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Jemen - Entwicklungen im Schatten von Corona

Fabian Blumberg
112.000 Tote - so lauten Schätzungen zu Opferzahlen des Krieges im Jemen, der seit sechs Jahren anhält. Das ohnehin arme und von mehreren Krisen erschütterte Land steht für die schlimmste humanitäre Katastrophe unserer Zeit. Trotz der katastrophalen humanitären Lage und dem zusätzlichen Druck durch COVID-19 stagniert die internationale Hilfe. Derweil ist es trotz zahlreicher Bemühungen bis heute nicht gelungen, die militärische Eskalation zu beenden. Den nationalen Dialog zu fördern und lokale und nationale Strukturen zu stärken bzw. aufzubauen, könnten Elemente sein, um politische Verhandlungen und eine nachhaltige Konfliktlösung zu unterstützen.

Die schlimmste humanitäre Krise der Welt

Der Krieg im Jemen, der im August 2020 seit sechs Jahren anhält und Schätzungen zufolge mehr als 112.000 Kriegstote gefordert hat, kennzeichnet sich durch komplexe Akteurs-und Interessenlagen sowie sich häufig ändernder Frontverläufe. Ein Kennzeichen dieses Krieges bleibt jedoch unverändert: es ist die schlimmste humanitäre Katastrophe unserer Zeit. Eine Katastrophe, die sich durch den Ausbruch von COVID-19 im April 2020 im Jemen nochmals verschlimmert hat. 24 der 28 Millionen Einwohner bzw. 80 Prozent der Bevölkerung sind schon heute auf internationale Hilfslieferungen angewiesen. Dabei sind es insbesondere auch Kinder, die betroffen sind: vier von fünf, 12.3 Millionen. 250.000 Menschen wurden laut United Nations Development Programme (UNDP) durch Kämpfe sowie mangelnden Zugang zu Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur getötet; dabei handele es sich in 60 Prozent der Fälle um Kinder unter fünf Jahren.

 

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