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„Wandel durch Handel“

Die Rolle der Wirtschaft für Afrikas demokratische Zukunft

Ein Grund für die Umstürze in den Maghreb-Staaten war die Unzufriedenheit vieler Menschen vor Ort mit der Lebenssituation und die fehlende Perspektive auf eine Besserung. Es hat sich abermalig gezeigt, dass die Wirtschaft eine „Säule der Demokratie“ ist. Unter gleichnamigen Titel diskutierten Experten aus dem In- und Ausland jetzt auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit dem rbb inforadio.

Klaus Pähler, Leiter des Auslandsbüros der KAS in Abuja, warnte vor überzogenen Erwartungen an die neue Situation im Norden Afrikas. Die Entwicklung Nigerias – eines der erdölreichsten Länder Afrikas - zeige, dass eigentlich gute wirtschaftliche Voraussetzungen noch keine Garantie für eine Demokratisierung darstellten. In Nigeria, das vor rund 50 Jahren seine Unabhängigkeit von Großbritannien erklärte, schleiche der damals eingeleitete Demokratisierungsprozess „nur sehr langsam vor sich hin“. Mittlerweile sei eine Situation erreicht, die ihm große Sorgen bereite. Die Schere zwischen Arm und Reich werde immer größer, was in Verbindung mit großen Korruptionsproblemen enormen gesellschaftlichen Sprengstoff in sich trage. Es bestehe die Gefahr, dass die negative Energie, die sich derzeit noch als Kriminalität ihre Bahn breche, womöglich irgendwann zu einer innenpolitischen Krise führe.

Nicht nur für Nigeria, sondern gerade für Tunesien und Ägypten gelte, dass es nicht ausreiche, die Spitze des Übels zu bekämpfen. Fast wichtiger sei es, so Pähler, die Strukturen darunter zu beseitigen, damit die Autokratie nicht weiterleben könne. Nur wenn Vertrauen in die Zukunft und die Rechtsstaatlichkeit wiederhergestellt seien, könne sich die wirtschaftliche Situation langfristig verbessern. Vielleicht würden dann die Mogule vor Ort ihr Geld lieber reinvestieren, statt es außer Landes zu bringen, so Pähler, der auch für die oft schwierige Situation deutscher Unternehmen in Afrika sensibilisierte. Sehen diese sich doch mit einer schwierigen Gradwanderung zwischen Einhalten der eigenen moralischen Standards und geschäftlichen Interessen konfrontiert.

Für Heiko Schwiderowski vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag sind die jüngsten Entwicklungen Beleg für die Richtigkeit der These „Wandel durch Handel“. Die Wirtschaft habe einen entscheidenden Beitrag daran, dass das „Fass nun übergelaufen“ sei. Er bestätigte die Aussagen Pählers, dass Unternehmen bevorzugt in solchen Ländern investierten, in denen die Rahmenbedingungen stimmten. Hierzu zähle vor allem eine gute Regierungsführung. Als Beispiel führte er die Region südlich der Sahara an. Hinzu komme der Trend, dass deutsche Unternehmen, sich aus Gründen der Reputation in Afrika engagieren würden. Das führte 2010 dazu, dass bei dem jährlich stattfinden Wirtschaftsforum in Angola mittlerweile über 100 Firmen aus Deutschland anreisten. Das Forum zähle damit zu den größten seiner Art auf dem Kontinent. Im Mittelpunkt des Interesses stehen hierbei die Erdölreserven und Diamantenminen des Landes. Auch Angola leidet unter Korruption, so dass Adão Branco-Ferreira, Geschäftsführer von Branco-Ferreira Management Services, empfiehlt, die Wirtschaft müsse sich diversifizieren. So könne es gelingen, dass die negativen Folgen eines oft zu engen Kontakts zwischen Wirtschaft und Politik überschaubar blieben.

Prognosen, ob sich die Hoffnung auf einen neuen tatsächlich demokratischen Anfang und einem damit einhergehenden wirtschaftlichen Aufschwung im Maghreb erfüllten, seien schwierig, so Michael Lange, Leiter der Abteilung Politikdialog und Analyse von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Entscheidend sei, ob es gelingen kann, sehr kurzfristig die Wirtschaft und hier insbesondere den Tourismus in Ägypten und Tunesien „wieder in Schwung zu bringen“. Außerdem müssten sich die neuen Regierungen vor allem darauf konzentrieren, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Laut Lange machen jedes Jahr rund eine Millionen Akademiker ihren Abschluss an einer ägyptischen Universität.

Einen Audio-Mitschnitt der Veranstaltung können Sie am Sonntag, 20. März, ab 11:05 im inforadio rbb hören.

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Berlin Deutschland