Der 50jährige Politikwissenschaftler erwartet deshalb einen Fachkräftemangel: „Viele kluge Köpfe können Sie so nicht halten oder gewinnen. Viele Zeitungen suchen heute vergeblich nach Volontären.“
„Das Wichtigste, was wir in dieser Gesellschaft brauchen, ist Medienkompetenz: Was ist eine seriöse Quelle? Was ist Satire? Was ist ein Kommentar? Was ist eine Falschmeldung?“ Überall, der seit neun Jahren als Professor an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln lehrt, weiß: „Die Digitalisierung hat unser Geschäft nachdrücklich verändert. Angesichts totaler Reizüberflutung sind Menschen gezwungen, Komplexität zu reduzieren, und ziehen sich deshalb in Filterblasen zurück.“
Selbstkritik hält er für selbstverständlich erforderlich: „Journalisten müssen sich immer hinterfragen. Heute müssen wir nicht nur senden, sondern auch empfangen. Wir erhalten viele Rückmeldungen in Echtzeit und müssen gute Antworten geben.“ Mit Blick auf Kritik an mancher offensichtlich einseitiger Berichterstattung – etwa im öffentlich-rechtlichen Rundfunk - erklärte Überall: „Viele Medienhäuser haben verstanden, dass sie in ihren Redaktionen auch politische Diversität abbilden müssen.“
Topics
On the Self-inflicted Causes of the Crisis in Journalism
The fire disaster in Kočani: Shock for state and society in North Macedonia
Why an independent Digital Ministry is indispensable and how it could be structured
Renewal of political parties - Digitalisation and political parties
Which News Can Still Be Trusted?