Die Ausstellung „Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945" wurde heute an der Sophie-Scholl-Schule im Berliner Stadtteil Schöneberg eröffnet. Dabei handelte es sich um eine Kooperationsveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung 20. Juli 1944.
Dr. Axel Smend, Ehrenvorsitzender des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944 und Sohn des Widerstandskämpfers Günther Smend, hielt eine eindrucksvolle und aufrüttelnde Rede.
Im Zentrum seines Vortrags stand die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Widerstandskämpfern und -gruppen sowie die Frage nach der Bedeutung von Zivilcourage damals wie heute.
Zunächst ordnete er die historischen Entwicklungen ein, insbesondere das Ermächtigungsgesetz von 1933, welches den Nationalsozialisten ermöglichte den Staat in kürzester Zeit zu einer Diktatur umzubauen. Anschließend berichtete er von verschiedenen Formen des Widerstands im zivilen wie militärischen Bereich.
Ausführlich ging er auf das Schicksal seines Vaters ein, der zum inneren Zirkel der Widerständler des 20. Juli 1944 gehörte. Günther Smend wurde am 30. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee umgebracht.
Näher würdigte er auch Sophie Scholl, die Namenspatronin der Schule. Dr. Smend betonte, dass sich die Jugendlichen glücklich schätzen sollten, auf diese Schule gehen zu können. Er erwähnte ihre aussagenstarke Erklärung für ihre Widerstandsaktivitäten „Einer musste ja schließlich damit anfangen.“
Überdies präsentierte er den Schülerinnen und Schülern das weithin unbekannte aber bedeutungsvolle Gedicht „Des Unschuldigen Schuld“ der Holocaust-Überlebenden Gerty Spies.
„Was ist des Unschuldigen Schuld -
Wo beginnt sie?
Sie beginnt da,
Wo er gelassen, mit hängenden Armen
Schulterzuckend daneben steht,
Den Mantel zugeknöpft, die Zigarette
Anzündet und spricht:
Da kann man nichts machen.
Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld.“
Smend nutzte das Zitat, um auf die Bedeutung von Zivilcourage in der Gesellschaft aufmerksam zu machen, „auch auf das Risiko hin, sich selbst in Gefahr zu bringen“.
Seine zentrale Botschaft für die Schüler war der Aufruf, nicht nur wachsam zu sein, sondern Initiative zu ergreifen, wenn sie Übergriffe und Unrecht mitbekommen und im entscheidenden Moment nicht zu schweigen.
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