Veranstaltungsberichte

Politische Bildung für lokale Politiker und die Zivilgesellschaft

Rechenschaftspflicht und Verantwortung in der Region Karamoja stärken

Das Governance and Accountability Inter-District CSO Network - Uganda (GAIN-Uganda) und die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) luden gewählte und ernannte Politiker_innen sowie Vertreter_innen der Zivilgesellschaft aus Moroto Distrikt zu einem zweitägigen Workshop zum Thema gute Regierungsführung und Verantwortlichkeit von Regierungsvertretern ein. GAIN-Uganda und KAS entwickelten ein Programm, das die Rechenschaftspflicht gewählter Vertreter_innen gegenüber der Bevölkerung nachhaltig stärken soll.

Die Methode nach welcher der Workshop konzipiert war ermöglichte es, zwei separate Trainings für die gewählten und ernannten Vertreter in der Region einerseits sowie für Vertreter der Zivilgesellschaft andererseits bereit zu stellen. Während die lokalen Politiker von Dr. Milto Mutto, geschäftsführender Direktor der Pincer Group International, trainiert wurden, leitete Dr. Arthur Bagonza, Mitglied der Pincer Group International, den Workshop über die politischen Rechte von Bürgern und ihre Rolle im politischen Entscheidungsprozess für die Vertreter der Zivilgesellschaft.

Nachdem Bernhard Mukhone, Programmbeauftragter der KAS, und Samson Okurut Emasit, Vertreter von GAIN-Uganda, den Workshop offiziell eröffneten, begann Dr. Mutto das Training mit einer gemeinsamen Session in der alle Teilnehmer_innen Charakteristika einer guten politischen Führungskraft sammelten.

Anschließend wurden die Teilnehmer_innen in zwei Gruppen aufgeteilt und folgten einem getrennten Trainingsplan. In Gruppen von drei bis vier Leuten erarbeiteten die Vertreter_innen der Zivilgesellschaft eine Liste von Problemen im Bereich Bereitstellung öffentlicher Güter und Infrastruktur in ihrem Umfeld. Sie wiesen auf mehrere Probleme hin und stellten fest, dass die meisten der Probleme in Karamoja, wie beispielsweise Hunger, Armut und schwache Straßeninfrastruktur, vor allem durch schlechte politische Führung auftreten und nach wie vor ungelöst seien. Die Teilnehmer_innen diskutierten, wie sie das Problem der schlechten politischen Führung lösen könnten und inwiefern die Zivilgesellschaft Einfluss auf die oben genannten Bereiche nehmen könne.

Gleichzeitig leitete Dr. Mutto eine ähnliche Diskussion mit den politischen Vertreter_innen darüber, mit welchen Problemen die Menschen in Karamoja zu kämpfen haben und wie diese gelöst werden könnten. Darüber hinaus sprach er mit den Teilnehmer_innen über die Bedeutung von persönlicher Führungsstärke und dem Einfluss den sie persönlich auf die Entwicklung der Region nehmen könnten.

Der erste Workshop-Tag endete mit einem Selbsteinschätzungstest, um herauszufinden welche nützlichen Stärken und Schwächen die Teilnehmer_innen mitbringen. Am zweiten Workshop-Tag analysierten die Teilnehmer_innen ihre Ergebnisse und konnten sich einem bestimmten Führungskräftetypen zuordnen. Dies war für viele Teilnehmer_innen sehr hilfreich, da sie so ein besseres Verständnis über ihre Stärken und Schwächen entwickeln konnten, und auch Vielfalt und Individualität als Stärken einer Gruppe wahrnahmen.

Danach sprachen beide Gruppen über die Bedeutung und die Prinzipien von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Beteiligung, politischen Pluralismus, gute Regierungsführung und Verantwortlichkeit, Zivilgesellschaft und Medien und das politische System Ugandas in zwei separaten Sitzungen. Dieser Teil des Workshops war besonders wichtig, um die gleiche Basis und dasselbe Verständnis von den demokratischen Strukturen in Uganda herzustellen und Missverständnisse zu beseitigen.

Auf dieser Grundlage führte Dr. Mutto die lokalen Politiker in einen Selbsteinschätzungs-Fragebogen ein. Dieses Instrument beinhaltet Fragen darüber wie die lokalen politischen Vertreter_innen gute Regierungsführung und Verantwortlichkeit in ihrer Gemeinde sicherstellen und soll eine Methode sein, die Politiker_innen dabei hilft herauszufinden in welchen Bereichen ihrer Arbeit noch Verbesserungen nötig sind.

Die Vertreter der Zivilgesellschaft wurden dazu aufgefordert ein bestimmtes Projekt, das von der lokalen Regierung implementiert wurde, zu überprüfen. Dr. Bagonza erklärte, dass diese Methode dabei helfen könne die lokale Regierung zur Verantwortung zu ziehen und politische Prozesse transparenter zu gestalten.

Um beide Gruppen mit ihren jeweiligen Ergebnissen zu konfrontieren und um eine fakten-basierte Diskussion zu ermöglichen, wird ein zweiter Workshop stattfinden. In zwei Wochen werden sich alle Teilnehmer_innen erneut treffen, um ihre Ergebnisse zu analysieren. Besonders interessant werden die Ergebnisse der Monitoring-Gruppe sein, auf welche die lokalen Politiker dann direkt reagieren können.

Autorin: Nele Krüger, KAS Praktikantin

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