Klimaschutz, Landwirtschaft, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und der Zustand der Demokratie: Bei der Grünkohlwanderung des Politischen Bildungsforums Niedersachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung wurden aktuelle politische Kernfragen offen und engagiert diskutiert. Startpunkt war die St.-Johannes-Kirche. Von dort führte der Rundweg entlang des Zwischenahner Meer – und mitten hinein in zentrale Zukunftsfragen unseres Landes.
Klimaschutz braucht Akzeptanz
Am Ufer des Zwischenahner Meeres stand die Energie- und Klimapolitik im Fokus. Niedersachsen als führendes Windenergieland trägt besondere Verantwortung, bietet aber zugleich wirtschaftliche Chancen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten kontrovers über Netzausbau, Wasserstoffprojekte und die Frage, wie Klimaschutz und regionale Interessen in Einklang gebracht werden können. Klar wurde: Ohne Akzeptanz vor Ort gelingt die Energiewende nicht.
Landwirtschaft unter Druck
Mit Blick auf die Bedeutung der Agrarwirtschaft für den Nordwesten wurde deutlich, dass viele Betriebe zwischen steigenden Kosten, wachsenden Auflagen und globalem Wettbewerb stehen. Die Diskussion zeigte: Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gefragt sind praktikable Lösungen, die bäuerlichen Familienbetrieben langfristige Perspektiven sichern.
Wirtschaftliche Dynamik stärken
Auch die wirtschaftliche Transformation bewegte die Gruppe. Fachkräftemangel, schwaches Wachstum und der tiefgreifende Wandel der Industrie stellen Niedersachsen vor große Herausforderungen. Einigkeit bestand darin, dass Mittelstand und regionale Wertschöpfung zentrale Pfeiler für Beschäftigung und Stabilität bleiben.
Demokratie braucht Dialog
Zum Abschluss rückte der politische Diskurs selbst in den Mittelpunkt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten Sorge über eine zunehmende Verrohung der Debattenkultur. Gleichzeitig wurde betont, dass demokratische Auseinandersetzung vom respektvollen Streit lebt. Persönliche Begegnungen – wie bei dieser Wanderung – seien ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Politische Kultur am Grünkohltisch
Beim traditionellen Grünkohlessen klang die Veranstaltung in lebendiger Gesprächsatmosphäre aus. In Anlehnung an das seit 1956 bestehende „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ wurde deutlich: Politische Kultur entsteht nicht nur in Parlamenten, sondern auch im direkten Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern.
Fazit des Tages: Gerade im ländlichen Raum zeigt sich, wie wichtig politische Bildung, Dialogbereitschaft und regionale Identität für eine starke Demokratie sind.
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