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Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

z Jan Philipp Wölbern, Kathrin Zehender

Zeithistorische Filmreihe

Leipzig, 1989. Liebevoll kümmert sich die zwölfjährige Fritzi um den kleinen Sputnik. Er ist der Hund ihrer besten Freundin Sophie, die über die Sommerferien mit ihrer Mutter nach Ungarn gefahren ist. Doch zum Schulanfang kehrt Sophie nicht in die Klasse zurück. Wie viele andere ist sie in den Westen geflohen. Mutig macht sich Fritzi auf die Suche nach ihrer Freundin und gerät in ein Abenteuer, das die Zukunft des ganzen Landes verändert.
Film ab! hieß es im Kino der Kulturbrauerei in Berlin. Im Mittelpunkt standen dieses Mal die jüngeren Zuschauer im Grundschulalter, denen mit dem Animationsfilm „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“ eindrücklich die Monate der friedlichen Revolution in der DDR nahegebracht wurden.
In der fiktiven Geschichte, basierend auf dem Buch „Fritzi war dabei“, flüchtet Fritzis beste Freundin Sophie im Sommer 1989 über Ungarn in die Bundesrepublik. Ihren Hund muss Sophie bei ihrer Freundin zurücklassen. Nach den Sommerferien erlebt Fritzi in Leipzig die Demonstrationen und erfährt selbst die harten Konsequenzen des SED-Regimes, als sie im Unterricht kritisch ihre Meinung äußert und schließlich bei dem Versuch, Sophie ihren Hund zurückzubringen, an der Grenze aufgegriffen wird. Den Einschüchterungsversuchen zum Trotz schließt sie sich den Montagsdemonstrationen an.
Zum anschließenden Filmgespräch begrüßten Jan Philipp Wölbern und Kathrin Zehender die Zeitzeugin Edda Schönherz, Yvonne Magwas MdB und die Drehbuchautorin Beate Völcker. Für Magwas, die zum Zeitpunkt der Wende zehn Jahre alt war, weckte der Film viele emotionale Erinnerungen an die eigene Kindheit in der DDR. Eindrücklich schilderte Schönherz, die in Folge eines geplanten Ausreiseversuchs von ihren Kindern getrennt und mehrere Jahre im Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen inhaftiert wurde, von ihren persönlichen Erlebnissen. Dass wir die Geschichte immer wieder neu auch Kindern erzählen müssten, betonte Völcker, die bereits vor rund zehn Jahren auf die Buchvorlage zum Film aufmerksam gemacht wurde. Beim Verfassen des Drehbuches sei es ihr aber wichtig gewesen, das Thema nicht nur ernsthaft anzugehen und das Leben in einer Diktatur zu zeigen, sondern auch, dass viele Menschen „ein normales Leben in der DDR geführt“ haben.
Tobias Krell, der vielen Kindern als „Checker Tobi“ bekannt ist, moderierte das Gespräch und entlockte den Kindern viele nachdenkliche und überraschende Fragen zum Leben in der DDR allgemein und dem Film im Besonderen. Zur Szene, in der Fritzi gemeinsam mit anderen am Abend des 9. November 1989 an der Grenze steht, fragte ein Kind, warum von den Vorgesetzten der Grenzbeamten niemand ans Telefon gegangen sei und sich die Grenzbeamten daraufhin „tot gestellt“ hätten. Andere Fragen drehten sich um das Thema Inhaftierung – etwa warum Fritzis Vater plötzlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, ob auch Kinder ins Gefängnis kamen und ob auch Kinder an der Mauer erschossen wurden. Gespannt hörten die Kinder zu, als Edda Schönherz und Yvonne Magwas von ihren persönlichen Erlebnissen berichteten: dem häufigen Schlangestehen vor den Geschäften, welche Bücher es gab, warum Mickey Mouse-Hefte Mangelware waren und warum ein Schulranzen von den Verwandten aus dem Westen im sozialistischen „Klassenkollektiv“ ein Problem darstellte.
Abschließend bedankte sich Michael Borchard, Leiter der Hauptabteilung Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demokratische Politik, bei den Gästen. Beachtlich sei, wie sehr die Kinder die Ereignisse auf der Leinwand in ihren Fragen reflektiert haben. Er schloss mit einem Appell an die Kinder, wie die Film-Heldin Fritzi Mut zu zeigen und die eigene Meinung zu sagen, wenn es darauf ankäme.
 

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