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Die KAS USA und das American German Institute (AGI) diskutierten die transatlantische Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Technologie und Industriepolitik.
Während geopolitischer Wettbewerb, technologischer Wandel und anfällige Lieferketten die Weltwirtschaft neu gestalten, bleibt die transatlantische Partnerschaft ein wichtiger Stabilitätsanker. Während der von der Konrad-Adenauer-Stiftung USA und dem AGI organisierten „Transatlantic Trade Week 2026“ diskutierten Experten, politische Entscheidungsträger und Vertreter der Wirtschaft darüber, wie die Vereinigten Staaten und Europa ihre Zusammenarbeit in einem zunehmend umkämpften internationalen Umfeld stärken können.
Ein zentrales Thema war das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Verflechtung und strategischer Souveränität. Die Redner betonten, dass die transatlantische Integration weiterhin Stabilität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fördere. Gleichzeitig hätten die jüngsten Krisen gezeigt, dass es notwendig sei, Schwachstellen in kritischen Sektoren abzubauen.
Die Teilnehmer argumentierten daher, dass gegenseitige Abhängigkeit und Souveränität sich nicht gegenseitig ausschließen; vielmehr würden sie parallel weiterentwickelt, wobei der Schwerpunkt auf „Risikominderung“ statt auf „Entkopplung“ liege: Diversifizierung der Lieferketten, Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Schutz kritischer Technologien bei gleichzeitiger Wahrung offener Märkte.
Die strategische Rolle kritischer Mineralien war ein weiterer Schwerpunkt. Steigende Nachfrage, Marktverzerrungen, hohe Energiekosten und uneinheitliche Umweltstandards stellen die europäische Wettbewerbsfähigkeit vor wachsende Herausforderungen.
Die Redner forderten eine aktivere und pragmatischere europäische Industriepolitik. Während die Vereinigten Staaten in strategischen Sektoren auf eine direkte Umsetzung hinarbeiten, muss Europa die Koordination und das Tempo auf EU-Ebene verbessern. Die industrielle Basis und das ingenieurtechnische Know-how Deutschlands wurden als wichtige Stärken für eine stärkere transatlantische Wirtschaftsagenda angesehen.
Wirtschaftliche Sicherheit prägt mittlerweile die Handelspolitik in verschiedenen Sektoren wie Halbleiter, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, digitale Infrastruktur und Rohstoffe. Die Teilnehmer stellten fest, dass industrielle Kapazitäten, technologische Führungsrolle und nationale Sicherheit zunehmend miteinander verflochten sind.
Die Technologiepolitik bleibt sowohl ein Feld der Zusammenarbeit als auch der Spannungen. Unterschiede zwischen den Regulierungsansätzen der USA und Europas beeinflussen weiterhin die Debatten über KI, digitale Märkte und die Regulierung von Plattformen. Gleichzeitig betonten die Teilnehmer, dass die Zusammenarbeit in den Bereichen kritische Mineralien, Halbleiter, sichere Lieferketten und neue Technologien für die transatlantische Wettbewerbsfähigkeit nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist.
In den Diskussionen wurde auch die Zukunft der regelbasierten Handelsordnung thematisiert. Zwar bleibt die Welthandelsorganisation ein wichtiger Rahmen, doch wiesen die Redner darauf hin, dass sie unter Druck steht, da der geopolitische Wettbewerb die Handelspolitik zunehmend prägt.
Zölle wurden als politisch relevante, aber begrenzte Instrumente beschrieben. Sie können zwar Druckmittel darstellen, lösen jedoch keine strukturellen Herausforderungen. Daher ist ein umfassenderer Ansatz erforderlich, der Handelspolitik, Innovation, Infrastruktur und Industriestrategie miteinander verbindet.
Chinas Rolle in der globalen Handelsdynamik war ein immer wiederkehrendes Thema, insbesondere im Hinblick auf Überangebot, Marktverzerrungen und Abhängigkeiten bei kritischen Technologien und Rohstoffen. Die Teilnehmer betonten Resilienz und Diversifizierung statt Isolation.
Die Transatlantische Handelswoche 2026 endete mit einer klaren Botschaft: Die Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bleibt unverzichtbar, muss aber aktiv gepflegt werden. Durch einen kontinuierlichen Dialog, pragmatische Zusammenarbeit und eine bessere politische Abstimmung können beide Seiten die wirtschaftliche Sicherheit stärken und zu einer widerstandsfähigeren, wettbewerbsfähigeren und regelbasierten internationalen Ordnung beitragen.