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Jahresberichte

Jahresbericht 2004

Die Konrad-Adenauer-Stiftung legt Bilanz vor

In gewohnter Weise berichtet der Jahresbericht 2004 über die Aktivitäten der Konrad-Adenauer-Stiftung im In- und Ausland. Die Kapitel Highlights, Die Stiftung und ein umfangreicher Anhang mit Bilanzen, Namen und Fakten sowie den Neuerscheinungen informieren umfassend über Wissenswertes und Interessantes aus der Stiftung.

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Editorial

Wer eine kurze Formel für Sinn, Zweck und Vielfalt unserer Arbeit sucht, wird sie am ehesten in diesen Worten finden: Dienst an der Demokratie. Auch durch den Jahresbericht 2004 zieht sich diese Formel wie ein roter Faden. Ob politische Bildung, Begabtenförderung, historische Forschung, internationale Zusammenarbeit oder politische Analyse und Beratung – immer steht im Vordergrund das Bemühen, auf christlich-demokratischer Grundlage Demokratie zu fördern, zu stabilisieren und für die Zukunft wetterfest zu machen.

Das ist beileibe nicht nur eine Aufgabe für die internationale Entwicklungspolitik. Auch in Deutschland bedarf eine stabile Demokratie trotz aller Verwurzelung immer wieder der Vergewisserung ihrer Grundlagen und der sie flankierenden Ordnungsprinzipien. Obwohl punktuelle Wahlerfolge extremer Parteien noch lange keine Gefährdung der demokratischen Fundamente bedeuten, ist die Existenz eines vagabundierenden Protestes, der sich mal hier und mal da festmachen kann, stets auch ein Symptom für eine Mangelerscheinung im Organismus unseres Gemeinwesens. Dazu gehört sicher eine spürbare Verständnisbarriere zwischen Politik und Bevölkerung. Dazu gehört auch das Absinken der Bildungsstandards. Und schließlich sind Arbeitslosigkeit und soziale Ängste, vor allem in der Kombination aller dieser Faktoren, immer ein dankbarer Nährboden für vermeintlich einfache Wahrheiten.

Aber auch längerfristige Entwicklungen wirken sich aus. Der Zusammenhang zwischen Demographie und abnehmender Risiko- und Innovationsbereitschaft ist ein zentrales Problem bei den Bemühungen um eine Auflösung des sogenannten Reformstaus. Und ob sinkende Wahlbeteiligungen ein Ausweis demokratischer Reife sind oder doch eher ein sich ausbreitendes Phlegma signalisieren, das einer Mischung aus Entpolitisierung und zunehmendem Vertrauensschwund in die Kraft politischer Gestaltung entspringt, ist jedenfalls keine nebensächliche Frage.

Der Konrad-Adenauer-Stiftung können und dürfen diese Dinge nicht gleichgültig sein. Was hält die Gesellschaft zusammen? Wie viel emotionale Bindung ist erforderlich, um Belastungen bei tiefgreifenden Reformen erträglich zu machen? Unser Plädoyer für einen modernen, aufgeklärten Patriotismus, unser stetiges Bemühen um einen inhaltlich definierten Bildungskanon, die Förderung von werte- und verantwortungsbewussten Nachwuchseliten und die Suche nach Lösungen bei immer komplexer werdenden Problemstellungen wie Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, Arbeitsmarkt, Migration und Integration sowie interreligiöser Dialog beschreiben nur einen Ausschnitt aus dem Spektrum dieser Herausforderungen.

Die interne Vernetzung bei den die einzelnen Hauptabteilungen übergreifenden Themen ist deutlich verbessert worden. Sicherheits-, Außen-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik verschmelzen immer mehr zu einer Einheit. Viele Sachgrundlagen für die internationale Arbeit werden inhaltlich von der Hauptabteilung Politik und Beratung mit vorbereitet. Umgekehrt fließt der große Schatz an Wissen in den weit über 70 Auslandsbüros der Stiftung verstärkt zurück in unsere nationale Arbeit. Durch den Aufbau spezieller elektronischer Verteiler werden Medien, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft jeweils schnell und aktuell mit Informationen und Berichten aus dem Ausland versorgt.

Die Nutzung von Wissensressourcen insbesondere aus dem Bereich der Altstipendiaten und Vertrauensdozenten wird systematisch ausgebaut. Die dadurch entstehenden Netzwerke lassen sich in vielfältiger Form sowohl für die nationale wie für die internationale Arbeit einsetzen. Ein Beispiel dafür ist die Medienarbeit der Stiftung, der im Kapitel Schwerpunkte dieses Jahresberichts ein eigener Beitrag gewidmet ist. Auch hier ist die konstitutive Bedeutung von freien Medien und gut ausgebildeten, verantwortungsbewussten Journalisten für stabile demokratische Strukturen Richtschnur unseres weltweiten Engagements.

Dieser Jahresbericht kann wie in den vergangenen Jahren nicht alle Aktivitäten der Stiftung angemessen würdigen. Eine Auswahl soll vielmehr ein möglichst repräsentatives Bild unserer Arbeit zeichnen. Dahinter stehen Menschen, ohne deren Einsatz und Engagement die Konrad-Adenauer-Stiftung ihr hohes Ansehen nicht würde erhalten und ihren Auftrag nicht würde erfüllen können. Der Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland wiegt um so schwerer, als die Bedingungen für ihre Arbeit nicht leichter geworden sind.

Oft ist es schon das Wissen darum, in einer schwierigen Lage ein Schiff an allen Fährnissen vorbei auf Kurs gehalten zu haben, das einen zufrieden zurückblicken lässt. 2004 war für die Stiftung kein einfaches Jahr. Das Zusammentreffen von öffentlichen Sparmaßnahmen und die mit Verzögerung wirksam werdende Veränderung des Zuwendungsschlüssels für politische Stiftungen, welche die Konrad-Adenauer-Stiftung besonders hart trifft, erzwang eine kritische Überprüfung aller Arbeitsbereiche. Das Erschließen von Effizienzpotenzialen, die bei abnehmenden Mittelzuflüssen dennoch die Breite der Arbeit sicherstellen sollen, bleibt weiter auf der Tagesordnung.

Immer häufiger ist die Konrad-Adenauer-Stiftung zur Erfüllung bestimmter Aufgaben oder Projekte auf die Mithilfe von Sponsoren und Spendern angewiesen. Trotz ermutigender Erfolge im Berichtsjahr wird die Stiftung ihre Anstrengungen im Bereich der privaten Finanzierung weiter erhöhen. Unser besonderer Dank gilt deshalb allen Freunden, Förderern und Partnern, die unsere Arbeit ideell und materiell unterstützt haben.

Von Montesquieu stammt der Satz, man müsse Zustimmung für seine Arbeit suchen, nicht Beifall. Die Konrad-AdenauerStiftung hat 2004 erneut viel Zustimmung erfahren. Das macht uns Mut, in unserem weltweiten Engagement nicht nachzulassen. Wir hoffen und wünschen, dass dieser Jahresbericht zu der Überzeugung beiträgt, dass es sich auch künftig lohnt, die Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung zu unterstützen.

 

Den gesamten Bericht können Sie als pdf herunterladen.

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