichs Mohammad bin Abd al-Wahhab vergeblich. Stattdessen erzählt das Diriyah-Museum die Geschichte des ersten saudischen Staates anhand der Genealogie seiner Herrscher.

Den Ton gibt der prominent platzierte Stammbaum der Familie Al Saud am Eingang des Museums an (siehe Abbildung 5, links). Am Fuße dessen steht der Name Mani‘ al-Muraidi, der acht Generationen vor Mohammad bin Saud auf Einladung seines Verwandten und dortigen Herrschers Ibn Diri’ von der Ostküste der arabischen Halbinsel in den Nadschd zog, sich dort niederließ und Land kaufte, das er später seinem Stammesbruder zu ehren ‚Diriyah‘ taufte. Somit verdeutlicht die Ausstellung von Anfang an, dass der Status von Al Saud als eines der Herrscherfamilien des Nadschd nicht nur bis 1744 oder 1727 zurückreicht, sondern bereits drei Jahrhunderte früher begann.

Die Ausstellung auf der anderen Seite des Stammbaums folgt einem ähnlichen Muster. Das Museum erzählt die Geschichte des ersten saudischen Staates anhand der Biografien seiner Al Saud-Herrscher: erst Imam Mohammad bin Saud, dann Imam Abdulaziz bin Mohammad bin Saud, dann Imam Saud bin Abdulaziz und schließlich Imam Abdullah bin Saud. In einem sachlichen Ton beschreiben Zusammenfassungen der Regierungszeiten der vier Al Saud-Emire die territorialen Eroberungen oder Verluste, die während ihrer Regentschaft stattfanden. Im Gegensatz zum Nationalmuseum wenden sie sich allerdings von metaphysischen Erklärungsansätzen für diese Ereignisse dezidiert ab. Stattdessen betonen sie die weltlichen Errungenschaften des Staatsaufbaus auf Erden. Unter Imam Abdulaziz bin Mohammad erlebte zum Beispiel „der Staat den Höhepunkt der Ausdehnung seines Einflusses über den Großteil der Arabischen Halbinsel“. Zu diesem Erfolg trug bei, dass „der Imam den Staatsapparat vervollständigte, eine Staatskasse einrichtete, die Streitkräfte des saudischen Staates organisierte und für eine geordnete Verwaltung der Fürsten der Gemeinden und Bezirke sorgte“ (siehe Abbildung 5, rechts).

Am Ausgang der Ausstellung begegnet der Besucher wieder dem Al Saud Stammbaum, der nun in ein dichtes Blätterdach mündet. Die belaubten Äste sind bestückt mit den Namen der gegenwärtigen Prinzen – und Prinzessinnen – der verschiedenen Zweige der saudischen Königsfamilie. Somit bekräftigt das Diriyah-Museum vor allem eine Nachricht: das Erbe Saudi-Arabiens ist die Genealogie der Familie Al Saud. Die Entstehungsgeschichte des Staates lässt sich anhand der Errungenschaften der Emir-Imame erzählen, deren Nachfolger die heutigen Herrscher des Königreichs sind.

Hiermit verdeutlicht sich auch der Unterschied zwischen der traditionellen Gründungsgeschichte und dieser neuen Version. Die Darstellung im Diriyah-Museum lässt keinen Zweifel daran, dass Saudi-Arabien das Land von Al Saud ist. Damit klammert diese Erzählung nicht nur den Sheikh Mohammad bin Abd al-Wahhab aus der Entstehungsgeschichte aus, sondern auch die Bürger des jungen Staates selbst. Zwischen den Blättern des Al Saud-Stammbaums und den Errungenschaften der berühmtesten Söhne des Herrscherhauses kommen im neuen Narrativ von Diriyah keine „Soldaten der Einheit Gottes“ als religiöse Anknüpfungspunkte für die breite Bevölkerung vor.

Zwar fühlten sich 2015 viele Saudis nicht mehr von dem alten Narrativ vertreten – schließlich ermöglichte die erzkonservative Auslegung des sunnitischen Islams, die mit dieser Erzählung einherging, zu wenige Entfaltungsmöglichkeiten für die überwiegend junge Bevölkerung des Königreichs. Nichtdestotrotz stellte diese politische Geburtsgeschichte den Staat als Land einer Idee dar, mit der sich das Volk wahlweise identifizieren konnte oder auch nicht. Eine Wahl dieser Art bietet das Diriyah-Museum nicht an. Ganz im Gegenteil ersetzt hier eine Erzählung von familienbasierter Exklusivität die große, einigende Idee von einst.

Die saudische Nation schreibt ihre Geschichte selbst

Im Zeitalter der Vision 2030, die das Ziel einer ehrgeizigen Nation anstrebt, ist es paradox, dass die Gründungsgeschichte am mythischen Ort der nationalen Geburt Antworten auf die Fragen des saudi-arabischen wer und wie anbietet, die sich exklusiv auf die Vorfahren der heutigen Herrscher des Königreiches beziehen. Im Gegensatz zum Nationalmuseum bleibt hingegen die Frage des nationalen warum in Diriyah unbeantwortet.

Auf den Bühnen von al-Turaif und al-Murabba liefert der neugemünzte saudische Nationalismus also einen rätselhaften Auftritt. Einerseits zeigt das Nationalmuseum, dass saudische Staatsgelder nach wie vor die Wiedergabe der traditionellen Entstehungsgeschichte an öffentlichen Orten finanzieren. Andererseits offenbart al-Turaif, dass Versuche, diese Erzählung zu ersetzen, den Anspruch verfehlen, eine neue, umfassende und inklusive Geschichte der saudischen Nation zu entwerfen. Warum lässt der saudische Staat diese Chancen, seinem neuen Nationalismus einen integrativen Impuls von oben zu verleihen, ungenutzt verstreichen?

Die Antwort liegt darin, dass beide Orte nicht getrennt betrachtet werden können. Zwar bieten beide Museen zusammengesetzt eine wirre und widersprüchliche Botschaft – doch genau dies ist der Punkt. Das Saudi-Arabien von Vision 2030 legt Wert auf die Vielfalt der Möglichkeiten, von Unterhaltungs- und Karriereangeboten zu Geschichtserzählungen. Diese Vielfalt an Optionen öffnet dem Königreich und seinen Bürgern eine breite Palette potenzieller Antworten auf die Frage, was es bedeutet, Saudi zu sein, welche während der Hochphase der traditionellen Gründungsgeschichte und dem damit verknüpften nationalen Selbstverständnis undenkbar gewesen wären.

Gleichzeitig drängt diese Neuausrichtung den Anhängern alter Erzählungen und konservativer Lebensstile keine Zwangsumschulung auf. Der Umbruch im Königreich ist keine chinesische Kulturrevolution: Obwohl das Diriyah-Museum verdeutlicht, dass der Staat an neu erbauten Orten eine Erzählung ohne Ibn Abd al-Wahhab fördert, hält er es nicht für nötig, die alte Darstellung umzuändern, einzudämmen oder zu zerstören, wo sie bereits existiert. Der saudische Politikwissenschaftlicher Eyad Alrefai interpretiert dieses Phänomen wie folgt:

„Der Staat hat das Feld der historischen und kulturellen Interpretation geöffnet, anstatt den saudischen Bürgern eine neue Erzählung aufzuzwingen. Wenn man normale Saudis auf der Straße fragen würde, wie sie über die Geschichte Saudi-Arabiens denken, würden sie deshalb zur traditionellen Erzählung tendieren, da der Staat ihnen keine andere vorschreibt“.8

Im heutigen Saudi-Arabien ist das traditionelle Entstehungsnarrativ eine von vielen wichtigen nationalen Erzählungen, die der saudischen Nation eine geschichtliche Tiefe verleihen und an deren historisch-religiösen Motiven sich das Herrscherhaus Al Saud bedient, denn nicht zuletzt ist der König nach wie vor der Hüter der beiden heiligsten Stätten des Islams.

Auch Diriyah ist eine dieser wichtigen Geschichten von vielen. Natürlich sendet die exklusivistische Hervorhebung der Errungenschaften der saudischen Herrscher und ihrer Identifizierung mit der Geschichte des Staates ein klares Signal darüber aus, wer das Recht hat, in der Gegenwart die saudische Nation zu führen, und warum. Gleichzeitig erlaubt der mangelnde Anspruch der Ausstellung auf umfassende Vollständigkeit der Bevölkerung, selbst die Feder der Geschichtsschreibung in die Hand zu nehmen – wieder einmal hat der Staat „das Feld der historischen und kulturellen Interpretation geöffnet“.

Ähnliche Impulse, den Weg für eine Vielfalt der Interpretationen frei zu räumen, liefern staatliche Initiativen, die kulturellen Eigenschaften und Errungenschaften unterschiedlicher Regionen und Stätten des vorislamischen Erbes im Königreich hervorzuheben und wiederzuentdecken.9 Diese Aufmunterungen von oben, die Geschichte der Nation von unten neu zu schreiben, setzen die Saudis begeistert um. Die Verbreitung lebendiger historischer Debatten im Internet zeugen zum Beispiel davon. Es werden Themen diskutiert, für welche die traditionelle Geschichtserzählung in ihrer Sahwa-Hochphase keinen Raum ließ, wie zum Beispiel die Ursprünge der Araber, die vorislamische Geschichte ihrer Stämme oder die Hervorhebung der Geburt einer langen Litanei von Zivilisationen auf saudischem Staatsgebiet, darunter die Nabatäer und die Königreiche Kindah, Thamud und ’Aad.10

Die Eröffnung dieser Interpretationsspielräume lässt auch Platz, um die Biografien von Vorfahren der heutigen saudischen Nation zu würdigen, unabhängig davon, wie sie zu den „Soldaten der Einheit Gottes“ des ersten, zweiten oder dritten saudischen Staates standen. Einer dieser Figuren ist Sultan bin Bdschad al-Otaybi, der als Mitanführer der Miliz Ikhwan man Ata’ Allah [Bruderschaft derjenigen, die Gott gehorchen] eine Schlüsselrolle im Sieg über die Haschemiten im Hedschas spielte, welcher die Provinz 1926 schließlich unter die Kontrolle von König Abdulaziz brachte. Später rebellierten Sultan bin Bdschad und andere Ikhwan gegen die Al Saud-Herrschaft, was 1929 zu seiner Niederlage und Verhaftung führte, woraufhin er die letzten fünf Jahre seines Lebens in einem Gefängnis in Riad verbrachte.11 Nichtdestotrotz wird bin Bdschads Biografie in der saudischen Twittersphäre heutzutage allgemein positiv dargestellt. In der jüngeren Vergangenheit würdigten Beiträge zum Anlass des saudischen Nationaltags – welcher die Entstehung des vereinten Königreichs Saudi-Arabien aus dem Königreich des Hedschas und des Nadschd im Jahr 1932 feiert – sogar bin Bdschad als Befehlshaber der Streitkräfte, die den Hedschas eroberten.12 Anderswo auf X durchziehen die mit Nationaltag und Founding Day jeweils verbundenen Themen von Einigkeit und reichem Erbe Beiträge, welche die historischen Ursprünge von Stämmen wie Qahtan und Otaiba sowie ihre Errungenschaften im Dienste des saudischen politischen Projektes hervorheben.13

Vom Diriyah-Museum über nationale Feiertage bis hin zu Diskussionen auf X eint ein wichtiger Faktor diesen diversen Diskurs: wie der Stammbaum der Familie Al Saud verorten diese Geschichten der breiten Bevölkerung ihre Vorfahren auf dem Territorium des heutigen Königreichs und unterstreichen ihre Verbindung zu diesem Land. Diese Erzählungen reihen sich somit in einen nationalen Diskurs ein, der unmissverständlich kommuniziert, dass die saudische Nation seit geraumer Zeit auf ihrem Gebiet selbst ihre Geschichte schreibt.

Geschichtsschreibung als Ausdruck des neuen saudischen Nationalismus

Dieser Politikbericht zeigt, dass die traditionelle Gründungsgeschichte des saudischen Staates heutzutage eine von mehreren verschiedenen saudischen Geschichtserzählungen ist, die zusammen die Botschaft vermitteln, dass die saudische Nation historisch auf der Arabischen Halbinsel verwurzelt ist. Die gegenwärtige Form der saudischen Zivilisation wird somit zum Produkt der vielfältigen Errungenschaften aller Vorfahren heutiger saudischer Bürger.

Das hier ausgeführte Argument unterscheidet sich somit von anderen Analysen zu den jüngsten Änderungen in der Art und Weise, wie Saudi-Arabiens Geschichte erzählt wird.14 Diese Artikel identifizieren zurecht Diriyah und Founding Day als Instanzen der Abkehr vom traditionellen Gründungsmythos, der den Pakt zwischen Mohammad bin Saud und Mohammad bin Abd al-Wahhab in den Mittelpunkt stellt. Allerdings überinterpretieren sie die Implikationen der Ausklammerung Ibn Abd al-Wahhabs aus al-Budschairi, al-Turaif, und der Erzählung rund um den Gründungstag. Beispielsweise behauptet Alamer, dass der neue Founding Day „einen neuen Mythos schafft, der Mohammad bin Abd al-Wahhab und seiner Bewegung keinen Platz einräumt“. Somit stünde der saudische Staat „ohne Partner“ an seiner Seite.15

Dieser Politikbericht bestätigt, dass Diriyah und der Gründungstag in der Tat eine neue Geschichte der nationalen Geburt erzählen. Nichtdestotrotz verdeutlicht dieser Beitrag zusätzlich, dass der Staat gleichzeitig seine Landsleute auffordert, die Geschichte der Nation von unten mitzuerzählen. Darüber hinaus lässt er das traditionelle Entstehungsnarrativ im offiziellen Museum des Königreichs weiterhin bestehen. Indem er die Verbreitung dieser vielen Geschichten zulässt, stellt der saudische Staat sicher, dass er nicht allein steht, sondern stattdessen breite Beteiligung und Zustimmung für sein transformatives nationales Projekt erzeugt.

In Wahrheit schafft die neue Politik der Geschichtserzählung in Saudi-Arabien damit für die Herrscherfamilie viele (neue) Partner. Wo einst Granden wie Ibn Bishr und Ibn Ghannam den narrativen Raum dominierten, erlaubt die Eröffnung dieses Feldes Hunderten von Hobbyhistorikern, die Geschichte ihrer Nation selbst zu schreiben. Diese kreative Lizenz entfacht nicht nur Stolz, Saudi zu sein, sondern auch ein Gefühl der Verantwortung für die Erreichung der ehrgeizigen Ziele der Gegenwart, die in der Vision 2030 zum Ausdruck kommen. Die Ermöglichung von Eigenverantwortung im historischen Bereich spiegelt sich in anderen Politikfeldern der Vision wider, wie zum Beispiel in der Ermutigung junger Saudis, durch Entfaltung ihres Unternehmergeistes ihren Beitrag zur Ankurbelung des Wachstums in der Privatwirtschaft – jenseits des Öl- und Staatssektors – zu leisten.

Außerhalb der Grenzen des Königreichs unterstützen Geschichtserzählungen von der Graswurzelebene die Behauptung einer saudischen Identität gegenüber konkurrierenden nationalen Kollektiven und Projekten im Nahen Osten. Früher wurde arabische Geschichte nicht in Riad geschrieben, sondern in Kairo, Damaskus oder Beirut. Der Nadschd lag an der Peripherie der arabischen Nahda, oder Renaissance, des 19. Jahrhunderts, trotz der Tatsache, dass sukzessive saudische Staaten Erfolgsbeispiele für heimischen Widerstand gegen die imperiale Fremdherrschaft der Osmanen lieferten, für den sich Denker in arabischen Hauptstädten einsetzten. Heutzutage schwingt das Pendel der politischen Macht aber dezidiert in Richtung der arabischen Halbinsel aus. In einer ägyptischen wie levantinischen Epoche der wirtschaftlichen wie politischen Abhängigkeit16 erlebt das Königreich eine Blütezeit und bestätigt damit die Binsenweisheit, dass der Sieger die Geschichte schreibt.

In einer Periode, in welcher der Golf seine wirtschaftliche Dominanz zunehmend in politisches und kulturelles Kapital umsetzt, ist es nur logisch, dass sich die größte Nation der Arabischen Halbinsel auch historisch behauptet. Hiermit setzt das Königreich dezidiert eine Pointe gegen die historisch herablassende Sichtweise anderer arabischer Länder gegenüber den Golf-Staaten, ein Phänomen, das Bsheer als „sekundären Orientalismus“ bezeichnet.17 Allerdings muss dieses saudische System der Öffnung des Felds der geschichtlichen Interpretation nicht als Konkurrenzmodell zu levantinischen oder nordafrikanischen Mustern der nationalen Identitätsgestaltung existieren. Das Herrscherhaus Al Saud scheint es geschafft zu haben, die Ziele der Geschichtsschreibung von oben mit historischen Erzählungen aus der Breite der Gesellschaft stärker in Einklang zu bringen, ein Balanceakt, der in Nachbarländern ebenfalls schwer zu meistern ist. Beispielsweise setzt im benachbarten Jordanien die offizielle Staatsgeschichte mit seinem Fokus auf die vom dortigen Königshaus geführte Große Arabische Revolte gegen das Osmanische Reich andere Schwerpunkte als die Geschichtserzählungen jordanischer Stämme, deren Macht vor der Zeit der Staatsgründung gipfelte.18 Die gegenwärtige Geschichtspolitik des Königreichs Saudi-Arabien könnte für seine arabischen Nachbarn ein Modell bieten, wie Rahmenbedingungen in diesem Bereich geschaffen werden können, um das Potenzial der Geschichte als Schöpfungsquelle eines nationalen „Wir“ zu nutzen. Dieser Zusammenhalt kann wiederum im Dienste ambitionierter Agenden des Staates und des Volkes eingesetzt werden.

 


Endnoten:

1. Arab News: Saudi cleric apologizes for ‘intolerant’ views of Sahwa movement, 07.05.2019, in: https://www.arabnews.com/node/1493956/amp [03.11.2025].

2. Galerie “Jahilliyah Pre Islam Period” o.D.: زمن الصراعات [Das Zeitalter der Konflikte], das Saudische Nationalmuseum [16.02.2025].

3. Galerie “First and Second Saudi States” o. D.: قيام الدولة السعودية الأولى [Entstehung des ersten saudischen Staates], das Saudische Nationalmuseum [05.11.2025].

4. Bin Bishr, Othman 1910: عنوان المجد في تاريخ نجد [Die glorreiche Geschichte des Nadschd], Beirut, S. 15-16; Bin Ghannam, Hussein 1994: تاريخ نجد [Die Geschichte des Nadschd], Beirut, S. 87.

5. Galerie “First and Second Saudi States” o. D.: الدرعية، عاصمة الدولة السعودية الأولى [Diriyah, Hauptstadt des ersten saudischen Staates], das Saudische Nationalmuseum [05.11.2025].

6. Ebd.

7. Medienministerium des Königreichs Saudi-Arabien 2025: The Saudi National Museum, Saudipedia, in: https://saudipedia.com/en/article/492/culture/museums/the-saudi-national-museum [11.10.2025].

8. Eyad Alrefai 2025: Interview mit dem Autor, 27.08.2025.

9. Reuters 2021: Archaeologists in Saudi Arabia excavate forgotten kingdoms, 02.11.2021, in: https://www.reuters.com/world/middle-east/archaeologists-saudi-arabia-excavate-forgotten-kingdoms-2021-11-02/ [11.10.2025]; Digital Government Authority 2025: Our Culture, Our Identity, GOV.SA, in: https://my.gov.sa/en/content/culture#section-2 [11.10.2025].

10. Siehe z.B. Waleed al-Amoudi [@WaleedAlshmmari] 2025: كلمة حق وليست مجاملة... [Ein Wort der Wahrheit, keine Schmeichelei…], X, 05.03.2025, in: https://x.com/waleedalshmmari/status/1897171173277905288?s=48 [11.10.2025].

11. Die Gründe für den Bruch zwischen den Ikhwan und König Abdulaziz liegen in dem Widerspruch zwischen dem Wunsch der Ikhwan, ihre Eroberungszüge fortzusetzen und streng an der wahhabistischen Doktrin festzuhalten, und der Absicht des Königs, praktische Schritte zum Aufbau des Staates einzuleiten. Dieser Gegensatz wurde mit Überfällen der Ikhwan in den benachbarten britischen Protektoraten Transjordanien, Irak und Kuwait zu einem diplomatischen Zündstoff. Mehr Informationen unter Zeidan, Adam 2020: Ikhwān, Britannica Online, 10.06.2020, in: https://www.britannica.com/topic/Ikhwan [31.10.2025].

12. Siehe z.B. Dr. Mansour Al-Dajani [@mns800] 2021: اليوم_الوطني_السعودي...#ذكرى  [Die Feier des #Saudischen_Nationalfeiertags…], X, 23.09.2021, in: https://x.com/mns800/status/1440998946860634113?s=46 [31.10.2025]; Fahad al-Dughaylbi [@aldughalbi] 2019: صورة نادرة للملك عبدالعزيز [Ein seltenes Foto von König Abdulaziz], X, 24.09.2019, in: https://x.com/aldughalbi/status/1176357921036427264?s=12 [31.10.2025].

13. Siehe z.B. نفحات [@history_439] 2023: الدهينة من أشهر فرسان الجزيرة العربية...#مقعد  [Migad #al-Duhaina ist einer der berühmtesten Ritter der Arabischen Halbinsel…], 12.08.2023, in: https://x.com/history_439/status/1690451549435174912?s=12 [01.11.2025]; البيان في تاريخ قحطان [@albyan_qh] 2025: آل محمد ياهل التوحيد [Der Stamm Mohammad, oh Familie der Einheit…], 30.10.2025, in: https://x.com/albyan_qh/status/1983882969929376028?s=12 [01.11.2025]; البيان في تاريخ قحطان [@albyan_qh] 2025: نبذة مختصرة عن قبيلة آل مسعود [Ein kurzer Überblick über den Al Masoud-Stamm…], 02.10.2025, in: https://x.com/albyan_qh/status/1983882969929376028?s=12 [01.11.2025].

14. Alamer, Sultan 2022: The Saudi “Founding Day” and the Death of Wahhabism, Arab Gulf States Institute, 23.02.2022, in: https://agsi.org/analysis/the-saudi-founding-day-and-the-death-of-wahhabism/ [11.10.2025]; Ibish, Hussein 2022: Saudi Ruler Rewrites History to Shrink Islamic Past, Bloomberg, 02.03.2022, in: https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2022-03-02/saudi-crown-prince-mbs-is-rewriting-history-to-shrink-islamic-past [11.10.2025]; The Arab Weekly 2022: Diriyah, birthplace of Saudi state, rises to encapsulate ‘new nationalism’, 17.06.2022, in: https://thearabweekly.com/diriyah-birthplace-saudi-state-rises-encapsulate-new-nationalism#:~:text=Defining%20a%20dynasty-,While%20the%20country%20that%20bears%20the%20Al%2DSaud%20name%20is,t%20easily%20co%2Dexist.%E2%80%9D [11.10.2025].

15. Alamer 2022, N. 14.

16. Reeves, Nicolas 2024: Pounds, Petrodollars, and Planned Paradises: The evolving role of Gulf capital in Egyptian megaprojects, KAS Regionalprogramm Golf-Staaten Policy Report Nr. 75, in: https://www.kas.de/en/web/rpg/detail/-/content/pounds-petrodollars-and-planned-paradises [11.10.2025]; Reeves, Nicolas 2023: Binding the Ties that Bind: Commercial Banks and Political-Economic Links between Saudi Arabia and Jordan, KAS Regionalprogramm Golf-Staaten Policy Report Nr. 73, in: https://www.kas.de/en/web/rpg/detail/-/content/binding-the-ties-that-bind [11.10.2025].

17. Bsheer, Rosie 2020: Archive Wars: The Politics of History in Saudi Arabia, Stanford, S. 8.

18. Reeves, Nicolas 2021: Erasing History: Rival tribal narratives, official regime discourse, and the exclusionary debate over indigeneity in Petra, Jordan, ESIA Dean’s Scholars Journal, 28.09.2021, in: https://blogs.gwu.edu/esiadeansscholarsjournal/2022/08/01/erasing-history-rival-tribal-narratives-official-regime-discourse-and-the-exclusionary-debate-over-indigeneity-in-petra-jordan/ [22.02.2026]; Shryock, Andrew 1997: Nationalism and the Genealogical Imagination: Oral History and Textual Authority in Tribal Jordan, Berkeley.

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