Vom 22. bis 25. April 2026 organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Zusammenarbeit mit der NGO „Regroupement des Acteurs Ivoiriens des Droits Humains“ (RAIDH) in Buyo in der Region Nawa die Bürgerinitiative Face au peuple. Die Initiative gliederte sich in zwei zentrale Programmpunkte: einen Workshop für Kommunalpolitiker und Verwaltungsbeamte sowie ein öffentliches Bürgerforum.
Die erste Phase vom 22. bis 24. April bestand aus einer Fortbildung für Amtsträger der Gemeinden der Region zum Thema: „Rollen und Verantwortlichkeiten regionaler und kommunaler Akteure bei der Umsetzung der Dezentralisierung im Lichte des Gesetzes Nr. 2012-1128 vom 13. Dezember 2012 über die Organisation der Gebietskörperschaften und seiner Durchführungsverordnungen“. In acht Modulen, geleitet von hochkarätigen Vortragenden aus Forschung und Lehre sowie staatlicher Gemeindeaufsicht, befassten sich die Teilnehmenden mit dem rechtlichen und institutionellen Rahmen der Dezentralisierung, der Rolle der Gemeinde im Gefüge des ivorischen Staats, der Organisation kommunaler Organe, der Mobilisierung finanzieller Ressourcen sowie mit Fragen sozialer Inklusion und Good Governance. Die Gemeindepolitiker und Verwaltungsbeamten vertieften dabei ihr Verständnis des Dezentralisierungsprozesses, setzten sich mit Zuständigkeiten, Verwaltungsverfahren und Handlungsspielräumen auf kommunaler Ebene auseinander und diskutierten bewährte Praktiken sowie konkrete Herausforderungen aus den verschiedenen Gemeinden der Region.
Die zweite Phase am 25. April war einem Bürgerforum gewidmet, bei dem die lokale Bevölkerung mit dem Vizebürgermeister von Buyo und dem Stellvertreter eines Abgeordneten der Nationalversammlung wie auch dem Senator der Region Nawa zusammenkam. In kurzen Vorträgen erläuterten die Politiker dabei zunächst ihre jeweiligen Aufgaben, Zuständigkeiten und institutionellen Handlungsspielräume. Ziel war es, den Bürgerinnen und Bürgern ein besseres Verständnis für die Rolle der einzelnen Institutionen zu vermitteln, Zuständigkeiten klarer einzuordnen und die passenden Ansprechpartner für ihre Anliegen sichtbar zu machen. Im Anschluss bot sich der Bevölkerung die Gelegenheit, in den direkten Austausch mit ihren gewählten Vertretern zu treten. Die Bürgerinnen und Bürger machten davon reichlich Gebrauch, trugen den Politikern zahlreiche Fragen und Anliegen zu und konfrontierten sie mit Missständen in Gemeinde und Region. In einem waren sich die Teilnehmenden auf und abseits des Podiums einig: Nur mit Veranstaltungen wie dieser kann es gelingen, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung zu fördern und die Demokratie auf kommunaler und regionaler Ebene mit mehr Leben zu füllen.
Mit dieser Initiative bekräftigte die KAS ihren Willen, Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe auch im ländlichen Raum Westafrikas voranzutreiben.