Details
Der Krieg ist seit einigen Jahren nach Europa zurückgekehrt. Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stehen alte, lange verdrängte Fragen wieder im Raum: Wie verteidigungsfähig sind europäische Staaten? Welche Rolle spielen industrielle und technologische Kapazitäten in modernen Kriegen? Und wie sehr verändert sich das Wesen militärischer Konflikte durch neue Technologien?
Der Ukraine-Krieg verbindet auf erschreckende Weise die Kriegstaktiken des 20. Jahrhunderts – Schützengräben, Artillerie, Stellungskämpfe – mit hochentwickelten Tötungs- und Überwachungstechnologien des 21. Jahrhunderts. Drohnenangriffe, KI-gestützte Zielerfassung und präzise Satellitenaufklärung gehören inzwischen zum militärischen Alltag. Der Krieg wird dadurch nicht nur effizienter, sondern auch allgegenwärtiger und schwerer kontrollierbar.
Besonders deutlich wird dies im Bereich der Aufklärung und Überwachung. Der Landkrieg wird längst aus dem Weltall beobachtet und gesteuert. Geheimdienste und Militärs nutzen Spionagesatelliten, um Truppenbewegungen, Infrastruktur und militärische Fähigkeiten der Gegenseite frühzeitig zu erkennen und strategische Entscheidungen daraus abzuleiten. Information wird zur entscheidenden Ressource – oft schneller und wirkmächtiger als klassische Waffen.
Wir leben damit im Zeitalter der Astro-Geopolitik: Politische Macht, militärische Überlegenheit und technologische Innovation verschieben sich zunehmend in den Orbit. Der Blick auf den Ukraine-Krieg wirft deshalb nicht nur Fragen zur Gegenwart auf, sondern auch zur Zukunft des Krieges – und zu den ethischen, politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Entwicklung.
Agenda
Programm
19.00 Uhr Begrüßung
Katharina Dalko
Referentin Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., Dresden
Einführung und Moderation
Dr. Jakob Kullik
TU Chemnitz, Professur Internationale Politik
Vortrag
PD Dr. Antje Nötzold
Universität der Bundeswehr, München
Diskussion
20.30 Uhr Ende