Veranstaltungsberichte

Vorlesung: europäisch-armenische Beziehungen

Neuverhandlung eines Rahmenabkommens

Am 19. Mai 2017 hielt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung Benjamin Fricke eine Vorlesung zum Thema europäisch-armenisches Rahmenabkommen.

Seit dem 21. März 2017 haben die Europäische Union (EU) und Armenien neue Verhandlungen über ein Rahmenabkommen begonnen. Bereits im Jahr 2013 war ein substantielles Abkommen unterschriftsreif gewesen, jedoch zu Gunsten eines armenischen Beitritts zur Eurasischen Wirtschaftsunion (EEU) nicht in Kraft getreten. Die Neuverhandlungen haben sich einige Jahre verzögert und es wurden neue Möglichkeiten erörtert, um enger mit Armenien zu kooperieren. Hierzu zählen vor allem wissenschaftliche und administrative Kooperation.

Die rege und ehrliche Diskussion zwischen Herrn Fricke und den Studentinnen und Studenten zeigte vor allem aber auch die Hürden der gegenwärtigen Situation auf. Durch den Beitritt Armeniens zur EEU sind ein Freihandelsabkommen und substantielle Erleichterungen sehr schwierig. Armenien ist in diesem Bereich an die Regeln der EEU gebunden. Ein neues Abkommen wird von daher einen stark veränderten Charakter dem gegenüber 2013 aufzeigen.

Nichtsdestotrotz ist die Hoffnung auf mehr wirtschaftliche, administrative und wissenschaftliche Kooperation hoch. Gerade wegen der wirtschaftlich von Russland abhängigen Lage und geopolitischen Herausforderungen mit den damit verbundenen Langzeitkonflikten der Region, ist der Wille der Armenier stark eine engere Kooperation mit europäischen Ländern auf eine formelle Basis zu stellen.

Ansprechpartner

Benjamin Fricke