Artikel

Jorge Silva, Reuters

Russlands sharp power in Lateinamerika

Die Region im Visier der autokratischen Internationale

Die weltweit mächtigsten autokratischen Staaten beeinflussen aktiv das politische und wirtschaftliche Umfeld in Lateinamerika. Die Unterstützung und Einflussnahme von Mächten wie Russland trifft dabei auf Regierungen und Gesellschaften, die durch politische Polarisierung, illiberalen Nationalismus und die Einschränkung der Rechtsstaatlichkeit fruchtbaren Boden für eine Stärkung autoritärer Ideen bieten. Entsprechend hat Moskau die Anerkennung und gegenseitige Stärkung illiberaler Regime unterstützt und die Werte seiner politischen Weltanschauung verbreitet. Was aber bedeutet der russische Angriff auf die Ukraine für diese illiberalen Allianzen?

Benoit Tessier, Reuters

Starke Kandidaten, schwache Parteien?

Frankreich vor den Wahlen

In Frankreich steht die Präsidentschaftswahl an, kurz danach entscheiden die Bürger über die Zusammensetzung der National­versammlung. Im Gespräch mit den Auslandsinformationen erläutern Caroline Kanter und Nele Wissmann, wie der Krieg in der Ukraine den Wahlkampf beeinflusst, vor welchen Herausforderungen das bürgerlich-konservative Lager steht und warum Präsident Emmanuel Macron die gesellschaftlichen Gräben in Frankreich nicht hat überwinden können.

Stoyan Nenov, Reuters

Investigativer Journalismus in Bulgarien

Eine vom Aussterben bedrohte Art?

Zwar existiert der investigative Journalismus in Bulgarien noch, er befindet sich jedoch im Niedergang. Gleichzeitig wird die Medienfreiheit in dem EU-Land in den vergangenen Jahren immer negativer bewertet. Investigativer Journalismus wird häufig für Imagezwecke missbraucht und alternative Untersuchungen, die außerhalb der traditionellen Redaktionen und in zivilgesellschaftlichen Gruppen durchgeführt werden, werfen Fragen bezüglich der Einhaltung professioneller Standards auf. Es ist nicht einfach, das Vertrauen in die Medien und die Solidarität der Journalisten wiederherzustellen. Auch schwindet die Motivation für investigative Recherchen, weil die bulgarische Justiz oft nicht auf journalistische Enthüllungen reagiert.

US Army, Reuters

Editorial

„Debakel“, „Tragödie“, „politische Zäsur“, „Epochenwechsel“ – dies sind nur einige der Aussagen hochrangiger Politiker nach dem Abzug der NATO-Truppen aus Af­ghanistan im Sommer 2021. Sie illustrieren einerseits das Entsetzen über die Entwicklungen am Ende des 20-jährigen Engagements am Hindukusch, andererseits verweisen sie auf die daraus resultierenden tiefgreifenden Konsequenzen für die westliche Außenpolitik insgesamt. In diesem Sinne ist Afghanistan weit mehr als „nur“ ein Einsatz mit katastrophalem Ende. Die Ereignisse werfen vielmehr grundlegende Fragen auf zum außenpolitischen Selbstverständnis und zur künftigen strategischen Ausrichtung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Das betrifft auch die Debatte über Für und Wider von Auslandseinsätzen und internationalen Interventionen – und mit den Antworten darauf werden konkrete Schritte und Veränderungen einhergehen müssen.

Yazan Homsy, Reuters

Intervention ist nicht immer die Lösung, Nicht-Intervention aber auch nicht

Die Beispiele Irak und Syrien

Zurückhaltung als oberstes Gebot? Viel wird derzeit über die Frage nach der zukünftigen Schwerpunktsetzung westlicher Außenpolitik und die Zukunft militärischer Interventionen diskutiert. Einfache Antworten sind dabei fehl am Platz. Das zeigen nicht zuletzt die Beispiele Irak und Syrien.

Ahmed Jadallah, Reuters

Intervention ohne Ziel

Der Fall Libyen und seine Folgen

Der Beginn des „Arabischen Frühlings“ riss die ­MENA-Region fast über Nacht aus einem kollektiven Tiefschlaf. In Libyen entwickelte sich der Traum von Freiheit in einen Albtraum, der sowohl das Land als auch seine Nachbarn in Europa, im Sahel und in Nordafrika schockierte. Nach zwei Bürgerkriegen, einem Stellvertreterkrieg, aber auch ermutigenden Entwicklungen in jüngerer Zeit ist zu fragen: Was lief in den vergangenen zehn Jahren falsch? Was richtig? Und welche Lehren sind daraus zu ziehen?

Reuters

Krieg mit Ansage

Zu Genese und Entwicklung des Konflikts um Bergkarabach

Wer sich als „neutraler“ Ausländer mit den postsowjetischen Konflikten zwischen ehemaligen Sowjetrepubliken befasst, kann sicher sein: Im besten Fall wird er jeweils nur von einer Seite der betreffenden Staaten akzeptiert werden. Es ist schier unmöglich, als argumentatives „Neutrum“ wahrgenommen zu werden. Das erschwert den Anspruch, einen politischen Dialog über das Problem zu organisieren. Mit Blick auf Bergkarabach ist indes klar: Kenntnisse der Genesis der historischen und völkerrechtlichen Entwicklungen des Konflikts sind unabdingbar – und auch für die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten internationaler Akteure relevant.

Hauke-Christian Dittrich, Reuters

Vom Hindukusch zurück in die nordeuropäische Tiefebene

Deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik nach Afghanistan

Nach dem katastrophalen Schlusskapitel des deutschen Engagements am Hindukusch im Sommer 2021 sollte sich endlich auf das konzentriert werden, was als primäre Bedrohung für die Interessen Deutschlands erkannt wurde und zudem von den Verbündeten erwartet und eingefordert wird. Nur die Bundesrepublik kann die Hauptlast der konventionellen Verteidigung in Mittelost- und Nordeuropa tragen und als Rückgrat der (nichtnuklearen) ­NATO-Abschreckung gegenüber Russland fungieren. Hierzu muss die Bundeswehr – innerhalb weniger Jahre – die verlorengegangene Fähigkeit zur umfassenden Landes- und Bündnisverteidigung wiederherstellen.

Benoit Tessier, Reuters

„Aus dem Sahel ein Schlaraffenland zu machen ist eine geopolitische Dringlichkeit“

Lehren aus Afghanistan für die deutsche Politik im Sahel

Wird Mali das neue Afghanistan? Wenn es nach Iyad Ag Ghali, dem Führer der al-Qaida-Gruppe im Sahel, geht, dann wäre genau das zu erwarten. Noch bevor Kabul endgültig von den Taliban eingenommen war, hat er seinen afghanischen Waffenbrüdern zum Sieg gratuliert und in Aussicht gestellt: „Wir sind dabei zu gewinnen, unsere Stunde ist gekommen.“ Aber auch im politischen Berlin stellt man sich derzeit oft die Frage, was der überstürzte Abzug des Westens aus Kabul für das eigene Engagement im Sahel bedeutet. Der Hintergrund für diese Frage: Nach dem Ende des Afghanistaneinsatzes stellt das Engagement in Mali mit Abstand den größten Auslands­einsatz der Bundeswehr dar. Aber inwieweit sind beide Einsätze überhaupt vergleichbar? Und gibt es – trotz gravier­ender Unterschiede zwischen beiden Einsätzen – Lehren, die aus Afghanistan für Mali und den Sahel gezogen werden können? Für den Einsatz der Bundeswehr und nicht zuletzt für die Ausrichtung der deutschen (Entwicklungs-)Politik? Ein zentraler Unterschied zwischen Afghanistan und dem Sahel liegt dabei offen zu Tage: Ein Scheitern des Westens im Sahel hätte – im Vergleich zu Afghanistan – deutlich unmittelbarere Auswirkungen auf Deutschland und Europa.

Fabrizio Bensch, Reuters

„Ich vermisse politische Führung“

Afghanistan und die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft

Der Politikwissenschaftler Carlo Masala spricht im Interview mit den Auslandsinformationen über die Lehren aus Afghanistan, das Hegemoniestreben Chinas und ein neues Verständnis von Verteidigung – und er erläutert, warum sich die deutsche Politik weniger von Stimmungs­bildern leiten lassen sollte.

Über diese Reihe

Die Auslandsinformationen (Ai) der Konrad-Adenauer-Stiftung sind eine Zeitschrift für internationale Fragen, Außenpolitik und Entwicklungszusammenarbeit. Sie haben das Ziel, einen Teil der im Zusammenhang mit der Auslandsarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung gesammelten Informationen der Öffentlichkeit bzw. Fachöffentlichkeit in Deutschland zugänglich zu machen. Gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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Benjamin Gaul

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