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Veranstaltungsberichte

Young Parliamentarians Programme (2025-2026)

von Layan Ounis

Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements junger Menschen in Bahrain

Die Förderung eines informierten zivilgesellschaftlichen Engagements junger Generationen ist ein zentraler Baustein zur Stärkung eines konstruktiven öffentlichen Dialogs. Die achte Ausgabe des Young Parliamentarians Programme (YPP) in Bahrain brachte junge Teilnehmende zu einer Reihe von Workshops, Expertendiskussionen und Simulations-übungen zusammen, die sich mit Fragen von Governance, Medien und politischer Entscheidungsfindung befassten. Den Abschluss bildete ein Jugendforum, bei dem die Teilnehmenden vor Mitgliedern des Schura-Rates und des Abge-ordnetenhauses eigene Gesetzesvorschläge präsentierten.

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Die Förderung eines konstruktiven Dialogs zwischen jungen Generationen und staatlichen Institutionen gewinnt zunehmend an Bedeutung, um zivilgesellschaftliches Bewusstsein sowie verantwortungsvolle Teilhabe am öffentlichen Leben zu stärken. Initiativen, die jungen Menschen Einblicke in staatliche Entscheidungsprozesse ermöglichen und sie zugleich zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit öffentlichen Angelegenheiten ermutigen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung informierten bürgerschaftlichen Engagements und politischer Führungskompetenzen.

 

Vor diesem Hintergrund setzten das Regionalprogramm Golfstaaten der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und die Youth Pioneer Society (YPS) in den Jahren 2025 bis 2026 die achte Ausgabe des Young Parliamentarians Programme (YPP) um. Das Programm richtete sich an junge Bahrainerinnen und Bahrainer mit Interesse an politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen sowie an kommunaler und zivilgesellschaftlicher Führung. Es bot ihnen eine Plattform, um sich in Form von Workshops, Expertendiskussionen und interaktiven Lernformaten mit den Dynamiken von Governance, parlamentarischer Arbeit und politischem Dialog auseinanderzusetzen. 

 

Anstatt sich ausschließlich auf theoretische Wissensvermittlung zu konzentrieren, legte das Programm einen starken Fokus auf erfahrungsbasiertes Lernen und praktische Beteiligung. Die Teilnehmenden wurden dazu angeregt, kritisch zu reflektieren, wie Ideen, öffentliche Meinungen und zivilgesellschaftliche Initiativen in politische Debatten und legislative Prozesse einfließen. In den Sitzungen wurde untersucht, wie Einzelpersonen durch gesellschaftliches Engagement und zivilgesellschaftliche Verantwortung einen positiven Einfluss auf ihre Gemeinschaften ausüben können. Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft veranschaulichten dies anhand konkreter Beispiele, die zeigten, wie Basisinitiativen – von Familienaufklärungsprogrammen über Freiwilligennetzwerke bis hin zu Advocacy-Kampagnen – gesellschaftliche Einstellungen prägen und zu positiven Veränderungen beitragen können.

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms lag auf dem Zusammenspiel von Medien und öffentlicher Meinungsbildung, insbesondere vor dem Hintergrund rasanter Entwicklungen in der digitalen Kommunikation. Medienfachleute und Kommunikationsexpertinnen und -experten diskutierten, wie Narrative, Trends und Informationsflüsse den öffentlichen Diskurs beeinflussen und gesellschaftliche Wahrnehmungen formen. Die Diskussionen unterstrichen die Bedeutung von kritischem Denken und Medienkompetenz und ermutigten die Teilnehmenden, Medieninhalte reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen sowie ihre eigene Rolle als aktive Gestalter öffentlicher Debatten im digitalen Zeitalter zu erkennen.

 

Ergänzend hierzu erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den institutionellen und historischen Kontext staatlicher Ordnung in Bahrain. Vorträge zur bahrainischen Außenpolitik beleuchteten den diplomatischen Ansatz des Landes, der auf Ausgleich, Kooperation und der Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Organisationen beruht. Darüber hinaus wurde die historische Entwicklung der parlamentarischen Strukturen in Bahrain nachgezeichnet – von frühen Reformbewegungen bis hin zur Etablierung des heutigen bikameralen parlamentarischen Systems.

 

Ein zentrales Element des Programms stellte das Simulationsspiel „Shebania“ dar, das in Kooperation mit CRISP durchgeführt wurde. Als interaktive Übung zur politischen Entscheidungsfindung versetzte die Simulation die Teilnehmenden in den fiktiven Inselstaat Shebania. Dort übernahmen sie Rollen als politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie als Bürgerinnen und Bürger, die gemeinsam eine nationale Jugendstrategie aushandeln sollten. Ziel war es, zentrale Herausforderungen junger Menschen zu adressieren. In Ausschusssitzungen und gemeinsamen Ausarbeitungsphasen versuchten die Teilnehmenden, unterschiedliche Interessen auszugleichen und praktikable politische Handlungsempfehlungen zu entwickeln – unter anderem zu politischer Teilhabe junger Menschen, sozialem Zusammenhalt und Bildung. Die Simulation vermittelte praxisnahe Einblicke in politische Entscheidungsprozesse, Koalitionsbildung, Verhandlungsstrategien sowie in die Herausforderung, individuelle Prioritäten mit kollektiven politischen Ergebnissen in Einklang zu bringen.

 

Den Abschluss des Programms bildeten ein Jugendforum sowie eine feierliche Abschlussveranstaltung in Kooperation mit dem Schura-Rat, bei der die Teilnehmenden die im Verlauf des Programms erarbeiteten legislativen Politikvorschläge präsentierten. Aufbauend auf den in Workshops, Diskussionen und Simulationen erworbenen Kenntnissen entwickelten die Teilnehmenden Vorschläge zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen, darunter der verantwortungsvolle Einsatz künstlicher Intelligenz sowie ökologische Nachhaltigkeit. Diese Initiativen wurden vor Mitgliedern des Schura-Rates und des Abgeordnetenhauses vorgestellt, wodurch ein direkter Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie konstruktives Feedback ermöglicht wurde.

 

Dieser Austausch bot den Teilnehmenden eine wertvolle Gelegenheit, nachzuvollziehen, wie politische Ideen den Weg von der Diskussion hin zu institutionellen Entscheidungsprozessen finden. Durch die Präsentation ihrer Vorschläge in einem parlamentarischen Umfeld und den direkten Dialog mit Abgeordneten vertieften sie ihr Verständnis dafür, wie politische Debatten innerhalb formeller Institutionen geführt werden und wie zivilgesellschaftliche Impulse in übergeordnete politische Prozesse einfließen können.

 

Insgesamt verdeutlichte die achte Ausgabe des YPP den Mehrwert einer engen Verzahnung von theoretischem Wissen und praktischen Lernerfahrungen. Durch die Vernetzung junger Teilnehmender mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteuren leistet das Programm einen Beitrag zur Stärkung politischer Bildung, Politikbewusstsein und verantwortungsvoller Teilhabe am öffentlichen Leben. Zugleich unterstützt es die Entwicklung einer neuen Generation engagierter Bürgerinnen und Bürger, die in der Lage sind, sich reflektiert und konstruktiv in das gesellschaftliche Leben Bahrains einzubringen.

 

 

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Kontakt Philipp Dienstbier
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Leiter des Regionalprogramms Golf-Staaten
philipp.dienstbier@kas.de +962 6 59 24 150
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Layan Ounis
Projekt-Managerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin
layan.ounis@kas.de +962 6 5929777 ext.: 218

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