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Cover: Vorprogrammierte Explosion?

Ausgabe 4 | 2016

Vorprogrammierte Explosion?

Welche Folgen das rasante Bevölkerungswachstum in Afrika südlich der Sahara haben könnte

Von Serge Michailof


Berlin, 31. Dez. 2016
Hrsg.: Dr. Gerhard Wahlers

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Auch verfügbar in English

Die afrikanischen Länder südlich der Sahara sind in demografischer Hinsicht ein Sonderfall. Zwar ist die Bevölkerung im Laufe des 20. Jahrhunderts auch in anderen Weltgegenden gewachsen, aber nirgends ging diese Entwicklung so rasant vonstatten wie hier. Sollte auf die Bevölkerungsexplosion des 20. Jahrhunderts im 21. eine weitere folgen, werden die Auswirkungen nicht auf den afrikanischen Kontinent beschränkt bleiben.

Die spektakulärsten demografischen Veränderungen, die sich jemals in der Geschichte der Menschheit ereignet haben, vollziehen sich gerade auf dem afrikanischen Kontinent – und sie werden sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte fortsetzen. Als Europäer, die demografische Stagnation gewohnt sind, können wir uns die Auswirkungen eines Bevölkerungswachstums von drei Prozent, das innerhalb von zwanzig Jahren ungefähr zu einer Verdoppelung der Bevölkerungszahl führt, nur sehr schwer vorstellen.

Afrika ist in demografischer Hinsicht ein Sonderfall

In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sehen wir eine demografische Entwicklung, die sich von derjenigen anderer Kontinente unterscheidet. Aufgrund der Bevölkerungsabnahme und Unruhen, die mit dem Sklavenhandel einhergingen, ist Afrika der einzige Kontinent, dessen Bevölkerung zwischen 1500 und 1900 mit einem Wachstum von etwa 80 auf 95 Millionen Einwohner quasi stagnierte. In demselben Zeitraum blieben die Wachstumsraten der Weltbevölkerung zwar auf einem sehr niedrigen Stand, führten jedoch zu einer Verfünffachung der Bevölkerungen Europas und Chinas.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerung in Europa verdoppelt, in China verdreifacht, in Indien verfünffacht und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara versiebenfacht! Dieser gewaltige Anstieg der Weltbevölkerung innerhalb des 20. Jahrhunderts ist auf das Zusammentreffen von zwei Faktoren zurückzuführen: erstens auf den starken Rückgang der Sterblichkeit – insbesondere bei Kindern – und zweitens auf die anhaltend hohen Fertilitätsraten (durchschnittliche Anzahl der Kinder pro Frau) bis zum Einsetzen eines allmählichen Rückgangs der Fertilität, der – zusammen mit dem Rückgang der Mortalität – den demografischen Übergang kennzeichnet.

Ab den 1960er Jahren ist überall ein rapides Absinken der Fertilitätsraten zu verzeichnen – außer in den Ländern südlich der Sahara, in denen diese Rate sehr hoch geblieben ist und in dem nicht lange zurückliegenden Zeitraum von 2005 bis 2010 bei 5,4 Kindern pro Frau lag; in den letzten Jahren überstieg sie in den meisten Sahelländern sogar die Zahl von sieben Kindern pro Frau. Dieses große Missverhältnis zwischen dem Rückgang der Sterblichkeit und dem Rückgang der Fertilität ist die hauptsächliche Anomalie der demografischen Entwicklung in Afrika. Die Folge sind anhaltend hohe Bevölkerungswachstumsraten von insgesamt 2,7 Prozent in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und von über drei Prozent in den meisten Sahelländern. Wie wird sich also diese afrikanische Bevölkerung im Laufe des 21. Jahrhunderts entwickeln?

Angesichts des gleichbleibend hohen Fertilitätsniveaus kann man davon ausgehen, dass in Afrika auf die Bevölkerungsexplosion des 20. Jahrhunderts im 21. Jahrhundert eine zweite folgen wird. Welches Ausmaß wird diese haben? Angesichts der Trägheit, die demografischen Phänomenen eigen ist, kann man jetzt schon sagen, dass die Bevölkerungszahl der afrikanischen Länder südlich der Sahara Ende 2030 bei 1,3 bis 1,4 Milliarden Menschen liegen wird. In Afrika unterhalb der Sahara vollzieht sich der Rückgang der Fertilität also viel langsamer, als das klassische Modell hoffen ließ. Wenn man die fünf Länder des südlichen Afrikas nicht berücksichtigt, scheint sich der Rückgang der Fertilität in den am weitesten entwickelten und urbanisierten afrikanischen Ländern momentan sogar auf einer Obergrenze von über vier Kindern einzupendeln, und zwar ohne dass kulturelle und religiöse Gründe oder ein fehlender Zugang zu Verhütungsmitteln oder mangelndes Engagement der Behörden bisher ernsthaft analysiert worden wären. Untersuchungen zeigen, dass etwa bei der Verwendung von Verhütungsmitteln keine bedeutenden Fortschritte zu verzeichnen sind, da in Afrika diesbezüglich im Laufe des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts nur eine jährliche Zunahme von 0,2 Prozent zu verzeichnen ist.

Man muss allerdings auch sagen, dass die Politik bei der Förderung aktiver Maßnahmen zur Geburtenregelung wenig Enthusiasmus zeigt. Auch die externen Geber sind in diesen Fragen wenig engagiert: Der von den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für die Förderung von Bevölkerungsprogrammen bestimmte Betrag beläuft sich auf 0,2 Prozent ihrer Gesamthilfe. Außerdem wird von religiösen Autoritäten, von der amerikanischen Rechten bis hin zu den Dschihadisten aus dem Sahel, heftiger Widerstand geleistet.

Es bestehen also sehr viele Unklarheiten in Bezug auf die Bevölkerungszahlen, die 2050 zu erwarten sind. Wir wissen zum Beispiel nicht, wie schnell die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren gesenkt werden kann. Diese Rate ist in Afrika von 256 je 1.000 Kinder zu Beginn der 1970er Jahre auf heute 120 je 1.000 Kinder gesunken. Aber die Kindersterblichkeit ist in Ostasien fast zehnmal und in Europa zwanzigmal geringer. In diesem Bereich sind also bedeutende Fortschritte zu erwarten. Allerdings werden sich diese Fortschritte, die an sich natürlich höchst wünschenswert sind, zweifellos auch auf das Bevölkerungswachstum auswirken.

Die Sterblichkeitsrate bei Kindern ist in Afrika heute noch zwanzigmal höher als in Europa.

Die Bevölkerung der afrikanischen Länder südlich der Sahara, die derzeit – also im Jahr 2016 – auf knapp eine Milliarde Einwohner geschätzt wird, dürfte sich also aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum Jahr 2050 mindestens verdoppeln. Wenn die Fruchtbarkeit für das gesamte subsaharische Afrika von 5,4 Kindern pro Frau (Situation in den Jahren 2005 bis 2010) auf 2,6 Kinder pro Frau zu Beginn der 2050er Jahre sinken würde, läge die Bevölkerungszahl im Jahr 2050 bei 1,8 Milliarden Menschen. Liegt die Fruchtbarkeitsrate dann jedoch noch bei 3,5 Kindern pro Frau, dann würde die Bevölkerung 2,3 Milliarden Menschen erreichen.

Besonders besorgniserregend ist die demografische Entwicklung im Niger

Als das Land 1960 seine Unabhängigkeit erlangte, hatte der Niger etwa drei Millionen Einwohner. Diese Zahl ist heute auf 20 Millionen Einwohner gestiegen und es gilt als sicher, dass der Niger – unabhängig von der erwarteten Entwicklung der Fertilitätsrate und den Anstrengungen im Bereich der Geburtenregelung – im Jahr 2035 über 40 Millionen Einwohner haben wird (die bisher geschätzte Wachstumsrate der Bevölkerung von etwa 3,5 Prozent wurde wegen des Anstiegs auf vier Prozent im Jahr 2015 revidiert und könnte auf der Grundlage der aktuellen Entwicklung im Jahr 2035 über 4,3 Prozent erreichen).

Zwischen 2035 und 2050 vergrößert sich die Spanne der Bevölkerungsprognosen für den Niger erheblich, je nachdem, wie schnell die Fertilitätsrate sinkt. Die Prognosen schwanken zwischen einer sehr optimistischen Zahl von 63 Millionen bei einer Fertilitätsrate von 4,1 Kindern im Jahr 2050, 76 Millionen bei einer Rate von 5,1 Kindern und schließlich einer Zahl von 89 Millionen, falls die Fertilität, wie derzeit der Fall, bei einem Wert von 7,6 Kindern bleiben würde. Eine erste Schlussfolgerung lautet, dass im Niger im Jahr 2050 mindestens zwanzigmal so viele Menschen leben würden wie 1960. Aber sind die Kinder nicht der Wohlstand der Familien und die Zukunft eines Volkes?

Der Niger hat eine Fläche von 1,267 Millionen Quadratkilometern, d.h. das Land ist etwa zweieinhalbmal so groß wie Frankreich. Allerdings leben mehr als 85 Prozent der Bevölkerung innerhalb der südlichsten 20 Prozent des Staatsgebiets. Noch nicht einmal acht Prozent der Landesfläche weisen eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von über 400 mm auf und sind wirklich für eine landwirtschaftliche Nutzung geeignet. In diesen Regionen variiert die Bevölkerungsdichte zwischen 60 und über 100 Einwohnern pro Quadratkilometer und erreicht in manchen Bezirken sogar 150 Einwohner.

Angesichts der unregelmäßigen Regenfälle, der sehr großen Unterschiede in der Bodenqualität, der derzeit extensiven Bodenbewirtschaftung und der Knappheit an bewässerten Flächen wird eine solche Bevölkerungsdichte problematisch, sobald die Grenze von etwa 40 Einwohnern pro Quadratkilometer überschritten wird. Diese Bevölkerungsdichte führt nämlich zu einer Verkürzung der Brachzeiten, einer Übernutzung der Flächen, einer dramatischen Abholzung zur Deckung des Brennholzbedarfs und zu zunehmenden Konflikten mit den Viehzüchtern, die für ihre Wanderweidewirtschaft keinen freien Raum mehr zur Verfügung haben. Schon jetzt belegen verschiedene Studien einen Rückgang des Ackerbodenanteils um mehr als die Hälfte pro Erwerbstätigem innerhalb von dreißig Jahren, wobei dieser Anteil von 11,8 Hektar im Jahr 1980 auf fünf Hektar im Jahr 2010 gesunken ist.

Das unkontrollierte Bevölkerungswachstum führt so zur Ausbreitung dramatischer Armut in den ländlichen Gebieten – inzwischen sogar in ganzen Regionen –, wo sich Spannungen aufgrund der Grundbesitzverhältnisse verschärfen und Situationen entstehen, die durchaus als lokalisierte malthusische Krisen zu bezeichnen sind. Diese Probleme werden ganz offensichtlich verschärft durch den Mangel an öffentlichen und privaten Investitionen in die Landwirtschaft und eine unzureichende Landwirtschaftspolitik.

Ist ein demografisches Drama in der Sahelregion unvermeidlich?

Bei Diskussionen zu Fragen der Bevölkerungsentwicklung stehen sich oft die Verfechter der 1576 von Jean Bodin formulierten Doktrin, dass es „keinen Reichtum und keine Kraft außer der des Menschen gibt“, und die Anhänger von Malthus gegenüber, der in seinem 1798 erschienenen „Essay on the Principle of Population“ die Reduzierung des Bevölkerungswachstums befürwortete, um Hungersnöte, Kriege und Seuchen zu vermeiden. Seit diesen Schriften hat sich viel verändert. Sicher waren auch noch das 19. und 20. Jahrhundert von zahlreichen Hungersnöten, Kriegen und Seuchen geprägt, was verschiedene, nicht ausschließlich demografische Gründe hatte. Aber insgesamt hatte Malthus Unrecht, denn die wissenschaftlichen Fortschritte, vor allem im agrarwissenschaftlichen Bereich, straften seine Voraussagen Lügen. Allerdings ist man sich jetzt der Tatsache bewusst, dass auf lokaler Ebene, zum Beispiel in einem Tal in Afghanistan oder einer bestimmten Sahelregion, die Kombination von außergewöhnlichem Bevölkerungswachstum mit einem Mangel an landwirtschaftlichen Investitionen und technischen Fortschritten dazu führt, dass seine Prognosen sich leider manchmal doch als richtig erweisen. So ist im Niger und in anderen Sahelländern eine verstärkte Landflucht zu beobachten und eine zunehmende Abhängigkeit von humanitärer Hilfe, die sich noch weiter verschärfen kann.

Alle drei Jahre weist der Niger ein Getreidedefizit von über 200.000 Tonnen auf. In extremen Dürreperioden kann dieses Defizit leicht eine Million Tonnen erreichen. Sicher wird dieser Bedarf im Wesentlichen durch den regionalen Handel mit den Nachbarländern und die zuständige Stelle für strategische Vorratshaltung und nationale Eingriffsmöglichkeiten, das heißt die Lebensmittelbehörde des Niger (OPVN), gedeckt. Wenn jedoch die gesamte Subregion von der Dürre betroffen ist, wie dies 1973 und 1984 weitgehend der Fall war, nimmt die Situation schnell dramatische Ausmaße an. In einer „fast“ normalen Periode, in der eine moderate Dürre aufgetreten ist, wie 2009 bis 2010, litten immer noch 2,3 Millionen Nigrer an Mangelernährung.

In all diesen Regionen betreiben die Landwirte eine Subsistenzlandwirtschaft, die für viele von ihnen jedoch nicht zur Deckung des eigenen Bedarfs reicht. Sie müssen ihre Ressourcen erweitern, indem sie entweder in die großen Städte oder nach Nigeria oder Côte d’Ivoire abwandern („Exodus“), wo sie nicht immer willkommen sind und viele keine Arbeit finden. Schon die geringsten klimatischen Unregelmäßigkeiten verursachen Versorgungsengpässe oder gar Hungersnöte.

Nun aber führen regelmäßig wiederkehrende Dürreperioden zu einer katastrophalen Verkettung negativer Folgen. Zu den spektakulären Ertragseinbrüchen durch Wassermangel kommen schon fast regelmäßig Heuschreckenplagen auf Acker- und Weideflächen, die Ausbreitung von Seuchen bei den Viehherden, eine Inflation der Lebensmittelpreise (die sich vervierfachen oder verfünffachen können), eine Abnahme der Viehbestände und eine geringere Zahl erwerbstätiger Landwirte und Viehzüchter, eine stärkere Verschuldung, eine Verschlechterung des Ernährungszustands und natürlich eine wachsende Armut hinzu. Die Verkettung dieser verschiedenen Faktoren führt dazu, dass die Auswirkungen einer starken Dürre mehrere Jahre lang spürbar sind. Unter diesen Bedingungen ist es verständlich, dass junge Leute davon träumen, ihr Land zu verlassen.

Angesichts der steigenden Abhängigkeit des Niger von Einfuhren und Lebensmittelhilfen werden bedeutende Anstrengungen unternommen, um Bewässerungssysteme verschiedenster Art zu entwickeln: große Bewässerungsperimeter, gemeinschaftliche oder individuelle Kleinbewässerung und bessere Nutzung des Oberflächenwassers. Aber trotz dieser Bemühungen macht die Getreideproduktion auf bewässerten Anbauflächen weniger als zwei Prozent der gesamten Getreideproduktion aus, und die Vorausberechnungen zeigen, dass selbst dann, wenn alle bewässerungsfähigen Flächen des Landes bestellt würden, d.h. etwa 330.000 Hektar, der Niger weiterhin sehr stark (zu etwa 75 Prozent im Jahre 2050) von einer extrem unsicheren regenbasierten Landwirtschaft abhängig sein wird.

Ein hohes Bevölkerungswachstum führt zu mehr Armut

Das Prinzip, dass sehr viele Kinder eine Wohlstandsquelle sind, ist innerhalb ländlicher Familien zweifellos richtig, da die verfügbare Arbeitskraft gesteigert wird, aber auf nationaler Ebene trifft es nicht zu. Das liegt erstens daran, dass ein sehr starkes Bevölkerungswachstum das Einkommenswachstum je Einwohner belastet. Bei einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von fünf Prozent und einer Wachstumsrate der Bevölkerung von 3,5 Prozent beträgt das effektive Wachstum des BIP je Einwohner nur 1,5 Prozent, und es würde folglich über fünfundvierzig Jahre brauchen, um den Lebensstandard pro Einwohner zu verdoppeln. Dieses Problem wird auf dramatische Weise deutlich, wenn man die Entwicklung des BIP je Einwohner im Niger betrachtet. Dieses ist nämlich seit der Unabhängigkeit des Landes um ein Drittel gesunken und so von 476 im Jahr 1960 auf 297 US-Dollar im Jahr 2014 zurückgegangen, nachdem es im Zeitraum von 2002 bis 2010 auf einen Tiefpunkt von ca. 260 US-Dollar gesunken war.

Ein zweiter Grund liegt im Budget, denn wenn die Bevölkerung eines armen Landes, wie beispielsweise im Fall des Niger, jedes Jahr um 750.000 Kinder zunimmt, wobei Kinder im Kleinkind- oder im schulfähigen Alter bereits die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, wird die Deckung des Bedarfs in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Gesundheit zu einer absolut untragbaren finanziellen Belastung. So hat der Niger in den vergangenen fünfzehn Jahren beträchtliche Anstrengungen im schulischen Bereich unternommen. Die Einschulungsrate stieg von 31 Prozent im Jahr 2000 auf fast 84 Prozent im Jahr 2014. Aber die Qualität dieser Schulbildung bleibt sehr unbefriedigend, denn die durchschnittliche Schulzeit der Kinder beträgt weniger als 1,4 Jahre, während mindestens fünf Jahre notwendig sind, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.

Im Prinzip führt das Wachstum der potenziell erwerbstätigen Bevölkerung (im Alter von 15 bis 64 Jahren) zum Auftreten eines als „demografische Dividende“ bezeichneten Phänomens, weil sehr viele Altersgruppen, die ein hohes Arbeitskräftepotenzial darstellen, ins Erwachsenenalter kommen. Diese demografische Dividende setzt allerdings voraus, dass der Anteil der unter 15-Jährigen, die von den Erwerbstätigen abhängig sind, abnimmt. Nun bleibt aber bei einer hohen Geburtenrate die Anzahl der abhängigen Kinder ebenfalls sehr hoch, und es gibt sehr wenige afrikanische Länder, die auf die Vorteile dieser demografischen Dividende hoffen können, wie John May vom Population Reference Bureau und Hans Groth vom World Demographic & Ageing Forum in ihrem im Frühjahr 2017 erscheinenden Buch betonen.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass die jungen Menschen, die massenhaft auf den Arbeitsmarkt drängen, auch wirklich einen anständigen Arbeitsplatz finden müssen, um von einer demografischen Dividende profitieren zu können. Dies bleibt aber in Afrika aufgrund der Realitäten auf dem Arbeitsmarkt weitgehend eine Illusion.

Westafrikanische Länder: Benin, Burkina Faso, Cabo Verde, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, St. Helena, Togo. Quellen: Worldometers 2016: Western Africa Population Forecast, in: http://worldometers.info/ world-population/western-africa-population (02.12.2016); dies. 2016: Europe Population Forecast, in: http://worldometers.info/world-population/europe-population (30.11.2016) (jeweils mit Daten von:  VN, Department of Economic and Social Affairs, Population Division. World Population Prospects: The 2015 Revision)
Westafrikanische Länder: Benin, Burkina Faso, Cabo Verde, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, St. Helena, Togo. Quellen: Worldometers 2016: Western Africa Population Forecast, in: http://worldometers.info/ world-population/western-africa-population (02.12.2016); dies. 2016: Europe Population Forecast, in: http://worldometers.info/world-population/europe-population (30.11.2016) (jeweils mit Daten von: VN, Department of Economic and Social Affairs, Population Division. World Population Prospects: The 2015 Revision)

Um auf den Fall des Niger zurückzukommen: Die Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie (wenn man den Bergbau- und Erdölsektor beiseite lässt) machen nur 4.000 Stellen aus, während aktuell etwa 240.000 junge Männer jährlich auf den Arbeitsmarkt drängen. Die jungen Generationen werden aufgrund der Landverknappung, der Unfruchtbarkeit des Bodens und der mangelnden Rentabilität der Landwirtschaft aus den ländlichen Gebieten vertrieben. Aber es ist viel wahrscheinlicher, dass sie sich in das Heer der arbeitslosen Gelegenheitsarbeiter in den Slums einreihen, als einen qualifizierten Arbeitsplatz zu finden. Dies gilt auch für junge Leute in den Städten einschließlich Hochschulabsolventen.

Insgesamt kann man jetzt davon ausgehen, dass der demografische Übergang im subsaharischen Afrika und ganz besonders in der Sahelzone gerade eben begonnen hat und erst nach mehreren Jahrzehnten abgeschlossen sein wird. Er wird im Laufe der kommenden dreißig Jahre zu einem spektakulären Anstieg der Bevölkerung und der Zahl junger Menschen führen, der zu Lasten der Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, der Verbesserung des Lebensstandards, der Sozialausgaben und vor allem zu Lasten der Beschäftigung gehen wird. Es wird sich also sowohl in sehr ländlichen Gegenden als auch in den Megastädten eine Masse unterbeschäftigter Menschen sammeln, die keine Hoffnung auf sozialen Aufstieg hat und zu einem guten Teil aus Hochschulabsolventen besteht, die in ihren Erwartungen enttäuscht und zu allen Abenteuern bereit sind.

Die Anzahl junger Afrikaner ohne Ausbildung und Arbeit wird weiter steigen und zu sozialen Spannungen führen.

Bei einem Großteil der jungen Afrikaner in den Städten handelt es sich um Menschen, die als „ni-ni-ni“ (weder-noch-noch) bezeichnet werden, d.h. sie haben weder eine Arbeit noch sind sie auf Arbeitssuche noch sind sie in Ausbildung. Diese jungen Leute, von denen viele in den Tag hineinleben, sind von ihren Eltern abhängig oder geraten auf die schiefe Bahn und leben von Diebstählen. An dieser Stelle muss man darauf hinweisen, dass das gleiche Phänomen zu einem sehr erheblichen Teil die wachsenden Spannungen in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens erklärt, die zum berühmten arabischen Frühling und zu den Katastrophen geführt haben, die wir aus Syrien, dem Irak und dem Jemen kennen. Folglich werden die kommenden Jahrzehnte im subsaharischen Afrika, so wie vom Autor bereits in einer früheren Veröffentlichung dargestellt, offensichtlich Jahrzehnte voller Gefahren sein.

Die demografische Entwicklung im Niger und der Sahelzone kann ganz Westafrika destabilisieren

Wie kann ein Binnenstaat wie der Niger mit sehr geringem landwirtschaftlichem Potenzial, der mit beträchtlichen klimatischen Widrigkeiten konfrontiert ist und eine unzureichend gebildete Bevölkerung aufweist, hoffen, in 35 Jahren 60 oder 80 Millionen Einwohnern auf seinem Gebiet ein normales Leben zu ermöglichen? Und wie kann die Gruppe der vier Länder, die den Kern der frankophonen Sahelzone bilden, deren Bevölkerung von 67 Millionen im Jahr 2015 auf 120 oder 132 Millionen im Jahr 2035 und dann auf 170 bis 210 Millionen im Jahr 2050 ansteigen wird, hoffen, eine Verdoppelung und dann eine Verdreifachung ihrer Bevölkerung in so kurzer Zeit zu bewältigen, angesichts der Tatsache, dass eben diese Bevölkerung, selbst wenn sofort erhebliche Anstrengungen im Bereich der Geburtenregelung unternommen würden, auch nach 2100 noch weiter anwachsen wird?

Es ist schwer zu glauben, dass dieses irrsinnige Bevölkerungswachstum in einer Region, die mit so vielen Benachteiligungen und Bedrohungen konfrontiert ist, keine dramatischen Folgen haben wird. Diese können in Form großer regionaler Hungersnöte auftreten – in einem Kontext, in dem selbst Lebensmittel- und humanitäre Hilfen im Falle einer Missernte infolge einer Klimakatastrophe kaum noch etwas bewirken werden. Man kann nämlich nicht davon ausgehen, durch Lebensmittelhilfen 30 oder 50 Millionen Menschen ernähren zu können. Gründe hierfür sind, dass die notwendigen Getreidemengen nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen würden, die Mobilisierung der Mittel ebenfalls zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde und unter Umständen gar nicht möglich wäre. Ferner ist anzuführen, dass die Logistiksysteme ohnehin nicht in der Lage wären, die Hilfen weiterzubefördern, selbst wenn es wie durch ein Wunder gelänge, die ersten beiden Probleme zu lösen. Eigentlich ist die humanitäre Hilfe schon bei einer sehr schweren Dürre weitgehend machtlos, da diese sich regional auswirkt und der interregionale Handel nicht in der Lage ist, die lokalen Defizite zu beseitigen.

Häufig wird vergessen, dass – historisch betrachtet – Phänomene von Überbevölkerung schon zur Vernichtung ganzer Zivilisationen geführt haben. In dem bemerkenswerten Werk von Jared Diamond mit dem Titel „Collapse: How Societies Choose to Fail or to Succeed“ gibt es zahlreiche Beispiele für Gesellschaften, die selbstverursachte Umweltkrisen nicht überlebt haben. Man vergisst häufig auch die dramatischen Hungersnöte, die Millionen von Menschen das Leben gekostet haben. Ohne auf die großen Hungersnöte des 20. Jahrhunderts in der Ukraine und in China einzugehen, die das Ergebnis einer willkürlichen oder abwegigen Politik waren, ist hier der Fall Irlands sehr aufschlussreich: Etwa eine Million Menschen verhungerten dort zwischen 1846 und 1851, als die Kartoffelfäule zu mehreren aufeinander folgenden Kartoffelmissernten führte, nachdem die Bevölkerung in vierzig Jahren von vier auf neun Millionen Einwohner angewachsen war. Diese Hungersnot verursachte eine massenhafte Auswanderung in die Vereinigten Staaten.

Dieses Drama historischen Ausmaßes wird mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich im Sahel eintreten, noch lange bevor sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 verdreifacht haben wird! Der Abschlussbericht der multidisziplinären Konferenz, die 2013 von der Universität Berkeley und der OASIS-Initiative zur Sahelkrise organisiert wurde, unterstreicht, dass „man leider nur zu der Schlussfolgerung kommen kann, dass das Bevölkerungswachstum in einem Kontext des Klimawandels schnell die Nahrungsmittelerzeugungskapazitäten der Region überschreiten wird“. Die ersten Hungersnöte, auch geringeren Ausmaßes, würden massive Migrationsströme in die Küstenländer und nach Europa auslösen. Nun aber dürfte der außergewöhnliche Charakter dieser Migration, die trotz allem nichts anderes als ein natürliches „Ventil“ darstellen würde, fremdenfeindliche Reaktionen unbekannten Ausmaßes auslösen und, wie das in der Vergangenheit schon mehrfach vorgekommen ist, zu massiven Ausweisungen und zahlreichen Unruhen führen. Diejenigen von 2010 bis 2011 in Côte d’Ivoire und in Libyen haben zur Rückkehr von 210.000 Nigrern in die Heimat geführt, was viele Spannungen zur Folge hatte.

Am wahrscheinlichsten ist allerdings, dass – noch bevor solche Hungersnöte ausbrechen – die Verelendung des ländlichen Raums und die Hoffnungslosigkeit der jungen Menschen dem Dschihadismus den Boden bereiten. Denn die Bedrohungen zeichnen sich auf allen Seiten ab. Zwischen Boko Haram im Südosten, dem verwüsteten Libyen im Norden und den nach wie vor instabilen zentralen und nördlichen Teilen Malis wird sich die Unsicherheit mit großer Wahrscheinlichkeit so weit ausbreiten, dass das wirtschaftliche Leben gelähmt wird. Durch das Desaster im Nordosten Nigerias wird uns aufschlussreich vor Augen geführt, wie die Wirtschaftstätigkeit durch den Aufstand von Boko Haram gelähmt worden ist und sich eine humanitäre Katastrophe abzeichnet. Die im Sahel weiter zunehmende Unsicherheit dürfte wohl auf Côte d’Ivoire, Kamerun, Senegal und Nigeria übergreifen, dessen Fragilität unterschätzt wird. In jedem Fall stellen wir fest, dass die ungehemmte Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung im Sahel nicht zu bewältigen ist.

Noch ist die besorgniserregende Entwicklung nicht unumkehrbar

Auch wenn die Situation und die aktuelle Entwicklung im Sahel äußerst beunruhigend sind, können geeignete politische Maßnahmen die negativen Auswirkungen dieses außergewöhnlichen Bevölkerungswachstums lindern und so mindestens dazu beitragen, Zeit zu gewinnen.

Geeignete Maßnahmen im Bereich der Agrarpolitik und der Entwicklung des ländlichen Raums können die Landflucht sehr wohl bremsen und für eine gewisse Zeit ein echtes nachhaltiges Wachstum des ländlichen Raums in Gang setzen. René Billaz, wissenschaftlicher Leiter des bekannten französischen Forschungsinstituts CIRAD und später Präsident der Nichtregierungsorganisation Agronomes et Vétérinaires Sans Frontières (AVSF), hat vor Kurzem ein bemerkenswertes Buch veröffentlicht, das seine sechzigjährige weltweite Erfahrung in der Tropenagronomie und seine außerordentliche Kenntnis der Landwirtschaft in der Sahelregion zusammenfasst. Der Titel seines Werks „Faire du Sahel un pays de cocagne“ (Wie aus dem Sahel ein Schlaraffenland wird) macht die Herausforderung deutlich. Obwohl die Mittel der landwirtschaftlichen Forschung sehr bescheiden sind, wäre es durch systematische Anwendung des innerhalb eines halben Jahrhunderts im Sahel gesammelten Wissens über Agrarökologie technisch sehr wohl möglich, zumindest die Folgen der derzeitigen Klimaerwärmung für die Landwirtschaft zu verringern und die Erträge im landwirtschaftlichen Umfeld zu verdoppeln, und das ganz ohne Einsatz von teuren chemischen Düngemitteln und Pestiziden.

Die entsprechenden Maßnahmen reichen vom Schutz und der Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit bis zur Kontrolle des Regenwasserkreislaufs. Dabei werden kleine Anpassungen vorausgesetzt, eine besondere Bodenbearbeitung, die Einführung einer leichten Mechanisierung unter Einsatz von Zugtieren und die Verwendung von Biopestiziden. Aber auf all diese Maßnahmen sollte auch die Bereitstellung der Solarstrom-Versorgung im ländlichen Raum folgen, die für die Entwicklung des Handwerks unentbehrlich ist, und natürlich die Beseitigung des Analphabetentums. Das Problem dabei ist der Sprung von der Mikro- auf die Makroebene – von Pilotprojekten, die an einem Dutzend dörflicher Gebiete zeigen, was machbar ist, auf die Makroebene mit Millionen von Begünstigten. Die Anwendung dieser Grundsätze setzt in der Tat bedeutende Investitionen und die konkrete Umsetzung umfassender Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum voraus, und dies in einem Kontext, in dem die lokalen Budgets nur minimale Beträge für die ländliche Entwicklung vorsehen (weniger als acht bis zehn Prozent der Budgets, obwohl 80 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Gebieten lebt). Zudem hat sich die internationale Hilfe in skandalöser Weise aus diesem Sektor zurückgezogen, der weniger als vier bis acht Prozent ihrer Ressourcen ausmacht.

Ein paar Zahlen veranschaulichen dieses enorme Gefälle zwischen dem aktuellen Stand und dem bestehenden Bedarf. Burkina Faso bräuchte 250.000 sogenannte Kassines, das sind sehr leichte Pflüge, die von Eseln gezogen werden. Die lokale Produktionskapazität liegt bei 400 Stück pro Jahr. Im Niger haben 0,2 Prozent der Landbevölkerung Zugang zu Stromversorgung. Schließlich sind dort 90 Prozent der Bauern Analphabeten (95 Prozent der Frauen auf dem Land).

Zeit zu gewinnen bedeutet allerdings nicht, dass man den Kampf auch gewinnen wird. Es ist deshalb jetzt auch dringend notwendig, die Frage der Geburtenrate zu klären. Nun neigt man aber in diesem kulturell, religiös und ideologisch außerordentlich heiklen Bereich nach wie vor zu der Hoffnung, dass dieses Problem sich letzten Endes mit der wirtschaftlichen Entwicklung durch Bildung und Verbreitung moderner Verhütungsmittel „spontan“ lösen lässt.

Dieser Ansatz, der sich auf wirtschaftliche Entwicklung und Bildung stützt, war in Europa, in Nordamerika und in Russland erfolgreich; aber in diesen Ländern hat sich der demografische Übergang über rund hundert Jahre erstreckt, und das natürliche Wachstum ist nicht über maximal ein Prozent pro Jahr hinausgegangen. In Lateinamerika, in Asien, wo der Nobelpreisträger Gunnar Myrdal in einem viel beachteten Werk vor fast einem halben Jahrhundert dramatische Hungersnöte vorausgesagt hat, waren die natürlichen Wachstumsraten von über zwei Prozent pro Jahr von kurzer Dauer. In wie vielen Jahrzehnten kann man im subsaharischen Afrika und insbesondere in der Sahelzone, wo das Bevölkerungswachstum seit 1960 über drei Prozent pro Jahr liegt, nach vernünftigem Ermessen Bevölkerungswachstumsraten von etwa einem Prozent pro Jahr erwarten, wie dies heute in Asien und Lateinamerika der Fall ist?

Geburtenkontrolle ist unumgänglich, aber ist sie auch politisch möglich?

Die Situation im Sahel ist in der jüngeren Geschichte einzigartig. Das Beschäftigungsproblem sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, das schon jetzt sehr beunruhigend ist, wird zu einem der drängendsten Probleme werden, mit denen sich die Regierungen der Sahelländer wird auseinandersetzen müssen. In einem solchen Kontext haben eben diese Regierungen die historische Verantwortung, Haltungen zu vertreten, die von denen der religiösen Autoritäten abweichen, und diese der Kultur und den vorherrschenden Vorstellungen entgegenzusetzen, um so schnell wie möglich umfassende Geburtenregelungsprogramme auf den Weg zu bringen.

Ist die Einführung solcher Programme möglich? Technisch bestimmt, denn wir haben genügend Beispiele für Erfolge (und aufschlussreiche Misserfolge) derartiger Programme in anderen Regionen der Welt, um in der Lage zu sein, die Entwicklung und Einführung globaler Programme zu fördern, die eine bessere Steuerung der Geburtenrate ermöglichen. Solche Programme sollten gewiss behutsam und unter Beachtung der Kultur des Landes durchgeführt werden. Die Kosten würden in einem durchaus vertretbaren Rahmen liegen und sich bei einem Land wie dem Niger in der Größenordnung von sechs bis 35 US-Dollar pro Familie und Jahr bewegen, je nach Art und Ziel der jeweiligen Ausgaben.

Aber ist es auch politisch möglich? Werden sich die Regierungen gegen die herrschende Meinung und gegen die religiösen Autoritäten stellen, und das in einem Umfeld, in dem bewaffnete Oppositionsgruppen es zu einem politischen Argument umfunktionieren werden, was destabilisierende Auswirkungen haben kann? Sind die internationalen Geber, die diese Themen schon immer tunlichst vermieden haben, jetzt bereit, aus ihrer Routine auszubrechen, um die Anstrengungen dieser Regierungen zu unterstützen? Sind sie bereit, den Verboten der religiösen Rechten in den USA zu trotzen, die einen erheblichen Einfluss haben? Nötig wäre hier eine sehr ehrgeizige Kampagne, um zahlreiche einflussreiche Partner, angefangen von der katholischen Kirche bis hin zur religiösen republikanischen Rechten in den USA, zu überzeugen, zumindest auf diesem Gebiet Neutralität zu wahren.

Werden sorgfältig durchdachte Strategien, die in gut organisierten Ländern wie dem Iran funktioniert haben (wo die Fertilitätsrate von sechs Kindern pro Frau im Jahr 1986 auf 3,5 Kinder im Jahr 1994, also in weniger als zehn Jahren, erheblich gesunken ist), schließlich auch in Ländern wie dem Niger funktionieren, wo die Infrastruktur sehr unzureichend ist und Institutionen oft versagen? Auf diese Fragen gibt es bisher keine Antwort, obwohl eine solche für die Zukunft des Kontinents von entscheidender Bedeutung wäre.


Serge Michailof, Ph.D., ist Associate Researcher am französischen Institut für Internationale und Strategische Beziehungen (IRIS) sowie ehemaliger Geschäftsführer der französischen Entwicklungsagentur (AFD).

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