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"Wir sitzen in einem Boot"

Deutschland und Südkorea tragen große Verantwortung

130 Jahre deutsch-koreanische Beziehungen – anlässlich dieses Jubiläums lud die Konrad-Adenauer-Stiftung zum Gespräch mit Koreaexperten, um die gemeinsamen Herausforderungen im „asiatischen Jahrhundert“ zu diskutieren. Am Ende standen vor allem zwei wichtige Erkenntnisse: Wirtschaftlich kann der Süden von Deutschland lernen und bei der Lösung der Koreafrage kommt es auf China an.

„Es ist eine große Herausforderung, dass junge Menschen in einer globalisierten Welt neu zusammenfinden“, sagte Hartmut Koschyk MdB in seinem Vortrag. „Daher dürfen wir uns auf dem Stand unserer guten Beziehungen nicht ausruhen, denn sie sind ein wenig in die Jahre bekommen und bedürfen wieder verstärkter Pflege“, so der Ehrenvorsitzende der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft. Beide Länder stünden in einer globalisierten Welt vor den gleichen Herausforderungen wie Klimawandel und weltweiten Wirtschaftskreisläufen.

„Wir sitzen in einem Boot und kooperieren eng im Rahmen von G20. Die koreanische Präsidentschaft war erfolgreich und im weiteren Prozess kommt unseren beiden Ländern eine große Verantwortung zu“, so Koschyk. Die angesichts der Drohgebärden des Nordens neu an Bedeutung gewonnene Koreafrage stelle ein Sicherheitsproblem da „und wenn man das nicht löst, verursacht das Unsicherheit, die am Ende in einen heißen Konflikt führen kann“.

Dr. rer. pol. Hanns Günther Hilpert nannte als Erklärung für das nordkoreanische Verhalten zwei Beweggründe. „Innenpolitisch nutzt der junge Machthaber Kim Jong Un die Drohgebärden, um seine Macht gegenüber dem mächtigen Militärapparat zu festigen, während er außenpolitisch erst die vorsätzliche Eskalation will, um sich später sein wohlwollendes Einlenken abkaufen zu lassen“, so der stellvertretende Forschungsgruppenleiter Asien der Stiftung Wissenschaft und Politik. Dieses Verhaltensmuster habe über die Jahre hinweg immer in Wellen stattgefunden, doch in der derzeitigen Schärfe sei es eine neue Form, „denn die atomare Bedrohung des Südens stellt einen Tabubruch dar“.

Auch bei Nordkoreas Schutzmacht China mache sich langsam Frustration breit, erklärte Botschafter Peter Prügel. Nie zuvor sei dessen Einfluss auf den Nachbarn so gering gewesen, auch weil Kim Jong Un keine direkten Kontakte in das Reich der Mitte habe. „Diese Situation ist eine Chance, die von den USA genutzt wird, um eine mögliche Kooperation mit China zu erreichen“, so der Regionalbeauftragte des Auswärtigen Amtes für Asien und Pazifik.

Deutschland stehe fest an der Seite des Südens und mache sich für Sanktionen gegen Nordkorea stark. „Wir begrüßen ausdrücklich die besonnene Reaktion des Südens, trotz Eskalationen durch den Norden, weiterhin Angebote zur Entspannung zu entsenden“, sagte Prügel.

Auch Dr. Peter Roell berichtete von einer entspannten Atmosphäre in Südkorea trotz der anhaltenden Bedrohungen des Nordens. Entgegen dem Eindruck der derzeitigen medialen Berichterstattung vor allem im Ausland, habe es bei seiner gerade beendeten Reise nach Seoul keine verstärkten Sicherheitsvorkehrungen gegeben, „denn die Südkoreaner sind an die Bedrohungswellen des Nordens gewöhnt“, so der Präsident des Instituts für Strategie-, Politik-, Sicherheits- und Wirtschaftsberatung. Auch habe ein geheimes Papier den Weg in die Öffentlichkeit gefunden, aus dem hervorgehe, dass der Norden Südkorea und die internationale Staatengemeinschaft durch psychologische Kriegsführung unter Druck setzen wolle. „Dieser Strategie zufolge soll in der ersten Stufe Südkorea mit einem Atomangriff bedroht werden. In einer zweiten Stufe werden Ausländer aufgefordert, Nordkorea zu verlassen, während die letzte Eskalationsstufe lokale Provokationen und Terroranschläge im Süden vorsieht.“ Die Taktik, sich dadurch Zugeständnisse zu erkaufen, werde vom Süden jedoch durchschaut.

Neben der sicherheitspolitischen Perspektive wandte sich Prof. Dr. Werner Pascha der wirtschaftlichen Lage Südkoreas zu. „Die neue Präsidentin Koreas, Park Geun-hye, hat einiges zu tun, denn die Koreaner sind unzufrieden mit der derzeitigen Lage“, so der Ostasienexperte der Universität Duisburg Essen. 2012 habe das Land ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent gehabt, für 2013 würden zweieinhalb Prozent vorhergesagt. Beides sei nach den deutlich höheren Zahlen früherer Zeiten ernüchternd. Zudem werde die Einkommensschere größer, Altersarmut zunehmend zum Problem und die sozialen Sicherungssysteme sind nicht so gut ausgebaut wie in Deutschland.

„Angesichts der zunehmende Schwierigkeit junger Menschen, eine adäquate Beschäftigung zu finden, könnte die in Deutschland erfolgreiche duale Ausbildung ein Vorbild für Korea sein“, so Pascha.

Ihren Ausklang fand die Veranstaltung mit einem Empfang in der Ausstellung „50 Jahre koreanische Gastarbeiter in Deutschland“. Frau Rhan Gunderlach, Generalsekretärin der Deutsch-Koreanisch Gesellschaft, hat diese Ausstellung initiiert und organisiert, um auch an das zweite, wichtige Jubiläum, das die deutsch-koreanischen Beziehungen in diesem Jahr feiern, zu erinnern.

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