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Pillars of the Liberal Democratic Order

Constitutional Governance, Democratic Leadership and Public Policy

Vom 27. September bis 1. Oktober 2026 reiste Prof. Dr. Günter Krings MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, durch die USA. Auf dem Programm standen Gespräche, Podiumsdiskussionen und Abendveranstaltungen. Dabei ging es stets um dieselben Fragen: Wie steht es um die transatlantische Zusammenarbeit, was zeichnet demokratische Führung aus, und was leistet eine Verfassung, wenn es darauf ankommt?

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Details

Verfassungsfragen in Washington

Der Aufenthalt in Washington galt zunächst dem Grundsätzlichen. Bei einer Dinner-Diskussion sprach Krings mit Robin Quinville, Senior Non-Resident Fellow am American-German Institute, über das Thema „Anchoring Prosperity: Navigating Democratic Values and Enterprise in an Evolving Transatlantic Relationship". Beim Panel „The Transatlantic Partnership: A Constitutional Perspective", das die KAS gemeinsam mit der Deutschen Botschaft in ihren Räumen ausrichtete, diskutierte er mit Ambassador Nathan Sales und Judge Thomas Griffith. Beide Veranstaltungen kreisten um Demokratie, Verfassungen und das Parteiensystem.

Hinzu kam der Blick auf die Tagespolitik. Mit dem deutschen Botschafter in Washington, Jens Hanefeld, analysierte Krings die deutsch-amerikanischen Beziehungen und die politischen Entwicklungen im Vorfeld der Midterm Elections. Zu den Höhepunkten der Reise zählte der Austausch mit Simon Bland, Assistant Secretary for International Affairs im U.S. Department of Homeland Security, der die Themen Migration und Terrorismusbekämpfung erläuterte.

Zu Gast bei Jefferson

Wer über die Zukunft der Demokratie sprechen will, findet in Charlottesville die passende Kulisse: Hier gründete Thomas Jefferson, der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung, 1819 die University of Virginia, deren Absolventen die junge Republik tragen sollten. Am 30. September war Krings dort zu Gast und brachte eine deutsche Antwort auf eine Frage mit, die sich derzeit auf beiden Seiten des Atlantiks stellt: Wie bleibt eine Demokratie stabil?

Ein Blick in die Kristallkugel

Gastgeber war das Center for Politics, das der Politikwissenschaftler Larry J. Sabato 1998 gegründet hat. Dessen Newsletter trägt nicht zufällig den Namen „Sabato's Crystal Ball": Woche für Woche wagt das Team dort Prognosen für Repräsentantenhaus, Senat und Gouverneurswahlen, die Medien im ganzen Land aufgreifen. Wenige Wochen vor den Midterms am 3. November gab es entsprechend viel zu besprechen, zumal diese Wahlen für den Präsidenten traditionell kein Heimspiel sind: Seine Partei verliert dabei fast immer Sitze im Repräsentantenhaus.

Stresstest für die Demokratie

Entlang der Leitfrage „Is Democracy at Risk?" diskutierte Krings mit Studierenden der UVA darüber, was die USA vom politischen System der Bundesrepublik lernen können. Seine Antwort passt in drei Worte: Republik der Mitte. Nach den bitteren Erfahrungen von Weimar wurde die Bundesrepublik so gebaut, dass ihre Institutionen die Politik zur Mitte hin ziehen: Koalitionen zwingen zum Kompromiss, das konstruktive Misstrauensvotum sorgt für stabile Regierungen, und über allem wacht das Bundesverfassungsgericht. Für Studierende, die ein tief gespaltenes Zweiparteiensystem erleben, war das ein ungewohnter Blick von außen auf die eigene Demokratie.

Ein Pantheon für die Bücher

Wie eng Bildung und Demokratie für Jefferson zusammengehörten, zeigte ein Rundgang über den Campus. Das „Academical Village" im Herzen der Universität hat er selbst entworfen; gemeinsam mit Monticello, seinem einstigen Landsitz, zählt es heute zum UNESCO-Welterbe. Blickfang ist die Rotunda, ein Nachbau des römischen Pantheons im halben Maßstab. Wo in Rom die Götter verehrt wurden, ließ Jefferson die Bücher einziehen: Im Zentrum seiner Universität stand keine Kapelle, sondern die Bibliothek. Und in den Zimmern am Lawn, die er einst für seine Studenten plante, wohnen bis heute jedes Jahr 54 Studierende im letzten Studienjahr, Tür an Tür mit ihren Lehrenden.

Zum Schluss wechselte die Sprache: Im Gespräch mit deutschsprachigen Studierenden der UVA zeigte sich, wie lebendig das Interesse an Deutschland und Europa auch jenseits von Washington ist. Krings weiß aus eigener Erfahrung, was solche Begegnungen bewirken können, denn als Fulbright-Stipendiat hat er selbst in Philadelphia studiert.

Vielleicht liegt genau darin ein weiterer Teil der Antwort auf die Frage, wie Demokratien stabil bleiben: indem sie im Gespräch bleiben.

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Sabine Murphy

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Referentin
sabine.murphy@kas.de +1 202 464 5841

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