KAS
Am 19. Dezember 2025 hätte der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie Ehrenvorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. Prof. Dr. Bernhard Vogel seinen 93. Geburtstag gefeiert. Der Landesvater mit der insgesamt längsten Amtszeit ist am 2. März 2025 in seiner Heimatstadt Speyer gestorben. Für das Wochenmagazin "Die Zeit" (Hamburg, 2024) standen er und sein Haus, das er sechs Jahrzehnte lang in der Domstadt bewohnte, für die „gute, alte CDU". Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Dr. Hans-Jochen Vogel repräsentierte er zugleich auf einzigartige Weise den Erfolg der beiden klassischen Volksparteien der Bundesrepublik Deutschland. Unser Exkursionsseminar zur historisch-politischen Bildung führte uns nach Speyer, zum ehemaligen Wohnhaus Prof. Dr. Bernhard Vogels an der Landauer Warte, zur Lieblingskirche des gläubigen Christen und früheren Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dem Kaiser- und Mariendom, wo auch das Requien stattfand, sowie zu weiteren Erinnerungsorten des Speyerer Ehrenbürgers: zu Edith Steins Kloster, zum Alten Rathaus, vom Domnapf durch die Maximilianstraße, der via triumphalis des Heiligen Römischen Reichs, bis zum Altpörtel und zur Gedächtniskirche der Protestation. Wir besuchten auch den Adenauerpark mit dem neugestalteten Grab von Dr. Helmut Kohl. Dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kanzler der Deutschen Einheit und Ehrenbürger Europas war Prof. Dr. Bernhard Vogel seit Studienzeiten verbunden – an sein Grab führte er noch in hohem Alter Gäste wie den Thüringer Ministerpräsidenten Prof. Dr. Mario Voigt. Am zweiten Tag unseres Exkursionsseminars fuhren wir in den Landkreis Südliche Weinstraße zur Villa Ludwigshöhe, die das Land Rheinland-Pfalz auf Betreiben von Ministerpräsident Dr. Helmut Kohl und Kultusminister Prof. Dr. Vogel 1975 erwarb. Als Dr. Kohls Nachfolger in Mainz konnte Prof. Dr. Vogel in der Villa Ludwigshöhe 1980 die berühmte Max-Slevogt-Galerie eröffnen. Unweit, in Gleisweiler an der Weinstraße, liegt mit Dr. Heiner Geißler ein weiterer langjähriger Weggefährte Dr. Helmut Kohls und Prof. Dr. Bernhard Vogels begraben. Neben der Villa Ludwigshöhe ragt zudem das Hambacher Schloss auf, das Prof. Dr. Vogel 1982 zum Jubiläum des Hambacher Festes von 1832 als "Wiege der deutschen Demokratie" restaurieren ließ. Gemeinsam mit Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl empfing er hier 1985 den US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan. Im Spiegelsaal des Hambacher Schlosses fand auch ein Mittagessen mit Impulsen und Tischgesprächen zum Thema „Bernhard Vogels Leben für Wissenschaft, Geschichte und Politik“ statt. Vom Musentempel Ludwigshöhe und dem Plateau des Hambacher Schlosses aus spannten wir, „aus der Vogelperspektive“, gedankliche Bögen nach Weimar, zur Wartburg nach Eisenach und an andere Wirkungsstätten in Thüringen von Prof. Dr. Bernhard Vogel, dessen Autobiographie den Titel „Erst das Land: Mein Leben als Politiker in West und Ost“ trägt. Das Exkursionsseminar zur historisch-politischen Bildung beleuchtete somit an bedeutungsvollen Orten der deutschen und europäischen (Demokratie-)Geschichte das Wirken Prof. Dr. Bernhard Vogels und zahlreiche mit ihm verbundene Orte sowie Errungenschaften, auf die die Menschen in Rheinland-Pfalz, Thüringen, Deutschland und Europa heute mit Dankbarkeit und Optimismus schauen dürfen. Dabei nahmen wir auch das Engagement Prof. Dr. Bernhard Vogels als Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung von 1989 bis 1995 und erneut von 2001 bis 2009 in den Blick. Die zentralen Fragen und bestimmenden Themen mit Bezug zur aktuellen politischen Lage lauteten „Vom guten Regieren: aber wie und mit wem?“, „Christliche Traditionen, Konfessionen und Geschichte der Christlich Demokratischen Union“ und „Was bedeutet uns heute noch ‚Hinauf Patrioten, zum Schloss, zum Schloss!‘?“. Geführt hat uns Dr. Theo Schwarzmüller, Historiker, Autor, ehemaliger Institutsdirektor sowie Wegbegleiter Dr. Helmut Kohls und Prof. Dr. Bernhard Vogels.
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