Event Reports

Peer Leadership Workshop in Haifa

Eine Veranstaltung im Rahmen unseres EU-Projekts „Partners for Regional Leadership“

Am 21. und 22. Februar 2014 trafen sich 65 israelische Schüler in Haifa zu einem Trainingsworkshop. Über 2 Tage hinweg setzten die Schüler sich im Rahmen des tri-nationalen EU Projekts „PRL - Partner for Regional Leadership“ mit dem Thema Peer-Leadership auseinander. Das zweite Treffen der israelischen Teilnehmer der fand an der Reali Schule in Haifa statt. Die Schüler der Shaar HaNegev High School und der Dror Schule trafen sich mit den Schülern der Gastgeberschule mit dem Ziel sich besser kennenzulernen und in kleinen Gruppen zu erlernen, wie man sein Umfeld aktiv mitgestalten kann.

Der erste Tag wurde eröffnet durch eine Präsentation des palästinischen Friedensaktivisten und Fatah Mitglieds Ayed Atmawi, der versuchte den interessierten Schülern die palästinensische Sichtweise des Konflikts darzulegen. Er warb für die Zweistaatenlösung und für einen besseren Umgang mit den Palästinensern an den Checkpoints in der Westbank. Vor allem aber versuchte er den Jugendlichen zu zeigen, dass auf der palästinensischen Seite nicht nur Gewalt gepredigt wird, sondern dass es auch moderate Stimmen gibt, die gewaltfreie Lösungsansätze anstreben und in einen Dialog mit Israel treten wollen.

Nach Ablauf seiner Präsentation stand der Sprecher für die vielen Fragen der Anwesenden zur Verfügung. Die Fragen reichten vor sehr persönlichen Fragen über Herrn Atmawi und seine persönlich Einstellung bis hin zu komplizierten politischen Fragen zur Siedlungspolitik und dem israelischen Sicherheitsbedürfnis. Insgesamt war das Feedback der Schüler überwiegend positiv.

Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Atmawi wurde in kleinen Gruppen über die Wertsetzungen der Teenager gesprochen. Ist ihnen zum Beispiel Musik, Ideologie, Sport, Religion, Freiwilligentätigkeit oder Politik am wichtigsten, und was von diesen Themen eignet sich am Besten, um dadurch Mitschüler und Mitmenschen zusammenbringen und zu gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren? Die Schüler diskutierten und erstellten Poster und kleine Theaterstücke zu den verschiedenen Bereichen.

Nach dem Mittagessen wurden die Schüler in Rollenspielen mit Fragen von Führungsqualität und Entscheidungsfindungsprozessen konfrontiert. So wurde in jeder Gruppe ein „Premierminister“ gewählt, der 3.000,- fiktive Schekel zu seiner freien Verfügung bekam. Die Aufgabe der Schüler war es, zusammen eine Werbekampagne für ein von ihnen gewähltes Thema zu starten und den Premierminister davon zu überzeugen, die nötigen Schekel in ihre Gruppe zu investieren. Da die finanziellen Mittel allerdings nur für die Unterstützung von zwei fiktiven Projekten reichten, musste der „Premierminister“ entscheiden, welche der drei Gruppen am wichtigsten ist und wie er das Geld verteilen wollte. Da der „Premierminister“ selbst zu einer dieser Gruppen gehörte, war es interessant zu sehen, dass die Ressourcen in den meisten Fällen gleich verteilt und die eigenen Interessen beiseite gestellt wurden.

Im Anschluss an eine Kaffeepause wurden verschiedene kurze Videos mit dem Thema „Leadership“ gezeigt. Die Schüler sollten hierbei die verschiedenen Ansätze der gezeigten Führungspersönlichkeiten analysieren und herausfinden, welchen Preis die jeweilige Person bezahlen musste, um ihre Zielsetzung zu verwirklichen.

Der Abend wurde nach dem gemeinsamen Sabbatessen mit verschiedenen sozialen Aktivitäten für die Schüler beendet, die den gemeinsamen Interessen- und Meinungsaustausch in den Vordergrund stellten.

Der zweite Tag begann und endete jeweils mit einer kurzen Bewegungs- und Tanzübung der Schüler zur Auflockerung. Präsentiert von Dr. Edna Calo Livne, der Direktorin der israelischen Partnerorganisation Beresheet LaShalom. Die Übung hatte unter anderem das Ziel, das Gruppengefühl der Teilnehmer zu stärken. Zudem musste sich jeweils ein Schüler eine Choreographie für seine Mitschüler ausdenken und sie dazu bringen diese mitzumachen. So wurden die Motivationsfähigkeiten der Schüler auf spielerische Art trainiert.

Bevor die Schüler in Gruppenarbeit weiter an der Definition einer guten Führungspersönlichkeit und an ihren Fähigkeiten als guter Zuhörer arbeiteten, wurde eine Präsentation zur Zusammenfassung des Vortages gehalten. Die Lehrer Agat, Shai und Dor gaben den Schülern zu verstehen, dass jeder von ihnen Verantwortung übernehmen und eine Führungsrolle einnehmen kann.

Im folgenden Workshop wurde von den Schülern diskutiert, inwiefern man die Möglichkeit hat, den Lauf der Dinge in seinem Umfeld zu beeinflussen, und was man sich für die Zukunft wünscht oder vornimmt.

Der Workshop kam bei den Schülern bis auf einige organisatorische Punkte gut an. Einige Schüler gaben jedoch an, dass sie unterfordert waren von den Inhalten der Workshops und sich mehr Praxisbezug oder auch ein direktes Treffen mit den palästinensischen und jordanischen Schülern gewünscht hätten.

Im selben Rahmen fand am 23.-24. Januar 2014 in Jerusalem bereits ein Trainingsworkshop für die palästinensischen Schüler statt. Die jordanischen Schüler werden am ersten Märzwochenende zusammenkommen.

Stefan Wolfrum

Peer Leadership Workshop Haifa 21. und 22. Februar 2014 KAS Israel
Peer Leadership Workshop Haifa 21. und 22. Februar 2014 KAS Israel
Peer Leadership Workshop Haifa 21. und 22. Februar 2014 KAS Israel
Peer Leadership Workshop Haifa 21. und 22. Februar 2014 KAS Israel