Das Hermann-Ehlers-Bildungsforum Weser-Ems lud zu einer Veranstaltung aufgrund des 75-jährigen Jubiläums des Landes Niedersachsens ein, bei der die Oldenburger Perspektive diskutiert wurde.
Zunächst fand eine Einführung durch Herrn Prof. Steinwascher statt. Er ist unter anderem Mitglied der historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, welche gerade aufgrund des Jubiläums einen Band mit 75 Erinnerungsorten herausgegeben hat. Diese können nach ihm nicht nur Orte im klassischen Sinne sein, sondern auch Personen, Gegenstände oder kulturelle Güter, also alles, was als Symbol für eine Identitätsstiftung dienen kann. Jubiläumsfeiern, wie diese, sind für die Erinnerung da, im positiven wie im negativen Sinn. Die Identitätsbildung sei ein ständiger Prozess mit inklusiver Wirkung, so könne man eine neue Heimat auch trotz alter Erinnerungen haben.
Erinnerung verändere sich im historischen Kontext. Ein Beispiel dafür sei das, auch in der Überschrift der Veranstaltung aufgenommene, Niedersachsenlied. Während es beim Festakt zum 60-jährigen Jubiläum in Hannover gesungen wurde, werde es nun von Historikern deutlich kritischer gesehen. Bundesländer seien insgesamt nur bedingt identitätsstiftend. Niedersachsen wurde von der englischen Militärregierung gegründet. Deutschland sei damals der Feind gewesen, der kontrolliert werden musste. Dafür wollte man überblick- und regierbare Zonen schaffen. Der Begriff Niedersachsen sei im 19. Jahrhundert entstanden, Niedersachsen an sich sei jedoch nie eine homogene Einheit gewesen. Der Begriff beschrieb die Regionen Oldenburg, Schaumburg-Lippe, Braunschweig sowie Hannover. Zwar gebe es ein gemeinsames Erinnerungsvermögen, welches auch identitätsstiftend wirken kann, insgesamt habe sich Niedersachen jedoch immer durch seine Heterogenität ausgemacht.
Die Oldenburgische Landschaft, welche 1979 gegründet wurde, pflegt diese Kultur mit spezifischen Angeboten. Thomas Kossendey ist ihr ehemaliger Präsident. Die Auflösung Oldenburgs sei damals für die Einwohner ein Schock gewesen, besonders da die Regierung nun ausgerechnet in Hannover war. Dies habe dazu geführt, dass Oldenburg weiter zugesagt wurde ein Landesmuseum, Staatstheater, Landesarchiv etc. zu behalten, was bis heute in der Unterhaltung ein großer finanzieller Vorteil sei.
Die Oldenburger Landschaft setze sich dafür ein, dass Heimat alle integriert die da sind. Dies gelte auch für neue Bewohner, zu denen Brücken gebaut werden sollen. Die regionale Kulturförderung im Sinne des Subsidiaritätsprinzips sei deshalb richtig und wichtig. Auch der Themenkomplex Europa wurde behandelt. Niedersachsen lieg und lag immer im Herzen Europas. Europäische Dynastien haben hier regiert, so sei Prinz Charles Oldenburger griechischer Linien. Über solche Themen könnte man in Oldenburg viel mehr sprechen.
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