Einzeltitel

Eltern unter Druck

von Michael Borchard , Christine Henry-Huthmacher , Tanja Merkle M.A. , Carsten Wippermann , Elisabeth Hoffmann

Selbstverständnisse, Befindlichkeiten und Bedürfnisse von Eltern in verschiedenen Lebenswelten

Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung von Sinus-Sociovision im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Preis: 29,80 €
Warum eine Studie über Eltern wichtig ist?
Zusammenfassung von Christine Henry-Huthmacher

Die spektakulären Fälle von Kindesvernachlässigung in der letzten Zeit, aber auch die Diskussion um Schulabbrecher, Medienverwahrlosung, Fehlernährung und die zunehmenden Sprachdefizite bei Kindern und Jugendlichen haben die Frage nach dem Selbstverständnis von Eltern und ihrem Erziehungsverhalten aufgeworfen. Nicht selten fühlen sich Eltern vom Alltag mit Kindern, den Erziehungsaufgaben und den wachsenden Anforderungen an die Elternrolle überfordert. Den Eltern wird heute ein Maß an Verantwortung und Mitsprache für ihre Kinder zugewiesen, das es in früheren Elterngenerationen so nicht gab. Über die Lebenssituation von Eltern wissen wir jedoch wenig. Zwar prägen sie maßgeblich das Lebensumfeld und die Entwicklung ihrer Kinder, doch spielen sie in der familienpolitischen Diskussion nur eine marginale Rolle. Da das Hauptaugenmerk der Familienpolitik auf dem Kindeswohl liegt, geraten Eltern leicht aus dem Blickfeld.
Dabei ist es nicht minder notwendig, zu wissen, wie es den Eltern geht, da sie der Schlüssel aller Erziehungsprozesse sind. Doch Elternschaft ist auch in der familienwissenschaftlichen Forschung ein wenig beachtetes Themenfeld. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat deshalb die Lebenssituation der Eltern in den Mittelpunkt einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung gestellt. Im Vordergrund stehen die Fragen: Wie geht es Eltern? Was brauchen Eltern? Auf der Grundlage der Sinus-Milieus® (entwickelt von Sinus Sociovision) geht die Eltern-Studie differenziert auf die unterschiedlichen Lebenssituationen von Eltern ein.

Inhalt
Eltern unter Druck
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie
Christine Henry-Huthmacher
1
Eltern unter Druck – Die Studie
Tanja Merkle / Carsten Wippermann
25
1.Hintergrund27
2.Zentrale Befunde30
2.1.Dringlichkeit der Studie30
2.2.Basisbefunde31
Elternschaft ist (nur noch) eine Option31
Elternschaft ist komplex32
Eltern sind unter Druck32
Pluralität von Leitbildern36
2.3.Milieuspezifische Rollenbilder einer "guten Mutter"37
2.4.Konturen neuer Väterbilder45
2.5.Pluralität der "Bedeutung" des Kindes49
2.6.Aus Sorge ums Kind: Soziale Distinktion und Abschottung50
2.7.Frühförderung: Circulus vitiosus54
2.8.Eltern mit Migrationshintergrund55
Migranten-Milieu57
Partnerschaft, Familie und Elternschaft in Migranten-Milieus60
Religiös-verwurzeltes Milieu61
Traditionelles Gastarbeitermilieu62
Entwurzeltes Flüchtlingsmilieu64
Statusorientiertes Milieu66
Adaptives Integrationsmilieu68
Intellektuell-kosmoplitisches Milieu70
Multikulturelles Performermilieu72
Hedonistisch-subkulturelles Milieu73
Entfremdung und Verlust der eigenen Kinder75
3.Perspektiven der verschiedenen Lebenswelten
(Sinus-Milieus)®
76
Gesellschaftliche Leitmilieus76
3.1.SINUS B1:"Etablierte"76
Kurzportrait76
Lebenswelt: Wie geht es Eltern?79
Selbstbewusstes Establishment, ausgeprägte Exklusivitätsansprüche79
Organisiertes Familienleben in regelmäßigen Bahnen.81
Beruflicher Erfolg durch hoes Engagement82
Traditionelle Rollenteilung, Ich - Vertrauen in die eigene Leistung83
Ambitionierte Erziehungsarbeit84
Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Keine adäquate Anerkennung der Träger der zukünftigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung: "Deutschland - quo vadis?"90
Individuelle Betreuungsarrangements: gezielte Föderung des Kindes, persönliche Felxibilität91
Bildung als Schlüssel zum Erfolg92
3.2.SINUS B12: "Postmaterielle"94
Kurzportrait94
Lebenswelt: Wie geht es Eltern?97
Intellektuelle und kulturelle Avantgarde, Wunsch nch Balance97
Gemeinsam ud bewusst erlebter Familienalltag99
Berufung statt Beruf102
Partnerschaftlichkeit in Ehe und Familie104
Selbstkritische Erziehungsarbeit106
Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Manifestation der mangelnden Anerkennung u.a. in wenig familienfreindlicher Arbeitskultur112
Krippe, Kindergarten und Hort als Orte des sozialen Miteinanders116
Bildung als humanistische Tugend118
3.3.SINUS C12: "Moderne Performer"121
Kurzportrait121
Lebenswelt: Wie geht es Eltern?124
Dynamische Leistungselite mit Ehrgeiz: Chancen nutzen124
Professionelles Familienmanagement126
Zielstrebige Karriereplanung, Orientierung an Erfolg und Status128
Retraditionalisierung der Partnerschaft durch Elternschaft129
"Projekt" Erziehungsarbeit132
Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Internationales Benchmarking offenbart Defizite - Forderung nach umsetzungsorientierten Lösungen137
Private Betreuungsarrangements: Basis für hohes berufliches Engagement138
Bildung als Medium zur Elitenförderung139
Mainstream-Milieus140
3.4.SINUS B2: "Bürgerliche Mitte"140
Kurzportrait140
Lebenswelt: Wie geht es Eltern?143
Statusorientierter Mainstream, familiäre Geborgenheit und gesicherte, harmonische Verhältnisse143
Sicherung des Status quo statt intensiever beruflicher Aufstiegsambitionen147
Traditionelle Rollenteilung im "Team": Natürliche Konsequenz und vernünftige Logik des Arbeitsmarktes150
Aufopfernde Erziehungsarbeit151
Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Mangelnde Anerkennung und Unterstützung bei gleichzeitig demonstrativ selbstbewusster Außendarstellung156
Eigenbetreuung bis zum Alter von drei Jahren: Selbstverständliches "Normalmodell"157
Bildung als Vehikel zur Distinktion159
3.5.SINUS B3: "Konsum-Materialisten"161
Kurzportrait161
Lebenswelt: Wie geht es Eltern?164
Haben-Materialismus, Wunsch nach Zugehörigkeit164
Familienleben im Spannungsfeld zwischen Alltagsmühle und mentaler Flucht166
Geringe berufliche Ambitionen - Fokus: Geldverdienen168
Traditionelle Rollenteilung qua Natur, Pragmatismus in der Partnerschaft169
Außenorientierte Erziehungsarbeit171
Gesellschaftpolitscher Stellenwert von Kindern: Erlebte Diskriminierung von Mehrkindfamilien, mangelnde finanzielle Unterstützung177
Eigenbetreuung: Persönliche Legitimation, auch: sich nicht "in die Karten schauen lassen"178
Bildung als Basis für einen Arbeitsplatz179
Hedonistisches Milieu182
3.6.SINUS C2: "Experimentalisten"182
Kurzportrait182
Lebenswelt: Wie geht es Eltern?185
Lifestyle-Avantgarde auf der Suche nach dem "inneren Kern"185
Abwechslungsreicher, aktiver Familienalltag187
Wunsch nach kreativen Jobs als Medium zur Selbstvewirklichung188
Modernes Partnerschaftsverständnis und flexibles Rollenverhalten189
"Unvergrübelte" Erziehungsarbeit&n bsp;191
Gesellschaftspolitscher Stellenwert von Kondern: Geringe soziale Sicherheit, keine Vereinbarkeit mit persönlicher Vorstellung von Erziehungsarbeit197
Außerhäusliche Betreuung bei adäquaten Betreuungsangeboten: Willkommene Abwechslung für das Kind199
Bildung als Medium zur persönlichen Entfaltung200
3.7.SINUS BC3: "Hedonisten"202
Kurzportrait202
 Lebenswelt: Wie geht es Eltern?205
Abkehr vom Mainstream, Leben im Hier und Jetzt205
Überforderung im Familienalltag208
Problematische Jobverhältnisse209
Partnerschaft - zwischen Emanzipation und Sicherheit210
Anstrengende Erziehungsarbeit213
Gesellschaftspolitischer Stellenwert von Kindern: Düstere Prognosen für die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung219
Außerhäusliche Betreuung: Erhalt der persönlichen Unabhängigkeit220
Bildung als notwendige Voraussetzung: Minimalansprüche221
4.Was brauchen Eltern?224
4.1.Grundsätzlich: Keine Spaltung von Eltern224
4.2.Milieuübergreifende Forderungen, Wünsche und Bedürfnisse225
Soziale WErtschätzung von Elternschaft225
Kinderfreundliches Klima und Akzeptanz auch kinderreicher Familien225
Soziale Akzeptanz und Kinderfreundlichkeit im persönlichen Umfeld226
Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, u.a. durch adäquate gesetzliche Rahmenbedingungen226
Verbesserung der Betreuungssituation und Reformierung des Bildungssystems229
Finanzielle Wertschätzung von Elternschaft232
Berücksichtigung von Anrechnungszeiten im Renten- und Sozialversicherungssystem235
Kontinuierliche pädagogische Unterstützung235
4.3.Milieuspezifische Bedürfnisse und Optimierungswünsche237
Freizeitangebote237
5.Methodensteckbrief240
5.1. Methodisches Vorgehen 240
5.2. Stichprobe 241
Autorinnen und Autoren 242