Der kolumbianischen Justiz fehlt die politische Grundlage, die man für ein funktionierendes Rechtsstaatssystem fordern würde, um unabhängige Entscheidungen treffen und umsetzen zu können: ein mächtiger Staat, der der Justiz den Rücken stärkt.
Insbesondere in Zonen bewaffneten Konflikts können hierarchisch weniger bedeutsame Richter kaum mit staatlicher Hilfe rechnen, obwohl genau hier der Staat gefragt wäre, seine Durchsetzungskraft unter Beweis zu stellen. Dieses Buch trägt die Ergebnisse einer zweijährigen Studie des Zentrums für Recht, Gerechtigkeit und Gesellschaft (Dejusticia) in solchen Gebieten zusammen.
Einer der interessantesten Aspekte dieses Buches ist die Kombination von wissenschaftlichen Fallstudien, die auf detaillierten Statistiken basieren, mit acht Erfahrungsberichten von Richtern, die innerhalb dieser Regionen gelebt und gearbeitet haben.