Veranstaltungsberichte

Journalismus und Wirtschaftspolitik in Argentinien

Am 4. September fand im Büro der KAS ein Expertengespräch mit Journalisten und Politikern statt. Neben aktuellen Problemen für die Arbeit der Journalisten spielten vor allem Themen wie Landwirtschaft, Produktion und die derzeitige Wirtschaftspolitik der argentinischen Regierung eine Rolle.

Kristin Wesemann verwies eingangs auf die Sorge, die in Europa wegen Einfuhrbeschränkungen und Protektionismus in Argentinien herrsche. Sie machte darauf aufmerksam, dass der aktuelle wirtschaftspolitische Kurs der argentinischen Regierung für viele Länder oft schwer nachvollziehbar sei. Es fand ein reger Austausch über Themen wie die journalistische Unabhängigkeit, Zugang und Qualität von Informationen sowie Vorgaben und Beschränkungen durch die Medien statt.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftspolitik war die Abgeordnete der PRO Cornelia Schmidt-Liermann besonders an den Arbeitsbedingungen der Journalisten interessiert, die in den Provinzen des weitläufigen Landes arbeiten und dort über die Agrarwirtschaft berichten. In diesem Zusammenhang betonten die Journalisten den Unterschied zwischen freien und angestellten Journalisten sowie regierungsaffinen und oppositionellen Medien und die Handlungsbeschränkungen, die sich daraus ergeben. Gleichwohl ging es insbesondere um tagesaktuelle Themen. Unter anderem werden in Argentinien die Exporte von Rindfleisch stark kontrolliert, was dazu geführt hat, dass das Land als Produzent hinter Länder wie Uruguay und sogar Paraguay gerutscht ist. Eine Studie der Universidad Católica Argentina (UCA) ergab, dass Argentinien in den vergangenen neun Jahren etwa 10 Milliarden Dollar in Exporten durch die protektionistische Politik eingebüßt hat. Importbeschränkungen ihrerseits führen dazu, dass beispielsweise Landwirtschaftsmaschinen kaum noch eingeführt werden können. Und das dämpft wiederum das Wachstum des ansonsten so wichtigen Agrarsektors.