Veranstaltungsberichte

Mehr junge Frauen für die Partizipation im demokratischen Entscheidungsprozess motivieren

Zweite Debatte einer landesweiten Serie von Jugenddebatten in Kampala

Das University Forum on Governance (UNIFOG) und die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) haben mit einer landesweiten Serie von Jugenddebatten begonnen, um effektive Jugendpartizipation im demokratischen Entscheidungsprozess zu diskutieren. Studenten und Jugendvertreter aus der Zentral-Region wurden eingeladen, um die derzeitigen Herausforderungen, welche die Jugend in Uganda betreffen, und wie effektive Jugendbeteiligung sichergestellt werden kann, zu diskutieren.

Der Moderator Yusuf Kiranda, Direktor von UNIFOG, erklärte warum die Debattenserie notwendig sei. Er stellte fest, dass während die Verfassung und Gesetze Repräsentationsstrukturen für die Jugend sicherstellten, die Beteiligung der Jugend ineffektiv bleibe. Er lud Jacob Eyeru, Maschinenbau Studenten an der Makerere Universität und Jugendbotschafter für Uganda bei der EAC, Ivan Rugambwa, Journalismus Student an der Makerere Universität, Ahmed Hadji, President von African Youth Development Link, und Sarah Aporo, Guild Speaker an der Makerere University Business School, an der Diskussionsrunde teilzunehmen und darüber zu debattieren warum Jugendbeteiligung noch immer ineffektiv bleibt und wie man dies ändern kann.

Um eine lebhafte Diskussion zu erzeugen, hatte das Publikum die Möglichkeit aktiv zu der Debatte beizutragen. Der Ko-Moderator Michael Mugisha, Mitglied bei UNIFOG und Dozent an der Makerere Universität, sammelte nach jeder Diskussionsrunde Kommentare und Gegenpositionen im Publikum.

In der ersten Runde sprachen die Diskutanten darüber warum die Jugendrepräsentation in Uganda schwach ist. Herr Hadji betonte, dass die derzeitigen Repräsentationsstrukturen nicht effektiv genug seien und argumentierte, dass diese Strukturen die NRM bevorzugen würden. Herr Rugambwa stimmte dem zu und erklärte, dass es anderen Parteien an Kapazitäten fehle und die Verschmelzung zwischen Staat und der NRM keinen Platz für andere Parteien oder Interessengruppen ließe.

Frau Aporo richtete ihr Augenmerk auf das Problem der geringen Repräsentation von jungen Frauen. Sie stellte fest, dass trotz gesetzlicher Grundlagen, welche die Beteiligung von Frauen sichere, die Diskriminierung gegenüber Frauen hoch sei und junge Frauen entmutigt würden, sich in der Politik zu engagieren. Herr Eyeru bezog sich auf das soziale Konstrukt von Gender in Afrika, das von Männern dominiert sei, und betonte die Entwicklung, die Uganda durchgemacht habe, um Geschlechtergleichstellung zu erreichen. Er argumentierte, dass genug Raum für die Beteiligung von Frauen existiere, aber Frauen oft nicht ihre politischen Rechte kennen würden. Darüber hinaus betonte er, dass der Grund für die Wahl eines Repräsentanten nicht vom Geschlecht sondern von der Kompetenz eines Kandidaten_in abhängen solle.

Eine Teilnehmerin erklärte, dass Policies speziell für Frauen existieren aber nicht implementiert würden. Ein anderer Teilnehmer stimmte dem nicht zu und entgegnete, dass nicht die Implementierung solcher Policies das Problem sei, sondern die Denkweise der Jugend, die nach wie vor Diskriminierung gegenüber Frauen toleriere. Des Weiteren wurde die Verantwortung der Zivilgesellschaft und zivilgesellschaftlicher Organisationen angesprochen und ein Teilnehmer schlug vor, verstärkt politische Bildungsmaßnahmen für die Basis bereitzustellen, um die Gleichstellung der Geschlechter und stärkere Jugendstrukturen zu etablieren.

Einige Teilnehmer_innen machten die Regierung dafür verantwortlich nicht mit der Jugend zu interagieren und stattdessen nur über sie zu sprechen. Andere sahen die Verantwortung bei den Familien, die ihren Kindern nicht die nötige Demokratieerziehung geben würden. Da das Publikum bereits das Thema angesprochen hatte wer für die problematische Situation der Jugend verantwortlich sei, wurden die Diskutanten nach ihrer Meinung zur Verantwortlichkeit gefragt. Frau Aporo war der Meinung, dass es nicht helfe irgendjemanden verantwortlich zu machen und erklärte, dass wenn man die Regierung für die Situation verantwortlich mache, sich gleichzeitg selbst in der Verantwortung sieht, da die Regierung das Volk und damit jeden einzelnen repräsentiere. Herr Hadji schlug vor, die derzeitigen Repräsentationsstrukturen zu überdenken und sie auf der Ebene der Zivilgesellschaft neu zu gestalten. Herr Rugambwa machte auf die fehlende Verantwortlichkeit der Jugendrepräsentanten gegenüber den Wählern, aufgrund der finanziellen Unterstützung von Interessengruppen und Parteien, die nicht daran interessiert seien die Jugend zu mobilisieren, aufmerksam.

Das Publikum sprach die Wichtigkeit von sozialen Medien bei dem Mobilisierungs- und Kommunikationsprozess an. Andere stimmten mit dem vermeintlich großen Potential der sozialen Medien nicht überein und entgegneten, dass nur wenige einen Zugang zu Internet und den sozialen Medien hätten. Einige Teilnehmer_innen argumentierten, dass es keine Einigkeit unter den Jugendlichen gäbe und sich die Interessen aufgrund des Geschlechts, der Herkunft und dem Bildungsgrad unterscheiden würden. Eine Teilnehmerin rief die Studenten dazu auf, ihr Wissen mit denen zu teilen, die keinen oder geringen Zugang zu relevanten politischen Informationen haben.

Herr Rugambwa und Herr Eyeru warben für eine themenbezogene Kampagne, um die heterogene Gruppe der Jugend zusammenzubringen und zu vermeiden, dass die Jugend zu einer Parteienfrage stigmatisiert werde. Er schlug vor das Youth Manifesto zu unterstützen, um jugendorientierte Policies einzufordern.

Bruce Kabaasa, Mitglied bei UNIFOG, fasste die Debatte kurz zusammen und begrüßte Peter Girke, ehemaliger Leiter des KAS Auslandsbüros in Uganda und Länderreferent der KAS für Ostafrika. Er schätzte die lange Partnerschaft zwischen KAS und UNIFOG und dankte Herrn Girke für sein Engagement, zu seiner Zeit als Büroleiter, die Partnerschaft von Anfang an unterstützt zu haben. Am Ende bat er Mathias Kamp, derzeitiger Leiter des KAS Auslandsbüros in Uganda, eine Abschlussrede zu halten. Herr Kamp rief das Publikum dazu auf aktiv zu handeln und die Diskussion zur Jugendbeteiligung fortzuführen.

Autorin: Nele Krüger, KAS Praktikantin

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