Veranstaltungsberichte

14. Jahreskonferenz ACEP-KAS

von Kristin Wesemann
Am 6. und 7. Dezember fanden sich das Team der Konrad-Adenauer-Stiftung Argentinien e.V. (KAS), Mitglieder der Asociación Civíl Estudios Populares (ACEP) und zahlreiche Experten und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur 14. Jahreskonferenz ACEP-KAS zusammen. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung: 30 Jahre Demokratie im Auftrag des christlichen Humanismus.

„KAS-ACEP-ACEP-KAS, wir sind eine große Familie“, so Oscar Ensinck, Präsident von ACEP. Die Auftaktveranstaltung in Mar del Plata begann vielversprechend. „Es war nicht einfach, diese Konferenz zu organisieren“, so Alejandro Carrancio, Leiter von ACEP in Mar del Plata. Umso mehr freute er sich, dass aus nunmehr 20 Provinzen des Landes Interessierte zusammen gekommen waren. Carrancio forderte auf, die Veranstaltung als Chance für Austausch und Diskussion zu nutzen.

Als ersten Programmpunkt präsentierte der bekannte Journalist der Traditionszeitung La Nacion, Martín Dinatale, sein Buch „Pobreza y Negocio – el festival debe continuar...“, das er gemeinsam mit Alejandra Gallo publizierte. „Wie konnte es mit Argentinien so weit kommen?“, fragten sich die Autoren während sie Anforschungen für ihr Buch anstellten. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Argentiniens lebe in Armut – eine traurige Tatsache findet der Autor. Mit seinem Buch wolle er die Entwicklungen der Armut im Land aufdecken und Lösungsansätze etablieren. „150 argentinische Peso würden zumindest der Anfang einer Sozialunterstützung sein“, damit bezog sich der Autor auf eines der Kapitel im Buch. In diesem wird die mangelhafte und klientelistische Umsetzung des Planes Jefes y Jefas de Hogar (PJJHD) kritisiert. Mit der Krise im Jahr 2001 sei die Armut und der Drogenhandel in Argentinien stark angestiegen. Gerade deswegen ist es für Dinatale unverständlich, wie man der Armutsbekämpfung so viele Steine in den Weg legen könne. „Die Politik ist ein hartes Geschäft in dem vieles falsch läuft“, erklärte er. Ihm fehle die Kontrolle und die langfristige Planung. „Ist Bildungsintegration ein Schritt in die richtige Richtung?“, fragte ein Zuschauer. Der Experte sah eben dies, als auch Familienintegration und soziale Etablierung als unumgängliche Maßnahme für eine Verbesserung in den Armenvierteln. „Wir müssen in unserem Land für eine Veränderung der sozialen Situation kämpfen. Die Stärkung demokratischer und christlich-humanistischer Werte ist ein wichtiger Teil davon“, so der Experte. Sichtlich bewegt und mit einer moralischen Botschaft beendete Dinatale seinen Vortrag.

Thema des zweiten und damit letzten Programmpunkts des Tages war der bürgerliche und christlich-humanistische Aktivismus. Gonzalo Fuentes y Arballo, Leiter der juristischen Abteilung von ACEP, eröffneten die Diskussionsrunde. „Wir müssen ein Vertrauen in die Politik entwickeln. Es gibt viele Negativbeispiele, doch nicht alle Politiker sind grundsätzlich schlecht“, so der Vortragende. Für Arballo ist es wichtig, durch Politik und bürgerliches Engagement den Rechtsstaat zu stärken und durch Bildung gleiche Möglichkeiten für alle zu schaffen. Als „Dämonen der Nation“ sehe er diejenigen, die ohne Selbstreflexion und Initiative seien. Silviana Frana, Stadträtin von Santa Fe, vertrat ihren Standpunkt aus christlicher Sicht. „Wir sollten eine Quelle unseres Handelns haben: Gott, Werte und die Christliche Humanlehre“. Sie sei sich nicht sicher, ob die Politik manchmal ihren Standpunkt verliere. Politik solle keine trockene Bürokratie sein, sondern ein Instrument, das Veränderungen in Gang bringe und Visionen verwirkliche. Beispielhaft erzählte Claudia Asseff, Stadträtin von Moreno, darauffolgend von ihren persönlichen Erfahrungen in einem Hilfsprojekt, das sie in ihrer Stadt in die Wege leitete. Dieses stärke den Zusammenhalt und die Entwicklung der Jugend und Familien in Armenviertel. Mit Workshops und Arbeitsgruppen für Mütter und Kinder erreichte sie, dass ausreichend Lebensmittel, Freizeitprogramme und Eigenverwaltung in die Vororte Morenos gebracht wurden. Ihr gelang es eine ausreichende Infrastruktur vor Ort zu errichten. Abschließend berichtete César Gallo, Professor für Recht, von seinen Erfahrungen in der Studentenbewegung in Tucumán.

Mir lautstarkem Applaus für die Redner endete am Abend der erste erfolgreiche Tag der 14. Jahresversammlung von ACEP und der KAS.