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Methodeneinsatz - Medien

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Informationen werden nicht nur über das Ohr, sondern über alle Sinne aufgenommen. Eine besondere Rolle spielt dabei das Auge. Denn wir erinnern uns beim reinen Zuhören an sehr viel weniger, als wenn wir auch etwas gesehen haben.

Daraus ergibt sich der große Stellenwert begleitender Medien bei der Vermittlung von Lerninhalten. Der Einsatz von Filmen und Lernspielen oder die Visualisierung von Vorträgen hat viele Vorteile:

  • Erhöhte Verständlichkeit
  • Besseres Behalten insbesondere von visualisierten Schlüsselaussagen
  • Schnelleres Erfassen komplexer Zusammenhänge
  • Erleichterte Orientierung vor allem bei längeren Ausführungen z.B. durch eine parallel zum Vortrag sichtbare Gliederung
  • Stärkere Akzentuierung der Kernthesen und –aussagen durch dauerhafte Sichtbarkeit.
Medien sind nicht nur zur Unterstützung von Vorträgen geeignet. In Diskussionen, Gruppenarbeiten, oder anderen Unterrichtsmethoden haben sie einen ähnlich hohen Stellenwert, um z.B. Arbeitsabläufe zu strukturieren, Ergebnisse festzuhalten oder in Themenkomplexe einzuführen.

In der Politischen Bildung kommt dem Medium Film eine besondere Bedeutung zu, um Beeinflussung durch gezielte Text-Bild-Kombination zu aufzuzeigen und so die kritische Wahrnehmungsfähigkeit zu schulen.

Vorbereitung und Planung

Medien sollten systematisch geplant und eingesetzt werden. Dabei ist immer zu bedenken: Weniger ist meist mehr – nur allzu schnell kann Medieneinsatz in der Praxis zum Medienterror werden, wenn z.B.:

  • Vorträge durch Medien überladen werden („Folienschleuder“)
  • Zu viele Informationen enthalten sind (z.B. textlastige Folien)
  • Medien sich in der Präsentation viel zu schnell abwechseln
Leider sind für viele Referenten Folien eher eine Orientierungshilfe für den eigenen Vortrag als eine unterstützende Lernhilfe für die Teilnehmer!

In diesem Fall können sie ihre unterstützende Wirkung nicht optimal entfalten. Bei der Planung eines begleitenden Medieneinsatzes empfehlen sich deshalb nachstehende Leitlinien.

1. Präsentationsdauer einschränken!

Zu lange Präsentationen und Filme (siehe unten mehr) ermüden die Teilnehmer. Einige Medien eignen sich zum Kurzeinsatz (z.B. Folien), andere zum Dauereinsatz (z.B. Tafel, Plakat). Das ist bei der Visualisierung von Inhalten zu bedenken.

2. Abwechslung tut gut!

Auch noch so gut gemachte Folien überfordern irgendwann die Aufmerksamkeit der Teilnehmer, wenn sie einen Vortrag dominieren. Ein systematischer Medienwechsel dagegen wird Aufmerksamkeit und Interesse der Teilnehmer dauerhaft beleben.

3. Wechsel von aktivem und passivem Lernen!

Folienpräsentationen sind oft so strukturiert, dass Teilnehmer die Informationen eher passiv aufnehmen. Doch auch in einem Folienvortrag können systematisch aktive Lernphasen eingebaut werden, indem sie z.B. zentrale Problembereiche, Diskussionspunkte oder Pro und Contra attraktiv visualisiert werden. Hilfreich ist es auch, immer wieder in den Dialog mit den Teilnehmern zu treten, und Fragen zu stellen.

4. Optische Ankerreize setzen!

Visualisierte Inhalte werden im Gedächtnis nicht nur über inhaltliche Bedeutung allein gespeichert, sondern auch über den optischen Eindruck. Mit einem besonders grafischen Element (Zeichnung, Figur, Symbol usw.) kann ein „Ankerreiz“ für das Erinnern gesetzt werden, der zum Etikett des gesamten Inhalts werden kann. Auch hier gilt: weniger ist mehr! Tipps hierzu erhalten Sie in dem Kapitel „Visualisieren“.

Das Medienrepertoire

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Medien in eine Veranstaltung einzubauen. Hier finden Sie eine Auswahl mit kurzer Bewertung:

1. Tafel/Flip-Chart

  • universell und flexibel einsetzbar
  • Gliederungen sind dauerhaft für alle Teilnehmer präsent
2. Plakat/Wandzeitung/Pinnwand

  • Inhalte können gemeinsam erarbeitet werden
  • Zentrale Inhalte eines Seminars können herausragend platziert und für die gesamte Tagung sichtbar gemacht werden
  • Beschriftete Karten können während eines Seminars auch thematisch umgehängt werden
  • Machen Spaß!
3. Arbeitsblätter

  • erzwingen eine eigene, aktive Auseinandersetzung der Teilnehmer mit dem Lernstoff
  • Teilnehmer lernen gleichzeitig Informationen zu komprimieren und strukturieren
4. Folien/Overheadprojektor

  • eignen sich vor allem für Vorträge
  • Referent kann während der Präsentation den Teilnehmern zugewandt bleiben
5. Video

  • Eignet sich vor allem für Einführung, Problematisierung und Motivierung (Einstimmung, Anregung)
  • Unterstützt den Lernprozess durch Informationsvermittlung und Realitätsnähe
  • Ermöglicht Vertiefung, Wiederholung und Erfolgskontrolle (transparente und vertiefende Praxisdemonstration und Erfolgskontrolle)
6. PowerPoint-Präsentation

  • Ermöglichen die Kombination verschiedener Einzelmedien: Texte, Grafiken, Bilder, Videos können in einer Präsentation zusammengeführt werden
  • Dramaturgie: Bild oder Video als Einführung - Struktur des Themas visualisieren - Detailstruktur eines Themas -Zusammenfassung/Diskussion
Der Anspruch an eine gelungene PowerPoint-Präsentation hat sich in den letzen Jahren sehr gewandelt. In zeitgemäßen Vorträgen dominiert heute ein bildreicher Stil, welcher sich an der Plakatwerbung orientiert. Denn die Erfahrung zeigt: niemand kann sich mehr als sechs Informationen bzw. Stichworte auf einmal merken.

Tipp: Beschränken Sie sich pro Folie auf ein Bild bzw. eine Aussage, welche dem Zuhörer bzw. Teilnehmer in Verknüpfung mit dem gesprochenen Wort als Merkhilfe dient.

Tipp: Mehr Informationen, Beispiele für gute und schlechte Präsentationen sowie Anregungen finden Sie im Internet oder auf youtube z.B. unter dem Stichwort „death by powerpoint“.

7. Internet

  • Ermöglicht individuelle und flexible Nutzung
  • Ist für Teilnehmer gut nachzurecherchieren
Zudem empfiehlt sich der begleitende Einsatz weiterer Methoden:

Tipp: Fishbowl

Die Teilnehmer setzen sich in einen Kreis, in dessen Mitte sich ein kleiner Kreis mit etwa fünf Stühlen befindet. Der Tagungsleiter bzw. Dozent formuliert eine Einstiegsfrage, mittels derer über den Film, das Portrait o.a. diskutiert werden soll. Die ersten drei Teilnehmer, die darüber miteinander reden wollen, setzen sich in den Innenkreis. Zwei Stühle bleiben zunächst leer. Die Teilnehmer im Außenkreis verfolgt die Diskussion. Jeder, der irgendwann mitdiskutieren möchte oder widersprechen will, ist eingeladen, sich auf einen der freien Stühle im Innenkreis zu setzen und in die Diskussion einzugreifen. Andererseits können auch Teilnehmer aus dem Innenkreis ihren Platz für andere frei machen und in den Außenkreis wechseln.

Tipp: Internetrecherche

Beispiele: Die Teilnehmer informieren sich durch die Internetrecherche und diskutieren anschließend über

  • den politischen oder geschichtlichen Hintergrund,
  • die typischen Wirkungen von Kameraeinstellungen und Sequenzen,
  • die Unterschiede zwischen Image-Film und Dokumentar-Film,
  • die sprachliche und filmische Symbole,
  • die Rolle der Musik in ausgewählten Sequenzabschnitten,
  • die Bedeutung des Filmtitels,
  • relevante Gattungen (Anekdote, Geschichte, Metapher, Parabel…).
Tipp: Filmkritik

Die Teilnehmer formulieren eine Filmkritik. Zur Vorbereitung kann sich jeder mit einer aktuellen Filmkritik beschäftigen, indem Merkmale und Kriterien, Funktion und Selbstverständnis dieser Textsorte anhand eines Einführungstextes herausgefiltert werden.

Hilfreich kann hierfür die Internetseite mediamanual.at sein.

Das Filmmaterial

Tagungsleiter und Dozenten stehen oftmals vor der Frage, wo sie geeignetes Filmmaterial finden können. Hinweise und Tipps erhalten Sie bei der Stabsstelle für Methodik und Didaktik.

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Kontakt

Annette Wilbert

Annette Wilbert bild

Referentin Methodik und Didaktik, Bildungsmanagement

Annette.Wilbert@kas.de
Didaktik und Methodik KAS
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