Event Reports

Aktiv sein als Staatsbürger- und Staatsbürgerin!

by Hutuf Mansour

Politische Bildung für jordanische Jugendliche

Mehrere Workshops gefolgt von vier erfolgreichen Aufklärungskampagnen resultierten, in einer krönenden Abschlussfeier der ersten Hälfte des „Women‘s Voices“-Programm und der Jugendakademie.

Ende August 2021 feierte das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Amman mit ihrem jordanischen Partner und Freunden im Garten des KAS-Büros den Abschluss des ersten Jahres des WVs Programm sowie der Jugendakademie. Beide Projekte wurden in Kooperation mit dem Jordanischen Zentrum für politische Bildung (JCCE) durchgeführt. Die Jugendakademie besteht aus einer Reihe von Workshops, die darauf abzielen, die politischen Fähigkeiten und das Wissen junger jordanischer Männer und Frauen aufzubauen.

"Ihr gebt uns das Wissen und die Chance, um echte Veränderungen in unseren lokalen Gemeinschaften bewirken zu können", sagte Alanoud Alhmoud, eine der ersten Absolventinnen der Jugendakademie, bei ihrer Ansprache. Alanoud wurde durch das Programm ermutigt, an den Parlamentswahlen teilzunehmen, nachdem sie sich ihrer Rechte und der Bedeutung der politischen Beteiligung von Frauen bewusst geworden war. Als Gastsredner ermutigte Dr. Wajeeh Qanso, Professor für Philosophie und Spezialist für politische Bildung und Bürgerrechte, die Jugendlichen sich weiterhin für ihre Gesellschaft zu engagieren.

Das Women's Voices Programm startete Anfang dieses Jahres mit einem virtuellen Workshop mit 16 Teilnehmerinnen und dem Trainer Majdi Khalil. Das Ziel der Workshop-Reihe ist, junge engagierte Frauen aus Ost-Amman zu befähigen, aktive Mitglieder ihrer Gemeinschaften zu werden sowie ihre Rechte und Pflichten in der Gesellschaft kennenzulernen. Das Programm strebt auch an, das Bewusstsein der Frauen im Wirtschaftsbereich zu stärken und Ihnen Argumentationskraft und Überzeugungsfähigkeit zu verleihen.

Als praktischer Teil des Programms teilten sich die Frauen in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe führte mehrere Aufklärungskampagnen in Almoaqqar und Aljiza in Ost Amman durch. Diese Kampagnen dienten zur Sensibilisierung der Frauen und der Hervorhebung von Bußgeldproblemen in Bezug auf Kreditaufnahmen. Viele Frauen in diesen Gebieten Jordaniens leiden unter dem Problem der Zahlungsunfähigkeit nach der Aufnahme von Krediten durch Finanzierungsträger wie Kreditfonds und Institutionen zur Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen. Die meisten Kreditnehmerinnen sind sich nicht über die Konsequenzen der Nichtzahlung bewusst. Das Problem der Geldbußen in Jordanien ist ein wirtschaftliches Problem, mit sozialen und psychologischen Nachfolgen. Durch die Unfähigkeit zu zahlen können diese Frauen inhaftiert werden und ihnen Freiheitsstrafen bis zur Zahlung des Betrags auferlegt werden. Durch die Kampagnen soll die Anzahl der verschuldeten Frauen reduziert werden, indem auf die Folgen der Nichtzahlung von Krediten aufmerksam gemacht wird.

Die zweite Gruppe des Projekts führte die Aufklärungskampagnen in Alashrafiya durch. Hier ging es darum Mädchen und Frauen im Alter von 16-23 vor Cyber-Mobbing sowie jeglichen elektronischen Belästigungen zu schützen und sie auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. In Jordanien besteht ein großer Prozentsatz an Frauen, welche täglich elektronischer Belästigung ausgesetzt sind und nicht wissen an wen oder wie sie sich diesbezüglich wenden können. In Kooperation mit der Abteilung für Cyberkriminalität in Jordanien wurde in den Kampagnen erklärt, welche Strafe einem Täter droht und wie man sich vor Belästigungen schützen kann.

Bei der Abschlussfeier hielten auch zwei der Teilnehmerinnen Dana Al Jammal und Rayya Khreisha, die die beiden Kampagnen leiteten Reden. Mit großer Freude und viel Stolz bedankten sich beide Teilnehmerinnen für das Projekt und die Möglichkeit Wissen zu erhalten und es direkt mit Menschen aus ihrer Umgebung teilen zu können. Die Konrad-Adenauer-Stiftung wird das Projekt weiterhin unterstützen und freut sich auf die Umsetzung im kommenden Jahr.