Veranstaltungsberichte

Cátedra Konrad Adenauer: Beiträge zur inklusiven Entwicklung

Politische Entscheidungen und Erfahrungen

Das zweiten Panel am Dienstag, den 10. April, eröffnete Alberto Roza, Staatssekretär für institutionelle Beziehungen der Provinz Mendoza. Thema des vierten Moduls der Cátedra Konrad Adenauer 2015 waren die Fallstudien zur Entwicklung des Landes. Der ehemalige Sozialminister der Provinz Buenos Aires, Daniel Arroyo, berichtete dazu von seinen Erfahrungen der vergangenen Jahre.

Daniel Arroyo sprach über die vorherrschenden Probleme der Armut in Argentinien, besonders die der Jugendarmut. Anschließend referierte er über die politischen Anstrengungen zur Verbesserung der Lage.

Heute leide Argentinien unter großen sozialen Schwierigkeiten, was eine Art zweite Generation der Sozialpolitik hervorbringe, so Arroyo. Um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, präsentierte der ehemalige Minister erschreckende Zahlen und Statistiken: So läge der Anteil von in extremer Armut lebender Argentinier bei 27 Prozent und die Zahl der Jugendlichen, die weder studieren noch arbeiten, bei schätzungsweise 1,5 Millionen. Die Inflation, der zunehmende Verkauf von Drogen auf den Straßen der Barrios, die verstärkte Gewalt durch einen einfachen Zugang zu Waffen sowie zu wenige Wohnmöglichkeiten nannte er als einige Gründe. Eine weitere Ursache für die negative Entwicklung sei eine Art "Teufelskreis" der Generationen: Mängel in der Infrastruktur und im Bildungssystem führten dazu, dass die Menschen nicht mehr ausreichend gebildet seien; entsprechen schwer sei es dann Arbeit zu finden. Argentinier bekämen zu wenige Informationen über die Wirtschaft und Erwerbsmöglichkeiten. Auch das führe zur Verarmung. Kinder und Jugendliche, die so aufwüchsen, hätten Schwierigkeiten, zu lernen und sich zurecht zu finden. Nicht nur in Argentinien sei dies ein großes Thema, sondern in der ganzen Welt. Wenn Zuhause Armut und soziale Unordnung herrschten, sei die Generation von morgen die Leittragende. Diese ungenügend informierten und ausgebildeten Menschen stelle die Politik vor große Herausforderungen.

Die Politik der "zweiten Generation", wie Arroyo sie nennt, und deren zukünftigen Aufgaben sieht Daniel Arroyo als vielschichtig. Von Bedeutung seien zum Beispiel das Arbeitsrecht der Bürger, eine Beständigkeit des Netzes von Autoritätspersonen (Zuhause, in der Schule und im Berufsfeld), Bildung einer Einheit gegen die Kriminalität und den Drogenhandel und ein Ausbau der Informationskapazitäten. Ein Wandel sei notwendig und müsse jetzt beginnen.

Maria Cassens-Sasse