Länderberichte

Lokaljournalistenpreis 2015

in Zusammenarbeit mit Masaryk-Universität Brünn
Brünn – Schon zum dreizehnten Mal wurden die Lokaljournalistenpreise der Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen. Für ihre Beiträge über Lokalpolitik wurden Brünn Marek Osouch und Michal Malý am Freitag, dem 6. November an der Fakultät der Sozialstudien der Masaryk-Universität in die Preise verliehen. In der folgenden Konferenz „Lokalpolitik und Lokalmedien“ haben über dieses Thema etwa 16 Journalisten diskutiert.

Lokaljournalisten meldeten 21 Beiträge in der Kategorie der Printjournalismus und 6 Beiträge in der Kategorie des Funkjournalismus zum Wettbewerb an. Die Wettbewerbsbedingungen erfüllten nur 17 Beiträge des Printjournalismus und 4 Beiträge des Funkjournalismus erfüllt. Die siebenköpfige Preisjury war aus Experten und Journalisten zusammengesetzt.

Diese Preisjury verlieh die höchste Punktzahl der Geschichte an Michal Malý aus der Tschechischen Rundfunk Region – Vysočina für den Beitrag „Die Reise des trebitschen stellvertretenden Bürgermeisters nach Afrika“. In der Kategorie Rundfunk hat sich auf dem zweiten Platz Filip Titlbach aus dem Tschechischen Rundfunk Olmütz mit dem Beitrag „Geranien, wo immer du hinschaust“ platziert. Den dritten Platz hat Romana Lehmannová aus dem Tschechischen Rundfunk Budweis für den Beitrag „Wenn man will, kann man alles schaffen“ belegt.

Im Rahmen des Printjournalismus hat Marek Osouch aus Ohlasy dění na Boskovicku mit dem Beitrag „Boskovice hat schon ein Jahr kein Geld von dem Solarkraftwerk bekommen. Statt 60 Millionen gibt es wohl nur 8“. Den zweiten Platz belegte Jan Veselý aus MF Dnes Ústí nad Labem mit dem Artikel „Kommunalwahlen sind nur für die Reichen. Die Armen interessieren niemanden“ und auf dem dritten Platz landete Žaneta Ondroušková aus Ohlasy dění na Boskovicku mit dem Text „Die geplante Asphaltstraße zum Ski-Areal trennt die Bürger von Olešnice“.

Die Konferenz „Lokalpolitik und Lokalmedien“ wurde von Břetislav Dančák, Dekan der Fakultät für Sozialstudien MU, und Milan Šimůnek, Projektmanager der Konrad-Adenauer-Stiftung Prag, eröffnet. Die Laudatio nach der Verleihung der Preise wurde von dem Journalisten Petr Fischer aus Hospodářské noviny gehalten. Šimůnek erklärte zur Eröffnung der Konferenz, dass „die Lokalpolitik unterschätzt werde, dennoch sind keine Politiker den Bürger so nah, wie die Lokalpolitiker“.

In der Diskussion, die von Radko Kubičko aus dem Tschechischen Rundfunk moderiert wurde, sind die Chefredakteurin des deutschen Titels Oranienburger und Henningsdorfer Generalanzeiger Claudia Duda, Berater für die Offenheit der öffentlichen Verwaltung und Privatlebensschutz aus Otevřená společnost Oldřich Kužílek, Expert für Lokalmedien aus der Fakultät der Sozialwissenschaften der Karlsuniversität Roman Hájek und die Leiterin des Verlags Jihočeské týdeníky und des Nachrichtenportals Jižní Čechy Teď Libuše Kolářová aufgetreten.Die Redner diskutieren die problematische Beziehung zwischen Lokaljournalisten und Lokalpolitikern sowie die Wichtigkeit der Sozialnetzwerke und die Abnahme Inserenten.

Die Vormittagsworkshops am Samstag hielt die Chefredakteurin Claudia Duda mit dem Thema „Lokalmedien und das junge Publikum – wie können die jungen Leute angelockt werden?“. Die Chefredakteurin hat ihre Erfahrungen bei der Anlockung von Lesern unterhalb der Zielgruppe 45+ und die Verschiebung durch das Internet präsentiert, weil sie davon ausgeht, dass gedruckte Zeitungen in 20 Jahren nicht mehr existieren werden. Eines ihrer Hauptthemen war, dass sich Journalisten mehr an neue Medien, Sozialen Netzwerken und Datenjournalistik konzentrieren sollen. Duda hat auch Miniprojekte gezeigt, durch die der Verlag den Kontakt mit Lesern hält und versucht diese in die Bildung der Zeitung einzugliedern. Als Beispiele nannte sie einen Kochkurs mit der Zeitung, das Filmen von einem Musikvideoclip mit den Lesern und gemeinsames Spargelsammeln auf einem Feld.

Der zweite Workshop, der schon traditionell eine stürmische Diskussion hervorruft, wurde an das Thema „Recht auf Persönlichkeitsschutz in der täglichen Praxis von einem Journalisten“ von dem stellvertretenden Dekan der Juristischen Fakultät MU Martin Škop geführt.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 80 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den „Länderberichten“ bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.