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Von Feinden zu Freunden: Die Erfolgsgeschichte der EU

by Julia Rieger

Veranstaltung „65 Jahre Europa – Das Vermächtnis der Gründungsväter“: Eine multimediale Zeitreise auf Großleinwand

Vor über 65 Jahren wurde der Grundstein für die Europäische Union gelegt. Doch die europäische Geschichte reicht noch viel länger zurück. In seinem multimedialen Vortrag geht Ingo Espenschied bis ganz an den Anfang zurück und erklärt, welchen Einfluss die Geschichte auf die EU hat, in der wir heute leben.

Zu Beginn begrüßt Heidi Abbenhaus, die Leiterin des Adam-Josef-Cüppers-Berufskollegs, die Gäste. Sie freut sich über die Kooperation der Schule mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, die am Europatag ihren Höhepunkt findet. „Nur wenn wir offen aufeinander zugehen, sind wir ein starkes Europa.“ Der gleichen Meinung ist auch Benedikt Jäger, der im Namen des Regionalbüros Rheinland der Konrad-Adenauer-Stiftung das Wort an das Publikum richtet. Er richtet sich vor allem an die Schülerinnen und Schüler: „Es ist unsere Aufgabe, die Zukunft mitzugestalten. Wir können stolz auf die EU sein, aber dürfen die Herausforderungen nicht vergessen.“

Die EU: Eine Erfolgsgeschichte

Dann beginnt der Politologe Ingo Espenschied seine Zeitreise: Auf einer großen Leinwand zeigt er in Bildern, Filmen und Grafiken eine Livedokumentation, die bis ganz an die Anfänge von Europa führt. „Wir haben sei 65 Jahren Frieden auf einem Kontinent, der sich schon immer durch Krieg ausgezeichnet hat“, sagt er. Wir hätten nur eine Zukunft, wenn wir ein geeintes Europa hätten. Er beginnt im Jahr 1950: Nur fünf Jahre nach dem zweiten Weltkrieg „reicht Schuman den Deutschen die Hand, um Europa zu bauen – welch eine Sensation.“ Denn als er in das Jahr 843 zu Karl dem Großen zurückspringt, wird klar, welche Ausmaße die Partnerschaft von Deutschland und Frankreich hat: Beide Länder seien „Erbfeinde“ gewesen, erzählt Espenschied.

Europa als Pulverfass

Durch den ersten Weltkrieg sei Europa „in einen Abgrund gerissen worden“. Schon damals haben sich erste Friedensbewegungen erhoben. Nach dem zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands habe „ein Brite für Europa das Heft in die Hand genommen: Winston Churchill.“ Er gründete die United Europe Movement und rief zur Einheit auf. Aber wie sollte die aussehen? Die Friedensbewegungen forderten die „Vereinigten Staaten von Europa“, die Länder sollten Rechte und Kompetenzen an die EU übertragen. Auch heute sei das noch die Debatte. „Nur dann können wir die EU stärken“, ist sich Espenschied sicher.

Kohle und Stahl als Schlüssel

Wegen Kohle und Stahl hatte es immer Spannungen gegeben. Als die sechs Anfangsstaaten die Montanunion gründeten, entpuppte sich die Wirtschaft als Grundstein für Europa. So sei es zu einem Gremium gekommen, das Einfluss hätte. Schaut man sich den Verlauf der EU an, gab es immer wieder Krisen – teilweise verursacht durch externe Umstände wie den Korea-Krieg. „Europa schien ein paar Mal vor dem Aus zu stehen, aber bisher hat es alle Krisen überwunden.“, sagt Espenschied. Durch die Römischen Verträge wuchs die Zusammenarbeit der Staaten weiter.

„Nationalismus beschränkt den europäischen Einigungsprozess“

Die EU funktioniere nur als Demokratie und auf freiwilliger Basis: „Wir übertragen alle freiwillig Rechte auf die EU, um in einer globalen Welt eine Stimme zu haben.“ Keine Hochkultur hätte jemals ohne Austausch mit anderen Ländern bestanden – Abschottung sei „politischer Selbstmord“. Deutschland sei das erste Mal „nur von Freunden und Partnern umgeben, weil die EU da ist.“ Die EU habe noch einen weiten Weg vor sich, aber sei jetzt schon einzigartig. In der anschließenden Fragerunde wird gefragt, was Ingo Espenschied an der EU ändern würde, wenn er könnte. Er wünscht sich eine europäische Öffentlichkeit, in der Europäer miteinander diskutieren, statt immer nur Menschen aus den jeweiligen Ländern. Außerdem spricht er sich für eine Stärkung der Grenzregionen aus: „Wenn das funktioniert, dann sind die Brücken da für ganz Europa.“

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Düsseldorf Deutschland