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Einsatz für Christen in Not – weltweit

Felix Fend
Die Andrássy-Universität Budapest organisierte am 21. April 2022 in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Religion und Diplomatie“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Einsatz für Christen in Not – weltweit“ mit Volker Kauder, dem ehemaligen langjährigen Vorsitzenden der CDU/CSU Bundestagsfraktion und Mitglied des Vorstands der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. sowie Bischof Zoltán Balog, dem geistlichen Präsidenten der Synode der evangelisch-reformierten Kirche Ungarns an der Andrássy Universität Budapest.

Eröffnet und moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Dr. Heinrich Kreft, Botschafter a.D., Inhaber des Lehrstuhls für Diplomatie II. und Leiter des Zentrums für Diplomatie an der Andrássy Universität Budapest. Zu Beginn gedachte Herr Dr. Kreft nochmals an den zurzeit stattfindenden Krieg in der Ukraine mit all seinen tragischen humanitären Konsequenzen, bevor zum eigentlichen Thema übergegangen wurde. Die Rolle der Religion sei ein nicht zu unterschätzender Faktor der internationalen Beziehungen vor allem im Hinblick auf eine zunehmende globale Unterdrückung von religiösen Minderheiten.

Dazu berichteten im Anschluss die Referenten über ihre Erfahrung im langjährigen Einsatz für Christen in Not.

Herr Kauder erinnerte daher zu Beginn an die Einhaltung der internationalen Verpflichtungen zum Schutz der Religionsfreiheit und identifizierte drei neue Entwicklungen, die das Recht auf freie Ausübung der Religion stark herausfordern. Dazu gehört die Situation von religiösen Minderheiten in Staaten ohne Gewaltmonopol oder den Willen zur Durchsetzung von Religionsfreiheit, der Verbindung von Religion und Nationalismus sowie die Auswirkungen von Säkularisierung auf die Religionsfreiheit. Die Religionsfreiheit sei weltweit unter Druck, weswegen er einerseits appellierte, die Öffentlichkeit für die Problematik deutlich stärker zu sensibilisieren und andererseits auch dazu aufrief, lokale Verbündete in den betroffenen Gebieten zu gewinnen.

Bischof Zoltán Balog berichtete zudem von den negativen Erfahrungen im Hinblick auf Christenverfolgungen zur Zeit des Kommunismus in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion. Er betonte vor allem, dass Ungarn auch mit seiner sich selbst identifizierenden Rolle als christliches Land eine besondere Schutzverantwortung gegenüber verfolgten Christen wahrnehme und verwies auf die zahlreichen Hilfsprogramme und Initiativen der ungarischen Regierung für verfolgte Christen, aber auch für verfolgte religiöse Minderheiten anderer Konfessionen. Auch er betonte die Notwendigkeit, die Aufmerksamkeit für die Lage verfolgter christlicher Minderheiten klar zu erhöhen.

In der anschließenden Diskussion setzten sich die Panelteilnehmer unter reger Beteiligung der anderen Teilnehmer zudem mit der Frage auseinander, ob es sich bei der Religionsfreiheit um ein individuelles oder kollektives Recht handelt. 

Ziel der Veranstaltung war es, die zunehmende Bedeutung der Religionskompetenz und –sensibilität für internationale diplomatische Bemühungen hervorzuheben sowie die Aufmerksamkeit für die weltweit angespannte Situation von verfolgten christlichen Minderheiten zu erhöhen.

 

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