Details
Begegnungen von Texas bis an die Ostküste
Unterwegs suchte Dr. Pöttering das Gespräch mit einem breiten Publikum: An der University of Texas at Austin diskutierte er mit Studierenden und Lehrenden. Zudem tauschte er sich mit Vertreterinnen und Vertretern der deutsch-amerikanischen Wirtschaft aus und traf Nachwuchskräfte der Alexander Hamilton Society. In New York kam er im International House mit Studierenden und Alumni zusammen. Dieser Termin hatte für ihn eine besondere persönliche Note: Er selbst war einst an der benachbarten Columbia University eingeschrieben.
Vertrauen als Fundament der transatlantischen Partnerschaft
Höhepunkt und Abschluss der Reise bildete am 21. September 2026 eine Veranstaltung im Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington, DC. Vor rund 70 geladenen Gästen aus Thinktanks, Diplomatie und multilateralen Organisationen sprach Dr. Pöttering über die Rolle des Vertrauens in den transatlantischen Beziehungen. Er erinnerte an das enge Verhältnis zwischen US-Präsident George H. W. Bush und Bundeskanzler Helmut Kohl in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung. Bushs Vertrauen in Kohl sei beispielhaft für eine politische Partnerschaft, die auf persönlicher Verlässlichkeit und gemeinsamen Werten beruhe. Vor diesem Hintergrund warb er dafür, das Vertrauen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten im heutigen internationalen Umfeld zu erneuern.
Europas Einsatz für die Freiheit
Dr. Pöttering rief die Europäerinnen und Europäer dazu auf, gemeinsam für ihre Sicherheit und Freiheit einzustehen. Dazu gehöre auch die fortgesetzte Unterstützung der Ukraine gegen Russlands Angriffskrieg. Nachdrücklich unterstrich er den Wert des Völkerrechts: Die Achtung von Souveränität, territorialer Integrität und verbindlichen Regeln bleibe für eine friedliche internationale Ordnung unverzichtbar. Wer die Ukraine unterstütze, verteidige daher auch die Grundsätze, auf denen Europas Sicherheit fußt.
Bürgersinn: Heimat, Nation und Europa
In Anlehnung an die berühmten Worte von Präsident John F. Kennedy ermutigte Dr. Pöttering die Zuhörerinnen und Zuhörer, nicht nur zu fragen, was ihr Land für sie tun könne. Sie sollten auch fragen, was sie selbst für ihr Land, für die Demokratie und für die Gesellschaft beitragen könnten. Zudem beschrieb er drei eng miteinander verknüpfte Ebenen der Identität: die Verbundenheit mit der Heimat, die nationale Zugehörigkeit und ein europäisches Selbstverständnis. Diese Ebenen stünden nicht in Konkurrenz zueinander, erläuterte er. Vielmehr stärkten sie sich gegenseitig als Grundlage für politische Verantwortung und Solidarität.
Der Abend klang mit Gesprächen bei einem Buffet mit deutschen und internationalen Spezialitäten aus.