Veranstaltungsberichte

Die Sünden des Kommunismus

von Bence Bauer, LL.M
Am Donnerstag, 10.11.2011, fand eine stark beachtete Konferenz im Hotel Gellért zum Thema "Sünden des Kommunismus" statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Konrad Adenauer Stiftung, von der Barankovics Stiftung und dem von Péter Eötvös geleiteten Arbeitskreis der Christdemokratischen Volkspartei "Sünden des Kommunismus".

Die mehr als 150 an der Thematik hoch interessierten Gäste konnten einer ganzen Reihe von eindrucksvollen Experten auf dem Gebiet der Aufarbeitung der Vergangenheit hören wie Zoltán Tamás Csallóközi, Kabinettschef des stellv. Ministerpräsidenten Dr. Zsolt Semjén, Dr. Frigyes Kahler, mit dem Thema vielfach befasster Richter, Dr. Gábor Jobbágyi, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht an der Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Pázmány Péter Katholische Universität, Dr. Péter Tamáska, Journalist, Dr. István Szabó, Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsgeschichte der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Pázmány Péter Katholische Universität, Dr. Attila Horváth, Dozent am Lehrstuhl für Ungarische Staats- und Rechtsgeschichte der Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Eötvös Loránd Universität und schließlich Dr. Gábor Bátonyi, Dozent an der University of Bradford im Vereinigtes Königreich. Die Referenten konnten somit unter verschiedensten Blickwinkeln das Interesse auf die Beschäftigung mit den „Sünden des Kommunismus“ richten, die bis heute nachhaltig die Nachkriegsgesellschaft Ungarns beeinflussen und auch bedrücken.

In seinen Eröffnungsworten erinnerte Hans Kaiser, der Leiter der Konrad Adenauer Stiftung in Ungarn an den Jahrestag der Öffnung am 9./10. November 1989, an dem diese Konferenz stattfinde. Ungarn sei bei der Bezwingung der Berliner Mauer und bei der Überwindung der deutschen Teilung eine herausragende Rolle zugefallen. Der erste Stein aus der Mauer sei in Ungarn herausgebrochen worden (Helmut Kohl). Er unterstrich auch, wie wichtig es sei, die Erinnerung an die Verbrechen und Sünden der Vergangenheit wach zu halten, an die Unterdrückung der Freiheit, an die brutale Missachtung der Menschenrechte und –würde und an die hemmungslose und gezielte Beugung des Rechts. Wer an die Ereignisse vor 1989 erinnere, erinnere zugleich daran, dass es einen schweren Kampf mit so vielen Opfern gegeben habe, um die Unterdrückung zu überwinden, die Freiheit zu gewinnen und letztlich den Kommunismus zusammenbrechen zu sehen. Heute sei das Wissen um 1989 und um die Schrecken des Kommunismus in der Zeit davor mitunter verblichen. Das gelte nicht zuletzt für die junge Generation. Hier seien Elternhaus, Schule und Medien gefordert, dass jeder an seinem Ort seine Pflicht erfülle, das Wissen und die Erinnerung wach zu halten. Geschichtsbewusstsein, das Bewahren der Erinnerung seien Bürgerpflicht. Kaiser dankte in diesem Zusammenhang darauf gerichteten Initiativen wie der von KDNP. Foren der Zivilgesellschaft komme bei dieser Aufgabe eine wichtige Rolle zu.

Der Stellvertretende Präsident des Ungarischen Parlaments, Dr. Péter Harrach, würdigte seinerseits in diesem Zusammenhang die Rolle und Tätigkeit der Konrad Adenauer Stiftung bei der Beschäftigung mit der kommunistischen Vergangenheit Ungarns und dankte persönlich auch dem Leiter der Stiftung, der diese Schwerpunkte in der Arbeit der Stiftung in Ungarn setze.