Veranstaltungsberichte

Politische Kommunikation vor der Parlamentswahl in Georgien

Training für Journalisten

Politische Kommunikation – mit dieser Thematik befassten sich Journalisten und Medienvertreter im Rahmen des dreitägigen Medientrainings, das von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tiflis organisiert wurde. Das Training wurde von dem erfahrenen WDR Reporter, Produzenten und DW Medientrainer Christian David geleitet und gab den Teilnehmern vom 20. Juni bis zum 22. Juni die Möglichkeit neue theoretische Inhalte kennenzulernen und diese direkt in praktischen Übungen anwenden zu können.

Im Rahmen des Trainings wurde den jeweiligen Teilnehmern die Möglichkeit gegeben entsprechende Theorien direkt in praktischen Übungen anzuwenden, welche zur Erhöhung des Lerneffekts mithilfe von Videoanalysen ausgewertet wurden.

Hauptthemen des diesjährigen Medientrainings waren die Rolle beziehungsweise Aufgaben eines Journalisten, journalistische Ethik, spezielle Techniken, um Menschen besser zu erreichen sowie das Üben von Interviews und Pressekonferenzen.

Bezüglich der nötigen technischen Fähigkeiten, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, verwies Christian David auf das sogenannte GUN-Prinzip. Zufolge dieses Prinzips sollten Journalisten bei Themenauswahl und Berichterstattung allen voran auf den Gesprächswert eines bestimmten Themas achten, wobei gleichzeitig die Aspekte der Unterhaltung beziehungsweise des Berichtens über eine hochwertige Neuigkeit nicht vernachlässigt werden sollten. Darüber hinaus sei es von fundamentaler Bedeutung sowohl bei der Fragestellung als auch bei der Berichterstattung als Journalist einen entsprechenden Fokus zu setzen und konkret zu sein.

Zum Thema journalistische Ethik stellte der Deutsche Welle Medientrainer den sogenannten Deutschen Presserat, das Äquivalent zum georgischen Journalistencharter vor, dessen Aufgabe es ist, darauf zu achten, dass die journalistische Sorgfaltspflicht eingehalten wird. Im Rahmen dieser Sorgfaltspflicht soll wahrheitsgemäß und sachlich berichtet werden, wobei die gezielte, unfaire Diffamierung von Einzelpersonen oder Personengruppen vermieden werden soll. Die Teilnehmer sollten anhand von ausgewählten deutschen Medienquellen bewerten, ob im jeweiligen Einzelfall die journalistische Sorgfaltspflicht und die entsprechenden ethischen Kriterien eingehalten wurden.

Die erworbenen theoretischen Kenntnisse konnten im Rahmen von Interviews und Pressekonferenzen mit vier ausgewählten georgischen Politikern der Parteien United National Movement (UNM) und Free Democrats (FD) angewandt werden. Bei der Vorbereitung der Fragen, welche bei den Interviews und auf den Pressekonferenzen gestellt wurde, wurden aktuelle Themen des georgischen Vorwahlkampfs, wie etwa die zukünftige Regierungsbildung, Bildungspolitik, die Situation in den abtrünnigen georgischen Gebieten oder etwa der Europakurs Georgiens ausgewählt. Die Videoanalysen Christian Davids gaben sowohl den Journalisten als auch den Politikern eigene Stärken und Schwächen bei den Fragestellungen und Antworten herauszuarbeiten.