Event Reports

Außen- und Sicherheitspolitische Herausforderungen in Asien-Pazifik

by Kristof W. Duwaerts, Kristof W. Duwaerts

Konferenzzusammenfassung des 22. Asia-Pacific Roundtable

Vom zweiten bis zum fünften Juni 2008 fand im Nikko-Hotel in Kuala Lumpur das mittlerweile 22. Asia Pacific Roundtable statt. Dieses Forum wird seit 1986 jährlich vom Institute for Security and International Studies (ISIS) Malaysia ausgerichtet. In der Form eines Track-Two-Forums bringt es hochrangige Wissenschaftler aus allen Ländern des asiatisch-pazifischen Raumes zusammen, um über die drängenden sicherheitspolitischen Fragen für die Region zu beraten.

In diesem Jahr nahmen insgesamt mehr als 250 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern an der dreitägigen Veranstaltung teil. Während dieses Zeitraumes wurde in insgesamt elf Plenarsitzungen, sechs Sondersitzungen und drei Impulsreden intensiv auf sicherheitspolitische Bedrohungslagen traditioneller wie nicht-traditioneller Art eingegangen. Hochrangige Gäste des Roundtable waren unter anderem Teile der malayischen Königsfamilie, der malayische Premierminister Abdullah Ahmad Badawi sowie der Generalsekretär der ASEAN, Dr. Surin Pitsuwan. Die Veranstaltung fand in strategischer Partnerschaft mit der CIMB-Group statt und wurde finanziell von der Konrad-Adenauer Stiftung und der japanischen Botschaft unterstützt.

Inhaltlich bewegten sich die Vorträge über die regionale Rolle der Vereinigten Staaten, Indiens, Russlands, der Volksrepublik China, Japans sowie der ASEAN und den Einfluss aktueller Probleme wie gestiegener Nahrungsmittelpreise und der Katastrophe in Myanmar bis zu allgemeinen sicherheitspolitischen Fragestellungen wie terroristischen Bedrohungslagen oder möglichen Auswirkungen einer weltweiten wirtschaftlichen Rezession. Daneben wurden in insgesamt sechs fakultativen Veranstaltungen Länderberichte über Pakistan, Malaysia und Thailand präsentiert sowie auf die Rolle von Bürgerrechten im Zusammenhang mit nationaler Sicherheit, Gefahren des weltweiten Datenflusses durch das Internet und nationaler Aufrüstungspolitiken in Südostasien eingegangen. Nach der Einführung durch jeweils etwa zehnminütige Impulsreferate seitens anerkannter Experten in die respektiven Gebieten entsponnen sich lebhafte Diskussionen zwischen allen Teilnehmern. Die Diskussionszeit wurde hierbei durchgehend ausgereizt, die Diskussionen auch während der anschließenden Mahlzeiten in kleiner Runde fortgesetzt. Hierbei kam es aufgrund des internationalen Teilnehmerfeldes und des angeregten, jedoch immer freundschaftlichen Auswechsels zu konstruktiven Lösungsansätzen.

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens von ISIS Malaysia fand im Anschluss an den ersten Konferenztag ein Dinner statt, zu dem Teile der königlichen Familie sowie Premierminister Abdullah Ahmad Badawi und weitere malaysische Regierungsvertreter anreisten. Die Festansprache wurde von Dr. Surin Pitsuwan, dem gegenwärtigen Generalsekretär der ASEAN gehalten. In seiner etwa 45-minütigen Rede sprach er von der Bedeutung der ASEAN für die gesamte pazifische Region sowie deren Perspektiven zu einer konstruktiven Einbindung Myanmars in die Weltgemeinschaft. Premier Abdullah hatte schon am Morgen in seiner Eröffnungsrede von der großen und konstruktiven Bedeutung von ASEAN-ISIS sowie des Asia Pacific Roundtable für eine positive Entwicklung der südostasiatischen Staatengemeinschaft gesprochen. Auch er hatte sich angesichts der hohen gegenwärtigen Lebensmittel- und Ölpreise für eine verstärkte Kooperation in Südostasien ausgesprochen um die teils verheerenden Folgen gemeinsam aufzufangen. Ein weiterer Gastredner, Joan Fleuren, Leiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in Osttimor, berichtete am zweiten Konferenztag von der Arbeit seiner Organisation sowie den zahlreichen Herausforderungen, denen man sich bei der Bereitstellung ausreichender Lebensmittel zu stellen habe. Obwohl sich die Konferenz eines breiten Feldes an Sicherheitsbedrohungen für die asiatisch-pazifische Region annahm, war damit bereits ein Schwerpunkt in den Betrachtungen gesetzt. Die sehr aktuelle Frage nach der Sicherheit von Lebensmitteln durchzog die Veranstaltung wie ein roter Faden. Dies kam auch in den zahlreichen Diskussionen im Anschluss an die Vorträge sehr deutlich zum Tragen.