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An der Schwelle. Die Grenzen der Kultur in "Solaris"

Utopien und Dystopien im Science-Fiction-Film

Aus der Veranstaltungsreihe "Mensch - Zeit - Maschinen"

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Details

23-11-01_Titelbild_Mensch-Zeit-Machine

Der Film des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkowski ermöglicht uns im besten Sinne eine neue Perspektive und gewährt einen Blick in die Zukunft, wie wir ihn aus dem „westlichen“ Kino bis dato nicht kannten. Die Sehgewohnheiten und narrativen Verstetigungen der von Hollywood geprägten Filmwelt werden in „Solaris“ mit einem Blick von außen konfrontiert – schließlich beschäftigten sich nicht nur die Menschen in der westlichen Hemisphäre damit, welche Bedeutung technische und zivilisatorische Fortschritte haben werden. Tarkowski widmet sich in der Literaturverfilmung der Frage der Grenzen der menschlichen Kultur. Während es technische Fortschritte der Menschheit im Film erlauben, so tief wie noch nie zuvor in die Galaxie vorzudringen und neue Welten zu erforschen, lässt uns das Gewohnte und Vertraute doch nie so ganz los. Der Raumfahrer und Psychologe Kris Kelvin erfährt dies im Film am eigenen Leib, als er auf einer Raumstation mit Vorfällen konfrontiert wird, die sich der menschlichen Vorstellungskraft zu entziehen scheinen. Welchen Platz nehmen wir im Universum ein? Gibt es darauf überhaupt eine Antwort und wie ließe sich diese begreifen?

 

Zur Reihe:

Bahnbrechende Technologien, wissenschaftlicher Fortschritt und zivilisatorische Meilensteine – so kann man sich die Zukunft der Menschheit vorstellen. Aber auch apokalyptische Szenarien, gesellschaftlicher Verfall und der Kontrollverlust über die technologischen Entwicklungen sind alternative Entwicklungspfade. Der Zukunft ureigenes Merkmal ist es, dass sie aus der  Perspektive der Gegenwart nicht vorhergesehen werden kann. Mit Erfahrungswerten und wissenschaftlichen Modellen können wir uns ihr nur schrittweise annähern und Prognosen  aufstellen, jedoch keine allgemein gültigen Vorhersagen treffen. Ausgangspunkt für unsere  Visionen der Zukunft ist somit stets die Vergangenheit – denn nur aus dem Vertrauten können wir auf das Unvertraute schließen.

 

Aktuell scheint ein gesellschaftlicher Diskurs über die Welt,  in welcher wir zukünftig leben wollen, notwendiger denn je. Im Angesicht der bedrohlichen Entwicklung des Klimawandels stellt sich eine Vielzahl an Fragen nach der menschlichen  Anpassungs- und Innovationsfähigkeit auf. Wie kann sich der Mensch behaupten? Düster erscheinen die globalen Entwicklungen: der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Angst vor einer nuklearen Eskalation erneut angefacht. Auch der Anteil der Menschen, welche weltweit in Demokratien leben, nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Noch dazu beobachten wir  gegenwärtig eine rasant ablaufende Entwicklung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, deren Auswirkungen sich noch nicht abschätzen lassen. Wird die Gegenwart für uns zu eng,  fliehen wir in die Zukunft – ist das Thema der Zeitreise daher so beliebt? Oder hat die Zukunft  ihren Glanz verloren?

 

Insbesondere in Kunst und Kultur werden derartige Fragen intensiv debattiert. Im Kino nehmen Science-Fiction-Filme aktuelle Entwicklungen und Beobachtungen zum Anlass, um über Zukunftsvisionen zu spekulieren. Eine besondere Rolle nehmen hierbei die Naturwissenschaften und deren praktische Anwendungsgebiete ein: die Einen sehen in technologischen Neuerungen Heilsversprechen für die Menschheit – die Anderen beäugen den Technikglauben kritisch und warnen vor deren Gefahren und Missbrauch. Sowohl Utopien als auch Dystopien war somit erzählerisch der Weg geebnet. Eben jene Ambivalenz, welche sich auch gesamtgesellschaftlich beobachten lässt, prägt das Genre bis heute. Im Verlauf der Geschichte wurde die technische Entwicklung nicht nur Gegenstand, sondern auch Motor der filmischen Ausdrucksweise: neue Techniken lieferten uns Bilder, von welchen wir zuvor nur zu träumen gewagt hatten und erweiterten unsere Erfahrungsräume. Filme wie „2001: A Space Odyssey“ setzten Maßstäbe und prägen unsere Vorstellungen von der Raumfahrt bis heute.

 

Vom  Klassiker „Metropolis“ aus dem Jahr 1927 bis zum beeindruckenden „Blade Runner 2049“ –  Science-Fiction-Filme regen uns an, über unsere Gesellschaft nachzudenken: in Vergangenheit,  Gegenwart und Zukunft. Lassen Sie uns dies im Rahem unserer diesjährigen Filmreihe gemeinsam tun - Sie sind herzlich eingeladen! 

 

Für die Teilnahme an der Veranstaltung wird an der Kinokasse ein Eintritt von 5,00 € erhoben.

Programm

Programm

19.15 Uhr Begrüßung

Lina Berends

Konrad-Adenauer-Stiftung

 

19.20 Uhr Einführungsvortrag Solaris

Christian Mumme

Politikwissenschaftler, Dresden

 

20.10 Uhr Filmvorführung

Solaris

 

21.30 Uhr Ende der Veranstaltung

 

Hier finden Sie das Programm zum Download: Mensch-Zeit-Maschinen

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Veranstaltungsort

Programmkino Ost Dresden
Schandauer Str. 73,
01277 Dresden
Deutschland
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Referenten

  • Christian Mumme
    • Politikwissenschaftler
      Kontakt

      Lina Berends

      Linda Berends

      Referentin Politisches Bildungsforum Sachsen

      lina.berends@kas.de +49 351 563446-13 +49 351 563446-10
      Kontakt

      Florian Henkel

      Assistent/Sachbearbeiter Politisches Bildungsforum Sachsen

      Florian.Henkel@kas.de +49 351 563446-18 +49 351 563446-10
      Landessignet Sachsen

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