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Comptes-rendus d'événement

Mit der Welt verbunden – ein didaktisches Experiment der Politischen Bildung

Zukunftswerkstatt zur Rolle Europas in der internationalen Politik

Die Politische Bildung hat in Zusammenarbeit mit den Experten der Konrad-Adenauer-Stiftung aus Abu Dhabi, Kairo und Shanghai didaktisches und methodisches Neuland beschritten. 19 junge Leute zwischen 17 und 21 diskutierten bei einer Zukunftswerkstatt vom 6. – 8. September im Bildungszentrum Eichholz über den Standort Europas in der Weltpolitik. Sie arbeiteten mit einem Medium, das aus der Lebenswelt vieler junger Menschen heute kaum mehr wegzudenken ist.

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Im Mittelpunkt des didaktischen Experiments standen Live-Interviews mit den Auslandsbüroleitern der Stiftung in der arabischen und asiatischen Welt via Skype. Diesem Versuch lag die Idee zugrunde, das länder- oder regionalspezifische politische Know-how der Kollegen im Ausland für die Seminararbeit der Politischen Bildung in Deutschland fruchtbar zu machen. Denn unmittelbarer und interaktiver können Einschätzungen aus dem Ausland hierzulande nicht in die politische Bildungsarbeit eingebracht werden.

Der emotionale Mehrwert bestand darin, „ganz nah am Geschehen“ zu sein und aktuelle, authentische Informationen zu erhalten, welche die Seminardiskussion „erdeten“. Es war schon ein Erlebnis, an einem Gespräch teilzunehmen, das über verschiedene Zeitzonen und viele tausend Kilometer hinweg die Gesprächspartner sicht- und hörbar miteinander verband. Der inhaltliche Gewinn aber lag in der zielgerichteten, intensiven Vorbereitung von Interviewfragen und der auswertenden Nachbetrachtung während des Workshops. Hinzu kam außerdem der didaktische Mehrwert: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen konnten die Rolle des Zuschauers mit der des Fragenstellers tauschen. Sie waren interaktiv in das Geschehen einbezogen.

Die Skype-Partner, Thomas Birringer in Abu Dhabi, Dr. Andreas Jacobs in Kairo und Dr. Peter Hefele in Shanghai hatten zunächst Gelegenheit, in einem kurzen Statement die Arbeitsschwerpunkte der Stiftung vor Ort, die aktuelle politische Situation im Lande und die Erwartung der arabischen Länder bzw. Chinas an die Rolle der EU in der Welt zu vermitteln. Danach waren die Teilnehmer am Zuge. Unter der Moderation des Fachreferenten hatten sie die Interviews in verschiedenen Gruppen vorbereitet. Es wurden Fragen unter anderem aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt erarbeitet und die Interviews damit inhaltlich strukturiert. Unter dem Eindruck dieser Gespräche fand im Anschluss an die jeweils 30 bis 40-minütigen Interviews eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Antworten statt. Im Rahmen eines Kamingesprächs fand Michael Däumer, politischer Analyst im Europäischen Auswärtigen Dienst, nachdenkliche Worte zu den realen politischen Möglichkeiten der EU.

Die Skype-Interviews können als gelungenes Beispiel für den Informationstransfer und die Vermittlung internationaler Politik in Deutschland gewertet werden. Diese Form der produktiven Zusammenarbeit zwischen der Politischen Bildung im In- und im Ausland schafft nicht nur Synergieeffekte. Dieser spezifische Wissenstransfer bildet darüberhinaus auch ein Alleinstellungsmerkmal der politischen Bildungsarbeit in Deutschland. Für sie erwächst daraus die Hoffnung, die Zukunftswerkstätten zu einem Magneten insbesondere für politisch neugierige junge Menschen zu entwickeln. Die didaktisch sinnvolle Integration eines jugendaffinen Mediums wie Skype in klassische face-to-face-Kommunikation von Seminaren dient damit auch einer nachhaltigen Wirkung in dieser Zielgruppe.

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Contact Prof. Dr. Martin Reuber
Portrait von Prof. Dr. Martin Reuber
Referent Europapolitik
Martin.Reuber@kas.de +49 2241 246 4218 +49 2241 246 54218

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